Ein Traum wird wahr

Kunstturnerinnen des TV Kempten erturnen sich Podestplatz in der Regionalliga Süd

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Die Kunstturnerinnen des TV Kempten: Nina Maisel (oben von li. nach re.), Emilie Pippert, Laura Dick, Emma Dempf und Franziska Dietrich sowie Aurelia Remplik (unten von li. nach re.), Miriam Kartas, Berta Schwaninger, Nina Müller, Hannah Geiger.

Kempten – Ein perfektes Wochenende liegt hinter den Kunstturnerinnen des TV Kempten – sie konnten sich vor rund 450 Zuschauern in der Panoramaarena in Wiggensbach einen Traum erfüllen und erturnten sich in ihrer ersten Saison in der Regionalliga einen Podestplatz. „Es hat einfach alles gepasst!“, freut sich Trainerin Astrid Schober.

„Die Halle war voll und die Stimmung war super. Die Mädels haben alles gegeben und dass am Ende noch dieses tolle Ergebnis dabei herauskommt war natürlich eine Riesensensation!“

Hochmotiviert startete das Team am Stufenbarren. Mit gewohnt sicheren Übungen setzten Emma Dempf (16), Nina Maisel (15) und Hannah Geiger (29) den Grundstein für den Erfolg. Die erst zwölfjährige Berta Schwaninger, die als Gastturnerin vom österreichischen TV Wattens die Kemptenerinnen in der Liga unterstützt, hatte am Barren viele neue Schwierigkeiten im Programm, von denen im Wettkampf noch nicht alle sicher klappten. Nun lag es an Schlussturnerin Laura Dick (21). Mit einer idealen Übung samt freier Felge in den perfekten Handstand und einem Rückwärtssalto in den sicheren Stand erturnte sie die höchste Wertung für das Team an diesem Gerät. Das erste „Zittergerät“ war geschafft. 

Mit Selbstvertrauen ging es zum nächsten Gerät, dem Schwebebalken. Nun galt es, Vorwärts- und Rückwärtssalti, freie Räder und akrobatische Verbindungen sauber zu präsentieren. Als Startturnerin setzte der TV Kempten auf Nina Maisel. Das Nachwuchstalent übertraf alle Erwartungen und beeindruckte mit schwierigen Elementen und ihrer sicheren Darbietung. Sie wurde mit der achtbesten Wertung aller Teilnehmerinnen belohnt. Danach war der Knoten geplatzt. Berta Schwaninger hatte sich wieder gesammelt und begeisterte mit einer hochklassigen Darbietung, die mit der akrobatischen Verbindung bestehend aus FlickFlack und Spreizsalto als einzige alle Anforderungen enthielt. Zurecht wurde sie mit der Tageshöchstwertung belohnt. Laura Dick, Hannah Geiger und Aurelia Remplik (13) komplettierten das tolle Teamergebnis an diesem Gerät. 

„Auch wenn der Boden eigentlich nicht als Zittergerät bekannt ist, hatten wir an diesem Gerät den größten Aufholbedarf gegenüber dem letzten Wettkampf“, gab Schober im Vorfeld zu bedenken. Doch die Trainerin sollte sich umsonst Sorgen gemacht haben. Mit einer künstlerischen Darbietung eröffnete Franziska Dietrich (30) den Durchgang und auch Nina Maisel riss das Publikum mit ihrer neuen Choreografie mit. Zum ersten Mal ging auch Hannah Geiger wieder am Boden an den Start. 

Sie sprang sowohl eine Schraube vorwärts als auch die neu erlernte Rückwärtsschraube und holte wertvolle Punkte. Obwohl die besagte Rückwärtsschraube Laura Dick im Einturnen noch Probleme bereitet hatte, zimmerte sie das Pflichtelement im Wettkampf sicher in den Stand. Sie wurde mit der fünftbesten Wertung aller Turnerinnen belohnt. Für das Highlight sorgte Berta Schwaninger. Sie zeigte als einzige Turnerin einen Doppelsalto und erhielt abermals die Tageshöchstwertung. Gut gelaunt ging es zum letzten Gerät, dem Sprung. 

Emilie Pippert (18) und Hannah Geiger turnten ihre schwierigen Sprünge mit Längsachsendrehung in den Stand. Emma Dempf, die sich nach ihrer Verletzung im Juli zurückgekämpft hatte, zeigte einen tollen Sprung mit einem Rückwärtssalto in der zweiten Flugphase und Laura Dick schloss den Wettkampf mit einer ebenso guten Darbietung ab. „Danach mussten wir zittern bis zur Siegerehrung. Es war wirklich spannend, aber dennoch waren wir einfach zufrieden mit unseren Leistungen – da war der Wettkampfausgang gar nicht das Wichtigste“, erinnert sich Trainerin Sarah Schober. 

Doch als feststand, dass es tatsächlich zu einem Podestplatz gereicht hatte, war die Freude riesengroß. Mit über vier Punkten Vorsprung auf Rang vier und nur drei Zehnteln Rückstand auf Rang zwei hatten sich die jungen Turnerinnen ihren Traum vom Podestplatz vor heimischen Publikum erfüllen können. „Das übertrifft alle unsere Erwartungen! Und dass wir nun sogar auf dem dritten Tabellenplatz liegen und den Klassenerhalt so gut wie sicher haben, ist ein Ergebnis mit dem wir zu Saisonbeginn niemals gerechnet hätten“, freut sich Schober. 


kb

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