Seit Jahrzehnten im Einsatz für andere

Landrat Anton Klotz überreicht Bundesverdienstmedaille und Ehrenzeichen

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Landrat Anton Klotz (v.l.) mit den acht geehrten Oberallgäuerinnen und Oberallgäuern: ­Brigitte Römpp, Irene Knoch, Mathilde Schulze, Helmut Fichtweiler, Claus Schulze, Dietmar Burger, ­Katharina Zinth und Johann Moosbrugger.

Oberallgäu – Im Rahmen einer Feierstunde im Landratsamt Oberallgäu zeichnete Landrat Anton Klotz mehrere Bürgerinnen und Bürger für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz aus. Die Tätigkeitsbereiche der engagierten Oberallgäuerinnen und Oberallgäuer reichen von außergewöhnlicher Mitarbeit in Vereinen, Einrichtungen und Dorfgemeinschaften bis hin zur Organisation internationalen Hilfsprojekte. Brigitte Römpp aus Haldenwang wurde mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet, sieben weitere Bürgerinnen und Bürger mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzten, so skizzierte Landrat Klotz die Bedeutung freiwilligen Engagements, schafften ein großes soziales Netzwerk und leisteten einen wesentlichen Beitrag zu einem menschlichen, wertebewussten Miteinander in der Gesellschaft. „Überall finden wir gelebte Selbstverantwortung. Diese lebendige Vielfalt ist Ausdruck für eine große Bereitschaft in unserer Gesellschaft, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an seine Mitmenschen.“ Rund 70.000 Menschen im Landkreis Oberallgäu, mithin zwei Drittel der Landkreisbürger, seien in der einen oder anderen Form ehrenamtlich tätig, so Klotz. „Ich bin dankbar, dass es bei uns so viel Bürgersinn gibt.“

Diese „ganz besondere Einstellung“ habe in außergewöhnlichem Maß Brigitte Römpp aus Haldenwang gezeigt, so Landrat Klotz in seiner Würdigung. Vor knapp 20 Jahren gründete sie den Verein „Mdantsane – Kinderhilfe Südafrika“, der sich um Kinder aus ärmsten Familien kümmert und sie mit Nahrung und Körperpflege versorgt, ihnen aber auch Zugang zu Schulbildung ermöglicht.

Bereits mehr als 20 Jahre betreut die Tschernobyl-Hilfe Kinder aus der Region Svetlogorsk. Hier ist Römpp besonders engagiert. Jedes Jahr lädt der Verein rund 20 Kinder aus den von der Reaktorkatastrophe betroffenenen Regionen ein zu Erholungsaufenthalten im Allgäu. Die meisten der Kinder haben gesundheitliche Schäden erlitten. Bisher konnten etwa 400 Kindern auf diese Weise ein Erholungsaufenthalt von mehreren Wochen ermöglicht werden. Anfangs konnte der Verein humanitäre Hilfe in Weißrussland leisten und Medikamente und Krankenhauseinrichtung ins Land bringen. Mittlerweile konzentriere sich die Arbeit der Tschernobyl-Hilfe auf die Ukraine, da hier die Verwendung der Spendengelder „kontrolliert“ werden könne, wie Römpp betont. Vor Ort kann sie sich vom Gesundheitszustand der betreuten Kinder überzeugen und von der Verwendung der Mittel. Jetzt soll ein Sozialzentrum aufgebaut werden, um auch die zunehmende Zahl der Straßenkinder betreuen zu können.

Klotz: „Du bist eine hartnäckige Frau, der keine Strapaze zu viel, keine Reise zu gefährlich.“ Römpps ehrenamtliches Engagement bedeute für sie, nicht nur „milde Gaben zu verteilen“, sondern den Menschen mit ihrem Einsatz auch Respekt und Würde zugeben. „Ein herzliches Vergelt‘s Gott für Deinen jahrelangen und unermüdlichen Einsatz!“, sagte der Landrat, als er der Haldenwangerin die Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verlieh.

Des Weiteren wurden sieben Bürgerinnen und Bürger aus dem Oberallgäu im Rahmen der Feierstunde mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Menschen ausgezeichnet. „Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft und Gemeinschaftssinn – das sind Tugenden und Werte, die unsere Gesellschaft fördern und unterstützen muss“, unterstrich Klotz. „Denn all dies vielfältige Engagement stärkt den Zusammenhalt in unserer Region.“

Und den Zusammenhalt fördert zum Beispiel der „Dorfmensch“ Dietmar Burger aus Sulzberg, der mit dem Ehrenzeichen ausgezeichnet wurde. „Sie haben ein Gespür für die Befindlichkeiten der Dorfbewohner und eine natürliche Begabung, andere zu begeistern und zu führen“, sagte Landrat Klotz. Seit 1994 war er 18 Jahre lang Erster Vorstand der Musikkapelle Moosbach, engagierte sich bei der Jugendförderung der Musikkapellen Moosbach und Ottacker, regte neue Veranstaltungen an und etablierte die Standkonzerte. Burgers Engagement geht über die Musik hinaus: Er ist aktiv beim TSV Moosbach, im Soldaten- und im Schützenverein.

Ein überaus vielfältiges Engagement kennzeichnet auch Helmut Fichtweiler aus Waltenhofen. In mehreren Vereinen setzt er sich für seine Heimatgemeinde und die Menschen ein: Feuerwehr, Familienbeauftragter, Naturschutzwacht, Krieger- und Soldatenkameradschaft, Betreuung von Asylbewerbern, nicht zuletzt auch im „Waltenhofener Bürgerfonds“. Fichtweiler setze sich in außerordentlichem Maß für seine Heimatgemeinde ein, lautete die Würdigung. Sogar eine kleine Alphornbläsergruppe hat er mitbegründet und lange geleitet.

Seit über 35 Jahren engagiert sich Irene Knoch aus Waltenhofen beim ASV Martinszell und seit einigen Jahren auch beim Helferkreis Asyl in Waltenhofen. Im Jahr 1980 ist Irene Knoch als Übungsleiterin tätig, zunächst beim ASV Hegge. Später übernahm sie die Senioren- und Damengymnastik – und bis heute trainiert sie montags die Senioren, mittwochs die Damen. Von Anfang an dabei ist Knoch beim Helferkreis Asyl, wo sie Dank ihrer guten Englischkenntnisse wertvolle Arbeit leisten kann, etwa bei der Begleitung zu Behörden oder Arztterminen.

Johann Moosbrugger ist schon mehr als 55 Jahre beim Liederkranz Wiggensbach tätig. Als jüngster übernahm er mit 21 Jahren die Chorleitung. Zwischendurch singt er im gemischten Chor auch selbst mit, genauso wie im Chor der Chorleiter des Chorverbandes Schwaben. Bereits 1963 war Moosbrugger Gründungsmitglied der Wiggensbacher Jodlergruppe, die er von Anfang an mit dem Akkordeon begleitete.

Mathilde und Claus Schulze gründeten vor 20 Jahren die Pfarrbücherei in Martinszell, die sie seitdem auch leiten. Als Claus Schulze die Leitung des VdK-Ortsverbandes übernahm, wurde seine Gattin Mathilde Kassiererin. Sie unterstützt in nach Kräften in der Vereinsarbeit, bei seiner Tätigkeit als Senioren- und Behindertenbeauftragter der Gemeinde, organisiert Ausflugsfahrten, Feiern und vieles mehr. Claus Schulze ist seit 18 Jahren beim VdK Martinzell-Waltenhofen aktiv und seit 14 Jahren auch im Kreisverband des VdK. Schulze führte den Seniorenbus ein, den er zusammen mit weiteren Senioren auch fährt. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Arbeit des VdK, wo er auch den ehrenamtlichen Lotsendienst für den Kreisverband Oberallgäu übernimmt.

Katharina Zinth ist mit großem Engagement beim Heimatgeschichtlichen Verein Buchenberg aktiv und hat die Entwicklung des Vereins maßgeblich mitgestaltet. Mit großem Erfolg gelingt es ihr, neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen und zur Mitarbeit zu ermuntern. Der Verein hat inzwischen über 200 Mitglieder. Seit einigen Jahren betreut Zinth auch den Garten am Heimatmuseum, der oft als Kulisse für Hochzeitsfotos gewählt wird. Ob Blenderfest oder Neujahrsempfang, für viele „kleine“ Ehrenamtstätigkeiten ist sie schnell gewonnen. „Sie sind deshalb aus der Ehrenamtslandschaft in Buchenberg nicht wegzudenken!“, lobte Klotz das vielfältige Engagement.

Josef Gutsmiedl

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