Kunst in Wohnzimmeratmosphäre

Kunst, Kultur und Wohnzimmeratmosphäre lautete das Credo von „artig ´10“, das nicht nur Kunstneulinge überzeugte. Foto: Tröger

Malereien, Grafiken, Zeichnungen, Stein- und Holzobjekte, Fotoarbeiten und auch Design-Taschen. Dazu jeden Abend Bühnenprogramm mit unterschiedlicher Musik oder auch Appetithappen für den nahenden Tanzherbst. Das alles gab’s in Wohnzimmeratmosphäre mit bequemen Polstersitzgruppen inklusive Wohnzimmerteppichen, beim Kunst- und Kulturfestival „artig ´10“ in der Kemptener Markthalle, die vergangenen Sonntag mit dem Allgäuer Salonorchester „Kaisermelange“ ausklang.

Verglichen mit der Erstauflage hat der Verein „artig e.V.“ einen großen Sprung nach vorne gemacht – nicht nur quantitativ: ein Tag länger, drei Aussteller und vier Abendveranstaltungen mehr. Zu sehen waren Werke von Günther Band, Gwendolyn Boos, Boris Bösker, Petra Joser, Klaus „Bschese“ Kiechle, Maria Kiechle, Helmuth Kittel, Susanne Praetorius, Peter Morgner, Mercedes Rodriguez de Vetter, Mario Riedesser, Stephan A. Schmid und Uta Seyberlich. Zwar hätten sich die Macher mehr Publikum für die ein oder andere Abendveranstaltung gewünscht, wie artig-Mitglied und Ausstellerin Maria Kiechle bekannte. Der Gedanke, durch das kulturübergreifende Konzept auch Menschen für Kunst zu erwärmen, die sonst nie in eine Ausstellung gehen würden, habe dafür umso besser funktioniert. Das kostenlose Angebot sei gut angenommen worden. Aber was „im Hut landet, ist auch nicht schlecht“, hob sie die hohe Bereitschaft der Besucher hervor, für das Gebotene auf freiwilliger Basis auch etwas zu bezahlen. Positiv vermerkte Kiechle die Resonanz der zuvor angeschriebenen Kunsterzieher, die mit zahlreichen Schulklassen gekommen seien. Kaum ausgesprochen, marschierten prompt drei nicht allzu große Steppkes mit ihren Schulränzen bepackt in die Ausstellung und diskutierten angeregt vor den einzelnen Werken. Die Nähe zur ZUM erwies sich hier sicher als strategischer Vorteil. Richtige Entscheidung Auch seien viele Besucher da gewesen, „die selber Kunst machen und nächstes Jahr dabei sein wollen“, so Kiechle. Die anfänglichen Bedenken, Kunstwerke könnten durch Schulklassen oder bei den Abendveranstaltungen Schaden nehmen, seien grundlos gewesen. „Wir haben bewusst nichts weggerückt oder abgedeckt“, konnte sie die Entscheidung als richtig bestätigen. Besonders erfreut zeigte sie sich darüber, dass eine ganze Reihe der gezeigten Kunstwerke auch verkauft worden seien. Insgesamt betrachtet „sind wir uns sicher, dass ‚artig’ steigerungsfähig ist“, blickte sie optimistisch auf das kommende Jahr.

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