Kupfertreiben und Drucken

Lerneifer, Ausdauer und durchaus auch Ehrgeiz bewiesen 26 Kinder während der Handwerkerwoche auf der Burghalde. Viele von ihnen nicht zum ersten Mal, wie die 13-jährige Hannah, die bereits im dritten Jahr mitmachte. Spannend fand sie es nach wie vor, „weil immer etwas anderes dabei ist“.

Waren im letzten Jahr beim Bronzegießen Gürtelschnallen entstanden und beim Ledern die passenden Gürtel dazu, wurden heuer Glücksschweinchen oder –pferdchen nach alten Vorbildern gegossen und statt eines Gürtels kleine Ledertaschen gefertigt. Und anstelle von „Schreiben und Wippdrechseln gibt es diesmal Kupfertreiben und Drucken“, klärte sie auf, während sie ihr bronzenes Pferd im Schraubstock befestigte um ihm den letzten Schliff zu verpassen. Hoch konzentriert hatten die drei Jungen und drei Mädchen der Gruppe zuvor ihre Modelle in Formsand gebettet, säuberlich die Kanäle für Luft und flüssige Bronze gelegt und ihren Gruppenleiter Armin Littschwager aus sicherer Entfernung beim Einfüllen des dampfend heißen Metalls beobachtet. „Bronze ist zwar hart, aber Eisen ist härter“, wies er seine Schützlinge darauf hin, dass es so einem Bronzeschwein nicht gut bekomme, „wenn es zwischen die harten Eisenbacken des Schraubstockes geklemmt wird“. Also galt es den Glücksbringer an einem der abzusägenden überflüssigen Teile einzuspannen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wie die elfjährige Sophie feststellen musste. Nach einigem hin und her probieren sägte aber auch sie munter vor sich hin. Tipps zum richtigen Umgang mit den Werkzeugen lieferte Littschwager, der ebenso geduldig die vielen Fragen der Junghandwerker beantwortete. Zur gleichen Zeit wurden in der „Lederabteilung“ fleißig Löcher vorgestanzt, Lederteile erst geklebt und dann mit dicken, stabilen Nadeln angenäht, Knöpfe befestigt und die Fadennähte mit einem großen Holzhammer flach geklopft. Zum Schluss wurden hübsche kleine Muster auf die Laschen punziert. Lautstark drang wildes Gehämmer von den gleich nebenan werkelnden Kupfertreibern herüber, die aus flachen Kupferscheiben wohlgeformte Schälchen fertigten. Kupfertreiben habe ihm „am meisten Spaß gemacht“, meinte der zehnjährige Alexander, der nun an seinem Bronzeschwein feilt, um ihm die nötige Standfestigkeit zu verpassen. Julian dagegen fand das Gießen „ganz gut“, war sich aber sicher, dass das noch bevorstehende Bogenschießen „am besten sein wird“. An insgesamt fünf Tagen durchwanderten die Gruppen für jeweils drei Stunden die Stationen Drucken, Bronzegießen, Ledern, Kupfertreiben, Bogenschießen – und auch Kochen für das gemeinsame Mittagessen, das in großen Kesseln im Freien zubereitet wurde. Warum die Handwerkerwoche „zum ersten Mal nicht ausgebucht ist“, kann Littschwager nur vermuten. Möglicherweise sei es in dem inzwischen riesigen Angebot untergegangen. Die, die da waren, hatten jedenfalls eine spannende, spaßige, lehrreiche Zeit und konnten jeden Tag ihre ganz persönlichen Souvenirs mit nach Hause nehmen.

Auch interessant

Meistgelesen

Feiern verbindet
Feiern verbindet
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare