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Mit der Ausstellung »Jetzt!« feiert das Reflektarium Eröffnung

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In der Warteschlange: Antoinette Fraedrichs Beitrag zum Thema Wohnungsnot. © Ahr

Kempten – Die Freudenbergunterführung hat sich in ein ganz besonderes Spiegelkabinett verwandelt: Alle Wände sind mit Alu-Dibond ausstaffiert.

Das bietet einen spannenden Effekt, der Betrachter rutscht selbst hinein in die Installationen, wird Teil des Kunstwerks.

Und gleichzeitig reagieren die Werke aufeinander, sie müssen korrespondieren, weil in den räumlichen Gegebenheiten in der „U“ keines für sich alleine stehen kann. „Eine Herausforderung, bietet uns aber auch die Chance, die Grenzen zwischen Betrachter und Kunstwerk aufzuheben“, sagt die Künstlerin Traudl Gilbricht. Dabei bedienen die Künstler unterschiedliche Kunstgattungen: Malerei von Gerhard Weiss, Videokunst von Eva-Caroline Dornbach und Rene Nebas und Installationen u.a. von Bärbl Auer, Ecke Recla und Bernd Henkel. 

Die Ingolstädter Kalligraphin Antoinette Fraedrich hat sich dem Thema Wohnungsnot angenommen und auf einem Onlineportal Erfahrungsberichte von Wohnungssuchenden gesammelt. Jetzt finden sich diese Texte auf beinahe lebensgroßen Figuren wieder. Traudl Gilbrichts Rohrinstallation „Aderlass“ erzählt von urbanen Strukturen, in der gleich einem Adersystem ein kompletter Raum auf vielfältigem Wege miteinander vernetzt ist. Die Spiegel an den Wänden vergrößern diesen Raum aus neonfarbenen Rohren und lassen ihn scheinbar ins Unendliche wachsen. Barbara Wolfart hat drei weiß- lackierte Frauenköpfe gestaltet, weise Frauen, wie sie betont. „Die Spiegel sind so angeordnet, dass sie die Gesprächssituation vielfach spiegeln und die Diskussion der drei weisen Frauen, ihre Beratungen zum Zustand der Menschheit, in die Welt getragen wird“, so die Künstlerin. „Vielleicht vervielfältigt sich dann ja auch die Weisheit.“ Klares Ziel der Künstlergruppe K-art-on e.V. ist es, das Areal weiterhin als Ort der „Kunst to go“ zu nutzen – und andere Künstler dazu anzuregen, selbst im Freudenbergtunnel auszustellen. 

Die Künstlergruppe selbst ist bereits seit 15 Jahren aktiv, und hat sich für dieses Jahr ein Großprojekt vorgenommen: Vier verschiedene Ausstellungen, die insgesamt ein Jahr lang nicht nur den öffentlichen Raum schmücken, sondern jedem Vorbeischlendernden und all denen, die nur mal eben durch die Stadt eilen, eine kleine Dosis Kunst mitgeben wollen. Die erste Ausstellung unter dem Motto „Jetzt!“, unterstützt von der Sozialbau eröffnet am Donnerstag, 28. März, um 17 Uhr mit einer Vernissage, zu der jeder eingeladen ist. 

Martina Ahr

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