Stuttgarter sollen das Zumsteinhaus neu konzipieren

In kleinen Schritten

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In Sachen Zumsteinhaus sind die Stadträte mittlerweile einen Schritt weiter: Eine Stuttgarter Agentur soll die Planungen übernehmen.

Kempten – Zwei erste Schritte zur Realisation des Museumskonzeptes hat der Schul- und Kulturausschuss vergangene Woche auf den Weg gebracht. Die Neuplanung des Zumsteinhauses soll an das Stuttgarter Büro „Jungled Nerves“ vergeben werden, das sich bereits für die Erasmuskapelle verantwortlich zeichnet.

Laut dem stellvertretenden Kulturamtsleiter Martin Fink waren insgesamt vier Büros zum Wettbewerb eingeladen worden. Auf hartnäckiges Nachbohren von Lothar Köster (SPD) verständigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig darauf, dass die Planung bis 2015 stehen soll. 

Wie Fink kurz erinnerte, soll laut Masterplan für das Zumsteinhaus dort das Thema Doppelstadt repräsentiert werden. Für die Sanierungsarbeiten gelte als Vorgabe, „keine größeren baulichen Eingriffe in die historische Substanz“ des Hauses vorzunehmen. Prof. Dipl.-Ing. Thomas Hundt, CEO der Jungled Nerves GmbH, stellte das, nach eigener Aussage, prinzipiell auf Dialog und Typologie ausgelegte, Siegerkonzept vor: Im Erdgeschoss mit „Shop“ sollen in einer „begehbaren Stadtkarte“ die „Top 10 der Stadt“ präsentiert werden, in der die Orte vor der eigentlichen Besichtigung bereits „virtuell besucht“ werden könnten. 

Die „multifunktional angeordneten“ Räume sollen unter anderem auch für kleinere Veranstaltungen wie Vorträge nutzbar sein. Im ersten Obergeschoss siedelt Jungled Nerves das Stadtmodell an. Je ein Raum ist für Stifts- und Reichsstadt vorgesehen. Diese sollen dort in einer „zentralen Installation“ zusammengeführt werden. Weitere Räume sollen außerdem die Möglichkeit zur Vertiefung des Themas bieten. 

Keine Extras für die Kleinen 

Im zweiten Obergeschoss sollen „Gesellschaft und Leben in Kempten“ ihren Platz bekommen, unter anderem in Themenbereichen wie „Arbeit“, „Heimat“ oder auch „Migration“. Im Dachgeschoss sei eine „Ideenwerkstatt Kempten vorstellbar“. Man habe versucht, so Hundt, „nichts extra für Kinder zu machen“, da seiner Erfahrung nach Kinder gerne als Erwachsene behandelt werden wollten. Deshalb seien zum Beispiel Tischhöhen so bemessen, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder damit etwas anfangen könnten. 

Informationen vor Ort 

Claudia Dress (CSU) zeigte sich „schon jetzt beeindruckt“. Man habe hier fast das Gefühl, dass das Haus für das Konzept gebaut wurde“ und nicht umgekehrt, meinte sie. Es sei zwar „noch nicht das endgültige Konzept“, so OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Dennoch freute er sich, dass das Zumsteinhaus mit diesem Konzept „grundsätzlich als Zumsteinhaus“ belassen werden könne. 

Ab sofort nutzt das Kemptener Kulturamt während der Frühjahrs- und Sommermonaten die Räume im ersten Stock des Gebäudes, um Interessierten den jeweils aktualisierten Stand der Museumsentwicklung zu vermitteln. Zur Allgäuer Festwoche soll die Werksschau außerdem als Diskussionsforum genutzt werden. Die Werkschau ist ab sofort zu den üblichen Öffnungszeiten des Zumsteinhauses, donnerstags und sonntags jeweils von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, zu besichtigen.

Christine Tröger

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