Klagen kommen bei Bürgerversammlung nur zu fehlenden KiTa-Plätzen und Wasser

Es läuft rund in Buchenberg

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Toni Barth (re.) neben Gerhard Redmann vom Energieteam Buchenberg und interessierten Buchenbergern, die sich auf der Bürgerversammlung über die Solaroffensive informieren konnten.

Buchenberg – Auf seinem bebilderten Dorfrundgang und einem Rück- und Vorausblick auf den Haushalt sowie auf diverse Projekte zeigt sich Bürgermeister Toni Barth zufrieden über seine aktive und engagierte Gemeinde.

Der Dorfrundgang beginnt mit der Sanierung der Grund- und Mittelschule, bei der noch weitere Arbeiten ausstehen. Außerdem steht wie vielerorts auch hier die schwierige Frage nach der digitalen Ausrichtung im Raum. Während der Pumptrack des LEADER-geförderten Panorama Bike Parks in Eschach nahezu fertig ist, wird der Trail über die Skipiste noch gebaut, genauso wie der Rad- und Wanderweg nach Ahegg – Einweihung bzw. Fertigstellung sind im Herbst. Im Baugebiet Römerstraße sind alle Bauplätze vergeben, eine wachsende Gemeinde bedeutet aktuell einen Engpass an Kindergartenplätzen.

Als schwabenweites Vorzeigeprojekt beschreibt Barth die neue Dorfmitte. 2019 wird es kein Rock-the-King-Konzert geben, das 2018 reibungslos ablief und sogar von zuvor kritischen Bürgern positiv gesehen worden war. Hier sorgt auch eine geforderte Bauleitplanung für Hindernisse. 

Der Haushalt

Toni Barth stellte einen ausgeglichenen Haushalt mit stetig sinkenden Schulden vor. Die Einkommensteuerbeteiligung stellt mit 2,8 Millionen Euro die größte Einnahmequelle, es folgen die Schlüsselzuweisungen mit 1,2 Millionen Euro, die Gewerbesteuer mit 850.000 Euro und die Grundsteuer über 566.000 Euro. Die Kreisumlage mit 1,8 Millionen Euro ist die höchste Ausgabe, gefolgt von der Zuführung zum Vermögenshaushalt mit 1,5 Millionen Euro, den Personalkosten über 1,4 Millionen Euro und der Kinderbetreuung mit 900.000 Euro. In der Haushaltsplanung für 2019/20 steht unter anderen die Gestaltung der Ortsmitte, zudem der Wanderwegbau nach Ahegg, der Breitbandausbau und die Sanierung von Schule und Bücherei. Der Bauhofneubau würde nach endgültigem Beschluss einen großen Posten betragen. Insgesamt hat die Ortsgestaltung in den letzten elf Jahren die meisten Ausgaben gefordert, gefolgt von Baugebieten, Straßenbau sowie Schule, Bücherei und Kindergarten. 

Anstehende Projekte

Als dringend bezeichnet Barth die Bauhofsanierung: „Die Gebäude sind marode, der Bauhof muss raus aus den Wohngebieten und das Personal braucht bessere Arbeitsbedingungen.“ Am Ortsausgang West soll der neue Bauhof entstehen. Für die aktuell in der Diskussion stehende Neugestaltung des Dorfplatzes in Kreuzthal sind Anträge für Fördermittel gestellt und der Breitbandausbau läuft zwar bereits – wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis 2020 sind hierfür 2,1 Millionen Euro von der Gemeinde verplant, weitere 1,7 Millionen Euro übernimmt der Staat Bayern. Straßen und Wege bleiben ein großes Thema. Zu den Bestrebungen im Klimaschutz startete kürzlich die Solaroffensive „Check dein Dach“. Das Energieteam Buchenberg fordert die Bürger auf, sich zu informieren, was auf ihren Hausdächern an Solartechnik möglich ist. Nicht zu vergessen sind der Artenschutz und die Blumenwiesen: „Wir sind und bleiben aktiv, und das nicht nur durch das Volksbegehren“, sagt Barth. Es seien unter anderem Naturschutzarbeiten, neue Flächen für Blühwiesen ausgewiesen, bestehende Wiesen sollen später gemäht werden. 

Rückblick auf das letzte Jahr

Der Rückblick startete mit den Wetterkapriolen und deren Auswirkungen. Ein großes Problem war in und nach dem heißen Sommer 2018 die Wasserversorgung in den Außenbereichen von Buchenberg gewesen. Die dort trockengelaufenen Quellen hatte eine Wasserentnahmestelle am Bauhof ersetzt, die sehr gut funktioniert, den „Schöpfern“ jedoch viel Mühe gekostet hatte. Aktuell läuft eine Kartierung zur Nutzbarkeit aller bestehenden Quellen auf dem Gemeindegebiet. „Wir müssen breit Ausschau halten nach Lösungswegen“, betonte Barth. Das Thema bringe viele verschiedene Meinungen auf. Auch ein Anschluss an das Fernwassernetz werde nicht ausgeschlossen. Die enormen Schneemengen des vergangenen Winters waren das gegenteilige Extrem. Dazu berichtete Barth allerdings positiv – von dem absolut zuverlässigen und hervorragenden Schneedienst des Bauhofpersonals – und bedankte sich unter Beifall der Zuhörer. Erfolge gefeiert hatte die Gemeinde bei der wiederholten Verleihung des „European Energy Award“ sowie mit David Mach, der Junioren-Weltmeister in der Nordischen Kombination wurde. 

Ausblick

Eine Bürgerfrage gab es zu fehlenden Kindergartenplätzen. Barth verwies auf die Bemühungen der Gemeinde um neues Kitapersonal und größere Gruppen. Noch einmal kam das Thema Wasserversorgung auf: Die Trinkwasserverordnung des Bundes verlange von den Quellbesitzern in den Außenbereichen umfangreiche und sehr kostspielige Wasseruntersuchungen, die das Wasser auch nicht besser oder schlechter machten. Auf die Frage, ob man diese Untersuchungen einschränken könne, konnte Barth nicht mehr als Verständnis zeigen. Die durchaus übertriebenen Wasserprüfungen hätten ihren Ursprung in Berlin und seien für Gesundheitsamt sowie für Gemeinden und Quellbesitzer wohl nicht zu umgehen. Wirkliche Klagen und Beschwerden gab es keine „auf der Sonnenterasse des Allgäus“, die an diesem Abend aber auch im Dauerregen versank, so dass die Bürgerversammlung in netter Unterhaltung der zufriedenen Buchenberger endete.

Anette Mayr

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