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KunstNachtKempten zieht Tausende Besucher an 

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Von: Tizian Pöhlmann, Susanne Lüderitz

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„Unicorn“ von Torsten Mühlbach bei der KunstNachtKempten 2022.
„Unicorn“ von Torsten Mühlbach bei der KunstNachtKempten 2022. © Lüderitz

Wie das „Unicorn“ von Torsten Mühlbach leuchtete den Besuchern der KunstNachtKempten die Kunst eindringlich und in verschiedenen Farbtönen entgegen.

„Kunst hat die Macht, Grenzen zu sprengen. Kunst kann den Planeten retten“, sagt Ivica Mijailovic ins Mikrofon. Der Spot an der Sankt-Mang-Kirche ist auf ihn gerichtet. Um ihn herum etwa 30 Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Slampoet spricht im „Speakers‘ Corner“, initiiert von Harald Holstein. Freie Rede und Slam Poetry gibt es dort zu hören. Wenn man die vielen angeregten Menschen bei der KunstNachtKempten sah, glaubt man Mijailovic aufs Wort. Am Samstagabend vibrierte die Kemptener Innenstadt vor kreativer Spannung. Gefühlt an jeder Ecke gab es etwas zu sehen, zu hören, zu entdecken, oder mitzumachen. Dazwischen all die Leute: Da waren die jungen mit einem Bier in der Hand, die sich durch die Straßen treiben ließen. Da waren die gesetzteren Herrschaften im Mantel, die langsam durch die Ausstellungen zogen. Da waren die Touristen. Da waren die Hipster. Und alle einte die Lust auf Kunst.

KunstNachtKempten: Speakers‘ Corner 

Noch habe sich kein Besucher vor das Mikrofon getraut, berichtet Mijailovic kurz vor zehn Uhr, vor dem St.-Mang-Platz. Langsam sammeln sich Besucher und Mijailovic, zweifacher Vorarlberger Landesmeister im Poetry Slam und Allgäu-Slam-Gründer, tritt vor das Mikrofon. Jetzt sei er ganz Dienstleister, sagt Mijailovic und fragt in die Runde, was für einen Text er vortragen solle. „Etwas Lustiges“, tönt es vom Döner und Pommes essenden Publikum. Mijailovic erzählt von einer Welt ohne Internet, in der endlich die „geklaute“ Zeit wieder da ist und Menschen mühsam Gefühle sowie die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht neu erlernen: „Wir schreiben nicht, dass wir uns lieben. Wir sagen es.”

Dann tritt Nida Kaya auf. Sie arbeitet mit Jugendlichen. Ein Wort, das ihr immer wieder begegnet, sei „lost“, sagt Kaya. Die Jugendlichen seien orientierungslos, verloren. Das lyrische Ich in Kayas Text „will dem Weltschmerz eine Farbe geben“. Die Slammerin erzählt von Hedonismus, von „Party! Party!“ während parallel dazu Menschen abgeschoben werden. Die Zuhörerschaft hat aufgehört zu essen. Einige starren in die Leere, eine Frau schaut auf den Boden. Eine Stunde später auf der Freitreppe, berichtet Mijailovic, dass eine junge Frau sich nun doch vor das Mikrofon getraut habe. Ihr Text sei düster, beinahe kafkaesk gewesen.

Disco-Einhorn auf dem Hildegardplatz

Schon von Weitem zog ein funkelndes Einhorn vor der Sankt-Lorenz-Basilika die Blicke auf sich. Auf einem Sockel drehte es sich über den Köpfen der Menschen und warf bunte Lichtreflexe in den Himmel. Das geflügelte Fabelwesen zierten unzählige kleine Spiegel. Torsten Mühlbach hat eineinhalb Jahre an „Unicorn“ gearbeitet. „Eineinhalb Jahre schneiden und kleben“, sagt der Künstler, „eineinhalb Liter Blut“ seien geflossen beim Spiegelschneiden. Der Künstler lacht. Um die Statue herum stehen die Leute, die Handys zum Filmen und Fotografieren auf das Tier gerichtet. „Das Einhorn steht für Reinheit und Klarheit“, sagt Mühlbach, „es ist ein Sehnsuchtstier – bei mir auch“, immer wieder tauche das Einhorn in seinen Arbeiten auf. Die Faszination für das Kunstwerk, das in gewisser Weise die Reiterstatuen großer Herrscher parodiert, erklärt Mühlbach auch mit dem Discokugeleffekt. Er präsentiert sein Werk zusammen mit Marco Schuler (Radix) und Guido Weggenmann (Heart) unter dem Motto „Gipfeltreffen“. 

Ein pulsierender Rhythmus umhüllt die Besucher mal meditativ, mal branden die Schläge auf und explodieren in ekstatischem Takt. Schlagzeuger Markus Dauner macht den Herzschlag des großen, hell leuchtenden Herzens von Weggenmann hörbar.

Intelligente Landschaften: Parkhaus als mehrfacher Kontrast zur Landschaft

Ein reges Kommen und Gehen herrscht im Parkhaus in der Kronenstraße. Auf dem weitläufigen Ausstellungsareal verläuft sich der Besucherstrom. Auf Parkdeck 8 bis 10 sind die vier digitalen Installationen der „Intelligenten Landschaften“ zu sehen. Das Kunstprojekt hat bereits im Vorfeld Aufsehen erregt (der Kreisbote berichtete). Es geht von der Annahme aus, dass der Natur eine Intelligenz innewohnt. Dieser Intelligenz auf der Spur haben zwei Künstlerinnen, ein Künstler und ein Künstlerkollektiv sich mit der Allgäuer Landschaft befasst.

Der Natur ganz nah kann sich der Besucher etwa in der Installation „Geschliffene Gründe“ von Sarah Degenhart fühlen. Sie hat sich mit der geologischen Vergangenheit des Allgäus, den Geologischen Orgeln bei Lachen im Unterallgäu und dem dort befindlichen Nagelfluhgestein befasst. Der Zuschauer fliegt mit der Kamera ganz dicht über dem sattgrünen Waldboden mit Farn und Blättern, sieht den Wald kopfüber an sich vorbeiziehen – oder ist es eine Reflexion? Dazu sirenenhafte Klänge einer alpinen Sängerinnen- oder Jodlerinnengruppe. Oder sind das die Gesänge der Geologischen Orgeln? Die Bilder fließen ineinander. Man sieht immer wieder Nagelfluhgestein von ganz nah. Dann wird es dunkel, als ob man in eine Höhle eintaucht. „Diese Moosflechten da, die mit fast nix auskommen, das ist Anpassung“, hört man eine Frau sagen.

KunstNachtKempten: Schmelzende Landschaften 

Wohlfühl-Atmosphäre kommt womöglich schwerer auf bei „47 Grad 17 Minuten 48 Sekunden Norden, 10 Grad 17 Minuten 45 Sekunden Osten“ von Waltraud Funk. Dort ist ein sterbendes Insekt neben einen industriellen Produktionsprozess montiert. Dann Eiskristalle, ein Gefrierfach, geeister Rauch, Hagelkörner, ein schlafendes Kind, ein Gletscher. Viele harte Hell-dunkel-Kontraste. Dazu bedrohliche Klänge und eine Stimme, die prophezeit, dass der Gletscher in zehn Jahren nicht mehr da sein wird. Waltraud Funk setzt dem „Schwarzmilzferner“, dem einzigen Gletscher der Allgäuer Alpen ein Denkmal.

KunstNachtKempten: Schmelzende Landschaften

Wohlfühl-Atmosphäre kommt womöglich schwerer auf bei „47 Grad 17 Minuten 48 Sekunden Norden, 10 Grad 17 Minuten 45 Sekunden Osten“ von Waltraud Funk. Dort ist ein sterbendes Insekt neben einen industriellen Produktionsprozess montiert. Dann Eiskristalle, ein Gefrierfach, geeister Rauch, Hagelkörner, ein schlafendes Kind, ein Gletscher. Viele harte Hell-dunkel-Kontraste. Dazu bedrohliche Klänge und eine Stimme, die prophezeit, dass der Gletscher in zehn Jahren nicht mehr da sein wird. Waltraud Funk setzt dem „Schwarzmilzferner“, dem einzigen Gletscher der Allgäuer Alpen ein Denkmal.

KunstNachtKempten: Akustische Landschaft 

Beinahe nicht aufgenommen worden wäre „Huigarte of Landscapes“ von Heinrich Heidelbeere. Die Vorgabe für die Intelligenten Landschaften war eine audio-visuelle Installation. Der Sound-Künstler hat allerdings akustisch gearbeitet. Aus drei Lautsprechern erklingen Zither- und Alphorntöne, die Stimme eines Allgäuers. Er spricht über die Allgäuer Lieblingstiere – das Reh, den Hack – oder die Landwirtschaft. Es fallen Regentropfen. Weil die Bilder im Kopf entstehen, braucht es für „den Huigarte of Landscapes“ jedoch gar keine visuelle Ebene. Heinrich Heidelbeere spielt selbst bei den Wiggensbacher Alphornbläsern. Die Alphörner erklingen oft im Freien. Heidelbeeres Idee: Auch in seinem Projekt wollte er die traditionelle Musik in den ursprünglichen Kontext stellen. „Mit dem Wetter, das ist so eine Gefühlssache, dass auch von mir eine Komponente drin ist“, sagt der Wiggensbacher Künstler.

KunstNachtKempten: Geister

Einen eher soziokulturell-partizipativen Ansatz verfolgte das Künstlerkollektiv Maximilian Erbacher, Nikolaus Faßlrinner und Anna Dorothea Klug. Sie haben für „Die Geister die wir rufen“ 40 bis 50 Masken gestaltet und jeweils in einem Karton samt Anleitung verschickt. Die Empfänger sollten die Maske aufsetzen und sich für ein Foto in einer speziellen Landschaft in Szene setzen. „Manchmal mussten wir nachtelefonieren“, sagt Faßlrinner, „vier Masken fehlen uns noch, aber wir sind glücklich, weil die Fotos so spannend sind.“ Auf mehreren Leinwänden erscheinen die Maskenbilder abwechselnd. Ein Mann sitzt in einem Bett, der Oberkörper schaut nackt aus der Bettdecke hervor. Das Gesicht ist ein haariges Etwas. Rosa, graue und schwarze plüschige Haare lugen in verschiedene Richtungen. Direkt an das Allgäu und seinen Klausen-Brauch erinnert eine flächig-braune Maske mit einem langen weißen Bart. Der Träger hat sich in einer Waldlandschaft positioniert. Auf dem Sankt-Mang-Platz sahen sich die Besucher plötzlich mit einsamen Koffern konfrontiert. Große Plastikbehältnisse und kleinere Taschen standen einzeln herum.

Einsame Koffer in der KunstNachtKempten

Prall gefüllt, abgewetzt und irgendwie aus einem anderen Jahrzehnt. Um hinzugelangen aber, musste man durch eine Art Türrahmen schlüpfen, der an die Sicherheitskontrolle an Flughäfen erinnerte. Denn der Platz war ansonsten mit Drahtspiralen abgesperrt, ähnlich der Stacheldrahtrollen aus Kriegsgebieten oder Grenzzäunen. Immer wieder erleuchtet mit Fackeln. Es rattert im Kopf: Was die Koffer wohl freigeben, wenn man sie öffnet? Sind es Taschen, die am Kofferband übrig geblieben sind? Ob sich Urlaubserinnerungen darin befinden? Wo sind die Menschen, denen die Taschen gehören? Warum haben sie sie stehen gelassen? Was machen sie ohne ihre Sachen? Ein beklemmendes Gefühl macht sich zwischen all den Fragen breit.

Aber eines der „Sicherheitskontrolltore“ führt direkt in die Sankt-Mang-Kirche hinein. Daneben der mit Gebetsfahnen geschmückte Mangbrunnen. Ein Hoffnungszeichen? Im Text im KunstNachtBuch schreibt der Künstler Stephan A. Schmidt über „Living in Doors“, dass die begehbare Installation „anregen will, Risiken und Sorgen nicht auszublenden, aber anzunehmen – und einfach mal eine Kerze der Hoffnung anzuzünden.“

Kempten in Schwarz-Weiß

„Was daraus entsteht, ist beeindruckend“, sagt Stadtrat und Landtagsmitglied Alexander Hold, der sein Büro für die KunstNacht auch in einen Ausstellungsraum verwandelt hat. Etwa 60 Foto-Reproduktionen in Schwarz-Weiß zeigen Kemptener Ansichten, wie es früher war. Fotografin Margarete Uhlich hat sie aus dem Privatbesitz ihrer Familie zur Verfügung gestellt und aufbereitet. Hold freut, dass die Besucher zusammen grübeln, wo sich denn dieser oder jener Straßenzug befindet. „Auf einmal erzählen sie Geschichten, Erinnerungen werden geweckt“, sagt der Stadtrat.

Das passt ins Motto der 6. KunstNachtKempten: „Schafft Erinnerungen!“ Im Vorfeld der KunstNachtAufsehen erregt hatten die Klaviere, die in der ganzen Innenstadt verteilt standen. Immer wieder sah und hörte man dort Menschen spielen. Nicht nur den Flohwalzer gab es zu hören. Vor allem junge Menschen setzten sich auf den Klavierhocker und scharten sich um die von den Schülern und Künstlern gestaltete Instrumente. Wollte nicht die Stadt die Plätze mit kostenfreien Angeboten beleben?

„Durch Welten gegangen bist du ein anderer“

Im Reglerhaus, in der Webergasse 14, eröffneten sich den Besuchern vier unterschiedliche Orte: ein japanisches Teehaus, ein Platz auf der Walliser Alpe, ein spanisches Forschungsschiff und ein fiktiver Marktplatz. Die Bühnenbildnerin Rahel Seitz hat zu jedem Ort eine persönliche Bindung. Jeder Ort spricht eine andere Einladung an die Besucher aus: Man kann sich in den Raum zurücklehnen, einfügen oder auch eine Abenteuerreise wagen. Neben den Modellen werden die Orte zusätzlich noch akustisch erzählt.

Die Musik von Marcel Daemgen, die vorgetragenen literarischen und theoretischen Texte eröffnen noch mehr Ebenen. Selbstentdecken ist das Motto. Das Ziel sei es, „die Leute zum Beobachten zu bringen“, sagt Seitz. Die Raumerfahrungen in der KunstNacht waren nur ein Vorgeschmack. Im ehemaligen Gewächshaus, Altusrieder Straße 13, in Kempten kann man das Erlebnis vertiefen: Die Veranstaltung „Durch die Welten gegangen, bist du ein anderer“ findet von Donnerstag, 20. Oktober, bis Sonntag, 23. Oktober, jeweils ab 18 Uhr statt. Neben spontanen Besuchen, sind auch Reservierungen möglich unter: kommunikative_raueme@gmx.de

KunstNachtKempten: JungesKunstFest

„Ist die Kunst nicht von Selbstzweifeln besetzt? Die ganze Kunst? Nein! Die unbeugsame Markthalle, bevölkert von Kindern, hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten“, möchte man rufen, wenn man am Samstagnachmittag die Markthalle besucht. Dort fand das „JungesKunstFest“ statt. Staunende „Erwachsenenaugen“ blicken sich um. Die Kinder sind zielstrebig. Sie laufen, jauchzen, hämmern. Und man spürt, dass sie genau wissen, was sie tun. Auch im „JungesKunstFest“ dreht sich alles um Erinnerungen. An verschiedenen Stationen können die Kinder kreativ (ihre) Erinnerungen festhalten. Zum Beispiel ihre Stimme. An bunten Tonbandgeräten nehmen die Kinder sich auf. Bei jeder Aufnahme wird die vorherige überspielt. Eine Erinnerung macht Platz für die nächste. „Es ist ein Überraschungspaket“, sagt Claudia Köffer, die künstlerische Leiterin. Als sie eine Aufnahme abspielt, hört man ein Kind lachen.

An einer anderen Station basteln die Kinder Masken. Dann stellen sie sich maskiert auf ein Podest. Die Station heißt „sich selbst ein Denkmal setzten“. Köffer erzählt von zwei Mädchen, die sich Tiermasken gebastelt haben. Das Häschen und das Kätzchen stellten sich auf das Podest und verewigten sich als Denkmal: Wir haben die Welt gerettet, weil wir die Tiere gerettet haben, sollen sie verkündet haben.

KunstNachtKempten: Lied der Erde

Zufrieden mit der Resonanz der Besucherinnen und Besucher zeigt sich Familie Farkas, die das Kunstkabinett betreibt. Um 20.30 Uhr haben sich bereits 75 Menschen dort umgesehen. Seit Mitte der 60er Jahre veranstalten die Farkas jährlich eine Ausstellung zu einem bestimmten Thema und laden Künstlerinnen und Künstler dazu ein. Heuer lautet das Motto „Das Lied der Erde“. Zu sehen sind Werke alter Meister aus der Sammlung Dr. Wilhelm Maul und zeitgenössischer Künstler. Traditionell mit dabei ist die Künstlergruppe „La Cerchia“ aus Trient, die ihre Werke für die Ausstellung herschickt. „Die letzten Jahre lebt die Ausstellung immer mehr von der Zusammenarbeit der Künstler“, sagt Maria Farkas. Sie ist beeindruckt davon, wie vorurteilslos sie alle zusammenarbeiten. „Sie wollen jedem Künstler einen guten Platz in der Ausstellung geben.“ Noch bis 23. Oktober ist die Ausstellung zu sehen (Öffnungszeiten: Do., Fr., Sa.: 16 – 18 Uhr. So. und Feiertage: 14–18 Uhr).

KunstNachtKempten: Schwimmender Fötus

In einer hohen flüssigkeitsgefüllten Röhre schwimmt ein Fötus. In den benachbarten Röhren krümmen sich erwachsene menschliche Wesen. Immer wieder sieht und hört der Zuschauer, wie elektrische Stöße die Figuren erreichen. Die Metalloptik und die Schrauben haben den Charme eines Maschinenraumes. meshselector aus Immenstadt hat die 3D-animierte Videosequenz „Injected“ generiert. In Schleife läuft sie den ganzen Abend über an der Außenfassade des Parktheaters. „Bisher waren noch nicht so viele Leute da“, sagt meshselector. Er hofft auf den späteren Abend, wenn das Parktheater seine Tore öffnet.

Auf dem Rathausplatz indes tauschten Künstler beim Projekt „Calligraffiti“ Botschaften mit Kollegen aus Sonthofen aus. Interaktiv waren diese an der Rathauswand zu sehen.

KunstNachtKempten: „Wir schaffen, dass Kultur gesellschaftlich relevant ist“ 

Sehr zufrieden mit der KunstNachtKempten zeigte sich Kulturamtsleiter Martin Fink. Er freut sich, dass mit etwa 4.000 gezählten gezahlten Eintrittsbändeln wieder so viele Menschen unterwegs waren wie in den Jahren vor Corona. Aber eigentlich seien es sogar noch mehr Interessierte gewesen. „Manche haben die KunstNachtOrte, an denen der Eintritt kontrolliert wurde, wieder verlassen und haben sich auf unentgeltliche Orte konzentriert“, sagt Fink.

Er mutmaßt, dass es insgesamt um die 8.000 Besucher waren. Außergewöhnlich viele junge Menschen hätten sich heuer auf die Spur der Kultur begeben. Das führt Fink auch auf das neue Kulturfördersystem der Stadt zurück. „Es sind neue Orte dazugekommen, mit einer neuen Klientel“, so Fink, „Ich sehe, dass es sich lohnt, ein Kulturbudget zu pflegen und zu kuratieren, wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Weil Sankt-Mang-Platz und Hildegardplatz dieses Mal nicht als dezidierte Aufenthaltsorte konzipiert waren, seien die restlichen Kunstnachtorte besser besucht gewesen als bisher. Auf die Rückmeldung der etwas außerhalb gelegenen Locations warte Fink noch. „Bisher haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sich auch dort gelohnt hat für die Kulturschaffenden“, sagt er.

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