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Vergewaltigung im Gefängnis

Landgericht Kempten klagt zwei Männer an

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Kempten – Wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Nötigung mussten sich letzten Donnerstag zwei türkischstämmige Männer (25 und 38) vor dem Landgericht Kempten verantworten.

Die beiden Angeklagten sollen ihr Opfer (37) unter Gewaltanwendung und Drohungen gefügig gemacht haben. Offenbar vergewaltigten die beiden Angeklagten ihr Opfer mit verschiedenen Gegenständen, erniedrigten und malträtierten den Mann mit Schlägen gegen Kopf und Beine. Der Ältere (38) der beiden Beklagten soll so weit gegangen sein, dass er den Geschädigten wie einen Sklaven behandelt habe, der ihm zu Diensten sein musste. Am Ende der Verhandlung legte der Jüngere (25) ein Geständnis ab und bekam eine Gesamtstrafe von sechs Jahren. 

Für den Haupttäter (38), der bisher nicht gestanden hat, erging direkt im Gerichtssaal Haftbefehl, da er sich bis zum Verhandlungsbeginn auf der Flucht befunden hatte. Für ihn geht heute der Prozess weiter. Das Opfer und die Täter saßen vor etwa zwei Jahren zusammen in der Justizvollzugsanstalt Kempten (JVA) ein. Während dieser Zeit soll es immer wieder zu tätlichen Übergriffen gekommen sein, um ihn gefügig zu machen, so das Opfer. Er musste für den 38-Jährigen die Zelle putzen, Geschirr spülen, die Toilette reinigen und Zigaretten drehen. Anfangs seien es Gefälligkeitsdienste gewesen, als er sich weigerte, sei er von dem 25-Jährigen gegen Kopf und Beine geschlagen worden und der Ältere hätte ihm weitere Schläge angedroht. 

Die Misshandlungen, so der Geschädigte, nahmen immer weiter zu. In der Dusche sei er von dem 38-Jährigen anuriniert worden, er hätte sich mit dessen Exkrementen das Gesicht einreiben müssen und sei dann verspottet worden. Mehrmals sei er in seiner Zelle von den beiden Angeklagten mit verschiedenen Gegenständen vergewaltigt worden. Aus ständiger Angst vor weiteren Quälereien hatte er keinen Widerstand entgegengesetzt und machte auch keine Meldung bei den JVA-Beamten. „Ich wollte nur noch meinen Frieden haben“, so das Opfer. In der gemeinsam besuchten Gefängnisschule gingen die körperlichen, mit Schmerzen verbundenen Angriffe durch den Älteren der beiden Beklagten weiter. Er wurde von ihm mit Büchern an den Kopf beworfen und in sein linkes Ohr wurde eine Heftklammer getackert, schilderte der Geschädigte: „Ich habe die Hölle durchgemacht.“ Hinweis mit der Post Durch einen Brief, der wie alle andere Post der Gefangenen in der Poststelle der JVA gelesen wurde, kam der Stein ins Rollen. Die Gefängnisleitung erfuhr von den Misshandlungen und leitete eine Untersuchung ein. 

Zu der Verhandlung vor dem Landgericht Kempten erschienen die beiden Angeklagten mit ihren Verteidigern und es waren vier Zeugen vorgeladen. „Das Opfer sei ein Leibeigener des 38-Jährigen gewesen“, so einer der Zeugen. Die beiden Angeklagten äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Bei früheren Vernehmungen wurde auf 20 Seiten die Schilderungen des Opfers zu Tätlichkeiten und Übergriffen festgehalten. Bei der Befragung durch einen der Verteidiger verwickelte sich der Geschädigte nun in Widersprüche. 

Demnach sei der 25-jährige Angeklagte laut Vernehmungsprotokoll nicht aktiv an der Vergewaltigung beteiligt gewesen, was nun aber durch das Opfer anders dargestellt wurde. Der Verteidiger des 25-Jährigen beantragte deshalb die Vorladung weiterer Zeugen, um die Glaubwürdigkeit des Opfers in Frage zu stellen. Bei einem Rechtsgespräch zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht kam es zu einer Verständigung für beide Angeklagten. Der 25-Jährige bekannte sich daraufhin schuldig zum Anklagepunkt Körperverletzung. Die Vorwürfe der aktiven Beteiligung an der Vergewaltigung wies er aber zurück, „er habe nur zugesehen“. 

Er wurde wegen gefährlichen Körperverletzung in drei Fällen und der Beihilfe zur Vergewaltigung in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren verurteilt, in dem Urteil ist eine bereits bestehende Strafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen anderer Delikte aus dem Jahr 2017 mit enthalten. „Es ist eine sehr milde Strafe“, so der Richter. Ohne Geständnis wäre das Urteil anders ausgefallen, denn „wir glauben dem Opfer“. Der 38-jährige Beklagte nahm die im Rahmen der Verständigung angebotene Strafe zwischen drei Jahren, neun Monaten und vier Jahren, sechs Monaten nicht an. Er muss sich nun in einem weiteren Prozess am heutigen Mittwoch gegen die gegen ihn erhobenen wesentlich zahlreicheren Anklagepunkte verantworten. Aufgrund des Haftbefehls wurde er direkt nach der Verhandlung festgenommen. 

Christine Reder

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