Wieder Platz für Kunst im Künstlerhaus

221 Werke von Gewinnern

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Die Gewinner der „Vollkunst/Kunstvoll‘13“-Preise im Künstlerhaus Kempten: Stefan Porkert (v.l.), Corinna Theuring und Anthimos Toupheksis.

Kempten – Auch wenn es nur drei Kunstpreise gab, so haben alle Künstler der 221 Werke in der Ausstellung „Vollkunst/Kunstvoll'13“ zur Wiedereröffnung des Künstlerhauses Kempten gewonnen – sie alle gehen als künstlerische Zurückeroberer des Hauses in dessen Geschichte ein.

Bei der Finissage am vergangenen Samstag hat der Künstlerhausverein vertreten durch Stephan Schmidt aus Kempten, Kurator und stellvertretender Vorsitzender, und Regina Gropper aus Wolfertschwenden, Kulturwissenschaftlerin und Beisitzerin des Vorstandes, die drei ausgelobten Kunstpreise vergeben.

Corinna Theuring aus Memmingen erhielt für ihr Werk „Frau mit Schirm“ den ersten Publikumspreis dotiert mit 627,5 Euro. Stefan Porkert, ebenfalls aus Memmingen, bekam für sein Werk „Urbane Grazien I“ den zweiten Publikumspreis dotiert mit 313,75 Euro. Die Jury vergab ihren Preis dotiert mit 313,75 Euro an Anthimos Toupheksis aus Isny für sein Werk „Die Kunst Abbitte zu leisten“.

Nachdem für Kunst im Künstlerhaus Kempten wegen der Sanierungsnotwendigkeit schon lange kein Platz mehr gewesen war, „freuten wir uns einerseits einfach über die Menge der eingereichten Werke, die hier wie eine Flut hereindrängte“, blickte Kurator Stephan Schmidt bei der Preisverleihung auf die Einreichungstage Ende Juli 2013 zurück. „Anderseits waren wir positiv überrascht von der Klasse vieler Werke von durchaus im 'Kunstbetrieb' gesetzten Künstlern aus dem gesamten Allgäu und bis nach München und Isny genauso wie von Erstlingswerken: Junge Leute haben sich für die Ausstellung auf ihren Hosenboden gesetzt und nicht nur Kunst gemacht, sondern auch gewagt, diese auszustellen.“ All diesen „'Alt'- und 'Neu'-Künstlern“ gelte großer Dank: „Sie haben das Haus mit Kunst zurückerobert und ihm eine große Bedeutung zugemessen – denn Kunst braucht Platz und Raum. Ein Anfang ist gemacht – und kein kleiner – für mehr Platz für Kunst und Kultur, und das nicht irgendwo geduldet am Rande einer Stadt, sondern in ihrer Mitte", so Schmidt weiter.

Stimmen breit verteilt

Bei der Ausstellung gaben knapp 300 Besucher ihre Stimme für den ersten und den zweiten Publikumspreis ab. Die Stimmen verteilten sich breit über die Werke – fast jede der weit über 200 Arbeiten ist einmal gewählt worden. Sieben Werke konnten allerdings besonders viele Stimmen auf sich vereinen – die beiden mit den Preisen ausgezeichneten Arbeiten sowie „Umsetzung: Rot blühender Pflaumenbaum an Wasserlauf“ von Severin Zellner aus Hopferau, „Assel“ aus Holz von Luis Braun aus Waltenhofen, „Apfeltod“ von Leo Wanninger aus Kempten, „Mein gleiner Zoo“ von Joachim Schindele aus Kempten und „Die Kuppel“ von Bernd Henkel aus Sonthofen.

Die Jury bestand aus Regina Gropper (Kulturwissenschaftlerin und Beisitzerin im Vorstand des Künstlerhaus e.V.), Martin Fink (stellvertretender Leiter des Kulturamtes der Stadt Kempten), Christian Hof (Konzeptkünstler, der 2006 erstmals im Künstlerhaus ausstellte, und Mitglied im BBK Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Süd) und Stephan Schmidt (Künstler, stellvertretender Vorsitzender Künstlerhaus e.V. und Vorsitzender artig e.V.). Ein Auszug aus der Laudatio der Jury für das ausgezeichnete Werk „Die Kunst Abbitte zu leisten“ von Anthimos Toupheksis: „Ein Brett an dicken Schnüren, ein Stuhl. Raum, viel Raum… aufgeräumt? Nichts Überflüssiges. Mein Raum, keine Farbe, freies Papier, freier Platz für mich – auf der Schaukel oder auf dem Stuhl – oder daneben oder zwischendrin? Bin ich hier der Gast oder daheim? Ist noch etwas zu tun, oder ist alles erledigt – eine Schlussaufnahme. War ich hier gar schon einmal? Warum Abbitte leisten, und wer? Wenn ich vielleicht schaukelnd Abbitte leiste, wäre das die Kunst daran? All dies sind aber keineswegs lähmende Fragen, sondern ein breites Angebot an Möglichkeiten, die uns das Werk anbietet.“

Nach der ersten Ausstellung geht es bald weiter mit Kunst in dem sanierten Haus: Neben den zahlreichen Konzerten und Abendveranstaltungen, die für September auf dem Programm stehen, ist das Künstlerhaus eine von rund 40 Spielstätten bei der 2. KunstNachtKempten am Samstag, 21. September. In dem Haus an der Beethovenstraße gibt es in dieser Nacht Mitmachkunst, zum Beispiel Siebdruck auf Taschen, Improtheater mit den Wendejacken, und eine neue Ausstellung.

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