"Wir geben Dich frei"

Landrätin Indra Baier-Müller offiziell von der Diakonie "entpflichtet"

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„Wir müssen Dich schweren Herzens loslassen und wünschen Dir aus vollem Herzen Gottes Segen für Deine neuen Aufgaben“, meinte Dekan Jörg Dittmar im Rahmen der Entpflichtung zu Indra Baier-Müller. Gemäß der Pandemie-Vorschriften fand die Zeremonie mit Abstand statt.

Kempten – „Was liegen geblieben ist, darf liegenbleiben; was gelungen ist – Du darfst stolz sein und Gott dafür danken; was Du nicht vollenden konntest, darfst Du in andere Hände abgeben“ – mit diesen Worten entpflichtete Dekan Jörg Dittmar Landrätin Indra Baier-Müller von ihren Aufgaben als Diakonie-Chefin.

„Wir geben Dich frei für neue Aufgaben, die Du schon längst begonnen hast.“ Im Rahmen eines Gottesdienstes nahm das Diakonische Werk Kempten Allgäu jetzt offiziell Abschied, nachdem das bisher aufgrund der Pandemie noch nicht möglich war. Auch auf einen Empfang wurde verzichtet. 

Nichtsdestotrotz gab es in der St. Mang-Kirche zum Abschied viel Applaus für Indra Baier-Müller als Dank für ihre diakonische Arbeit. Dennoch waren in dem Gottesdienst, der von Frank Müller (Orgel) und Kristof Büsing (Saxophon) musikalisch begleitet wurde, sehr wohl die Spuren der einstigen Diakonie-Chefin und langjährigen Wegbegleiterin zu spüren. Dittmar hob die Symbiose aus Christentum und diakonischem Handeln hervor. Diakoniker bräuchten Weisheit, den Geist der Liebe und den Heiligen Geist.

 „Ohne ein Gefühl von Gerechtigkeit für die uns anvertrauten Menschen geht das nicht.“ Es brauche den Blick für das, was nötig ist. Verwaltungsratsvorsitzender Professor Dr. Robert Schmidt ließ die Stationen und das Engagement von Indra Baier-Müller Revue passieren, nannte ihr zusätzliches Masterstudium „Management im Sozial- und Gesundheitswesen“, die vielen Termine in Arbeitskreisen und Arbeitsgemeinschaften – auch weit über Kempten hinaus. „Frau Baier-Müller hat einen klaren Blick für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.“ Beispielhaft nannte er die Bewältigung des Flüchtlingssturms ab 2015 und in letzter Zeit ihren Blick auf die wachsende Zahl der Obdachlosen in Kempten. Kompetenz, Weitblick und viel Herzblut bescheinigte ihr auch Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Für Kempten sei die Diakonie ein unverzichtbarer Partner in vielen wichtigen Aufgaben. Immer sei der Mensch die zentrale Richtschnur des Handelns. Er freute sich auf die neue Zusammenarbeit mit ihr als Landrätin. Überregionale Grüße gab es von den Regionalgeschäftsführern aus Schwaben, für die Stefan Gutermann, Vorstand der Diakonie Memmingen, sprach. Baier-Müller sei ob ihrer Kompetenz und ihres Wissen, Dinge voranzubringen, bei den Kollegen immer sehr gefragt gewesen. Für ihre neue Aufgabe wünschte Gutermann ihr: „Durchhaltevermögen, eine robuste Gesundheit, ein dickes Fell und Gottes Segen!“ 

Ein großes Dankeschön hatte Indra Baier-Müller in ihrem Schlusswort für ihre Mitarbeiter und Wegbegleiter. Es habe sich jetzt in der Krise wie auch seinerzeit in der Flüchtlingswelle gezeigt: „Wenn es drauf ankommt, im Krisenmodus halten wir fest zusammen.“ Dann zeige die Diakonie mehr noch als in normalen Zeiten ihr wahres Gesicht, sei sie für die Menschen da. Für die Zukunft der Diakonie wünschte sie sich, dass man in der Führungsebene auch künftig Mut zu Entscheidungen habe, die am Menschen orientiert seien–und nicht nur am finanziellen Limit.“ Und: „Mit 85 Prozent ist die Diakonie zutiefst weiblich. Dies sollte sich auch in den Aufsichtsgremien in der ersten Führungsebene widerspiegeln.“ 

Mori

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