Kunstarkaden Kempten

Ausstellung lockt erneut Interessierte

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Barbara Deutschmann im Gespräch.

Kempten – Nachdem die erste Ausstellung in den Kunstarkaden einen würdigen Höhepunkt feierte (wir berichteten), läutete die Vernissage am vergangenen Samstagabend die zweite bis zum 23. Februar andauernde Runde des Kunstprojekts von Bildhauer Guido Weggenmann ein.

Als die Eröffnung durch die Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin Ursula Winkler näherrückte, wurde es in den ehemaligen Räumlichkeiten der Sparkasse eng. Selbst die Jodlergruppe Niedersonthofen, die den Abend gekonnt musikalisch einrahmte, musste sich für ihren Auftritt im Ausstellungsraum nach genügend Platz orientieren. Über 100 Kunstinteressierte wollten es sich nicht entgehen lassen, die neuen und alten Kunstausstellenden persönlich kennenzulernen. Neu dabei ist die Bremer Bildhauerin Barbara Deutschmann, die bei ihren skulpturalen Werken die grundverschiedenen Materialien Stein und Paraffin kombiniert. Dieses Zusammenspiel ist ein Novum in der Kunstwelt. Ein Teil des technischen Verfahrens bleibt ein Geheimnis Deutschmanns, wie Winkler die Gäste in ihrer Eröffnungsrede wissen ließ. 

Grundsätzlich wird der Stein händisch in seine Grundform gebracht, später dann in Präzisionsarbeit mit Paraffin aufgefüllt. „Die größte Herausforderung besteht darin, es so zu verdichten, dass am Ende nichts herausfließt“, verrät Deutschmann. Da das Paraffin semitransparent ist, lässt sich der Betrachter dazu verleiten, ins Innere der Skulptur blicken zu wollen, wodurch die beiden Materialien zu einer neuen Einheit verschmelzen. Ebenfalls neu in den Kunstarkaden vertreten ist eine in Allgäuer Kunstkreisen sehr geschätzte Größe: Kilian „Kili“ Lipp. Die Bilder des renommierten Malers aus Bad Hindelang, der dort seit 2008 sein eigenes Kunsthaus betreibt, sind an seinem Markenzeichen – einem roten von links oben nach rechts unten verlaufenden Pinselstrich – zu erkennen, mit denen er all seine Werke abschließt. „Hinter dem Sichtbaren sucht und findet der Maler instinktiv die ewige Form, den archaischen Menschen. Er zeigt uns eine reine Natur in Würde und Dauer“, erklärt Winkler in ihrer Ansprache. 

Dies gelingt ihm, indem er seine Gemälde durch das Entfernen überflüssiger Details auf das Wesentliche reduziert, so die Kuratorin. Auch wenn die Kunst von Lipp und Deutschmann im ersten Moment sehr unterschiedlich scheint, hat diese bei erneutem Betrachten vieles gemein. Beide nutzen für ihre Arbeiten beständige Materialien und behandeln die gegensätzlichen Themen Stabilität und Dauer, Fragilität und Vergänglichkeit. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen den Künstlern und ihren Werken, meint Winkler. Neben dem Ausstellungsraum bestehen die Kunstarkaden aus einem Atelier und der Kunstgalerie. Ersteres wird für die nächsten vier Wochen vom „Artist in Residence“ Joram von Below und seinen Werken mit Leben gefüllt, die eine Gratwanderung zwischen abstrakter und gegenständlicher Kunst darstellen. Bei seinen erfundenen Landschaften steht die Reduktion im Vordergrund, durch die die Bilder Weite und Ruhe ausstrahlen sollen. Die Fortschritte seines Schaffens können zwischen dem 20. Januar und dem 17. Februar jeden Sonntag zwischen 11 und 14 Uhr betrachtet werden. 

Der Künstler lädt alle Interessierten bei einer gemütlichen Tasse Tee dazu ein, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Seine vollendeten Werke werden während einer Finissage am 23. Februar ab 19 Uhr vorgestellt. Die Galerie wurde mit Beginn der neuen Runde ebenfalls mit neuen Werken der bereits vertretenen Künstler Winfried Becker, Markus Elhardt, Pio Mars, Heidi Netzer und Guido Weggenmann bestückt. 

db

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