Durchmarsch in die Dritte Bundesliga

Kunstturnerinnen überzeugen mit der Darbietung ihrer Choreografie

Kempten – Fassungslos standen sie am Ende auf dem Podest – mit einem herausragenden zweiten Platz beim abschließenden Regionalligawettkampf am vergangenen Sonntag in Gäufelden gelang den Kunstturnerinnen des TV Kempten die Sensation.

In ihrem ersten Jahr in der deutschen Turnliga gelang den Allgäuerinnen auf Anhieb der Direktaufstieg in die nächsthöhere Liga, die dritte Bundesliga.

„Ich konnte es erst gar nicht glauben“, erinnert sich Trainerin Astrid Schober. „Während der Siegerehrung fingen wir schon an zu rechnen. Doch auch wenn wir alle zum gleichen Ergebnis kamen – bis zur offiziellen Verkündung der Gesamttabelle fühlte sich alles noch an wie ein Traum.“ Und auch die Mädchen sind sich einig: „Dritte Bundesliga, das klingt fast schon unwirklich.“ Zumal der Weg zu diesem Traumergebnis alles andere als einfach war. 

Schon die gesamte Saison war Vorjahresstammturnerin Miriam Kartas (16) verletzungsbedingt ausgefallen, in Gäufelden musste nun auch Nina Maisel (15) aufgrund eines Bänderrisses absagen. Wieder einmal waren die Nachwuchsturnerinnen gefragt. Am Stufenbarren rückte Aurelia Remplik (13) in die Startaufstellung nach. Zusammen mit Emma Dempf (16) legte sie am Startgerät mit soliden Vorstellungen den Grundstein für den Erfolg. Spitzenvorstellungen lieferten Laura Dick (21), Hannah Geiger (29) und Berta Schwaninger (13). 

Sie erturnten die acht-, viert- und die beste Wertung an diesem Gerät. Damit ging der Tagessieg am Stufenbarren nach Kempten, und die Konkurrenz wusste, dass mit den TV-Kempten-Turnerinnen zu rechnen war. Nicht ganz optimal lief es am Zittergerät Schwebebalken. Franziska Dietrich (30) brachte ihre elegante Übung sicher durch und erturnte wertvolle Punkte für das Mannschaftskonto. Auch Aurelia Remplik und Laura Dick konnten trotz kleiner Unsicherheiten überzeugen. Abermals war es die junge Österreicherin Berta Schwaninger, die mit einer grandiosen Darbietung gespickt mit Höchstschwierigkeiten die Kampfrichter begeistern und die höchste Wertung erturnen konnte. 

Insgesamt reichte es am Balken somit zum drittbesten Mannschaftsergebnis – das Team war weiter auf Erfolgskurs. „Am Boden sind die Mädels über sich hinausgewachsen. Noch nie habe ich gesehen, dass sie ihre Choreografien mit so viel Spaß und Überzeugung dargeboten haben, das war der Wahnsinn!“, freut sich Trainerin Schober über die Leistungen ihrer Schützlinge. Belohnt wurden diese mit vier Wertungen von über zehn Punkten – eine kleine Sensation. Mit ihren mitreißenden tänzerischen Einlagen und den perfekten akrobatischen Teilen durfte sich auch Emilie Pippert (18) zum ersten Mal über eine „Zehner-Wertung“ freuen. Abermals konnten sich drei Kemptenerinnen unter den Top Ten der Einzelwertung platzieren. Hannah Geiger erturnte sich die siebtbeste Wertung, Laura Dick die viertbeste und Berta Schwaninger durfte sich erneut über die Tageshöchstwertung freuen. 

Nach dem Stufenbarren ging auch der Tagessieg am Boden ins Allgäu. Mit gemischten Gefühlen ging es zum Sprung, dem Gerät, das beim letzten Wettkampf die meisten Sorgen bereitet hatte. Doch die Sorgen sollten unbegründet bleiben – mit dem drittbesten Teamergebnis konnte man auch hier voll zufrieden sein. „Wir wussten natürlich, dass der Wettkampf gut gelaufen war. Doch nun mussten wir erst einmal bis zur Siegerehrung zittern“, erinnert sich Laura Dick. Und fügt hinzu: „Der Aufstieg war aufgrund der Tabellenkonstellation nicht sehr wahrscheinlich, doch natürlich wollten wir die Saison mit dem bestmöglichen Ergebnis abschließen.“ 

Doch dass es mit dem bestmöglichen Ergebnis sogar noch zum Aufstieg reichen sollte, damit hatte keiner gerechnet. Umso größer war die Freude während der Siegerehrung, und auch danach wollte das Grinsen nicht mehr aus den Gesichtern weichen. „Nächstes Jahr turnen wir dann zwei Ligen unter den deutschen Nationalturnerinnen, ein tolles Gefühl und eine große Motivation für die kommende Trainingszeit“, waren sich die Mädchen einig. 

kb

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