Kulturpreis für Heilmann

Ausstellungen und Preise zuhauf haben sein Werk im Lauf der Jahrzehnte bereits gewürdigt. Vergangenen Sonntag wurde der Kemptener Künstler Horst Heilmann nun auch mit dem Kulturpreis 2009 der Rupert-Gabler-Stiftung, dotiert mit 10000 Euro, ausgezeichnet. Er habe „in über 30 Jahren ein Werk geschaffen, das deutsche Gegenwartskunst authentisch repräsentiert“, so der Stiftungsvorstand über den diesjährigen Preisträger.

Zur Auszeichnung im proppenvollen Hofgartensaal wurde zeitgleich eine Ausstellung eröffnet, die rund 40 „Bilder und Bildnisse seit 1990“ des in Kempten von 1972 bis 2000 auch als Kunsterzieher tätigen Malers und Zeichners zeigen. Habe er in seiner ersten Schaffensphase ab den 1970er Jahren „eher abstrakt, informell und linear“ gearbeitet, sei sein hier gezeigtes Werk seit 1990 „konkreter, schwerblütiger, melancholischer“ bei „malerischer, expressiv-farbiger Gestaltung“ figurativ-gegenständlicher Themen, ging die Geschäftsführerin der Gabler-Stiftung, Christl Zepp, auf Heilmanns Werk ein. Er gehöre zu denen, „die im Wachen träumen und uns Kenntnis geben von Dingen, die wir ohne ihn nicht erleben“. Ihm gehe es um „das Ringen, innere Bilder zu verwirklichen, die innere Wirklichkeit zu verinnerlichen“, was er mit „malerischer Virtuosität“ sichtbar mache, meinte sie. Von seinem souveränen Umgang mit Farbe und Linie zeugen Gemälde mit tiefgründigen Titeln wie „Schattenraum“, „Dir gehört nur Deine Seele“ oder „Allein mit meiner Arbeit“. Gleich am Eingang stehen drei Selbstporträts in Acryl: „Frost“, „Schau dich an“ und „Für mich mit Schatten“, die erkennen lassen, dass der Maler neben Motiven aus Natur und Kultur auch den Menschen, allen voran sich selbst, immer wieder neu deutet. Bilder, die berühren, die einen in Bann ziehen. Letzteres ist für den Vorsitzenden der Gabler-Stiftung, Stefan Gabler, ein Kriterium, das einen „großen Künstler“ ausmache, wie er bekannte. "Intensive Zuwendung" OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) würdigte auch die Seite aus dem über 40-jährigen Schaffen des unter anderem an der Münchner Akademie ausgebildeten Künstlers, die „die künstlerische Stadtansicht Kemptens vertritt“. Noch heute sei die Wirkung seiner 32 großformatigen Stadtansichten des zeitgenössischen Kemptens zu spüren, die er in den Jahren 2000 und 2001 angefertigt habe. Die Architektur sei ein „zentrales Motiv im Gesamtwerk“ Heilmanns, worin auch Industriebauten und Parkhausarchitektur ihren Platz fänden. Die im Gespräch erlebbare „intensive Zuwendung und Konzentration“ des im kulturellen Leben der Stadt fest verankerten Künstlers, finde man auch in seinen „Körperbildern“ wieder, unter anderem bei den Porträts der beiden Altoberbürgermeister Dr. Höß und Dr. Roßmann im Rathaus. Ehre und Verpflichtung Für Heilmann bedeutete die Auszeichnung nicht nur Bestärkung, sondern auch „Verpflichtung, meinen künstlerischen Weg auch weiterhin konsequent und gewissenhaft zu gehen“. Die Präsentation „Bilder und Bildnisse seit 1990“ ist noch bis zum 8. November im Hofgartensaal in der Kemptener Residenz zu sehen, und zwar täglich von 11 bis 18 Uhr.

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