Zu viele Störungen

Neue Rückzugsmöglichkeit

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Für richtiges Verhalten rund um die neue Insel im Stadtweiher als Brutplatz wirbt jetzt ein Schild. Im Bild Roland Sauter (v.l.) vom Umweltamt, Thomas Blodau, Vorsitzender des LBV Kempten-Oberallgäu und Uwe Gail, Leiter des Betriebshofes, beim Anbringen des Schildes.

Kempten – Zu viele Störungen nannte Thomas Blodau, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Kempten-Oberallgäu, als Grund, dass am Kemptener Stadtweiher „die letzten Jahre relativ wenig bis gar keine Jungvögel mehr hochgezogen wurden“.

Das soll wieder anders werden. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt eine ehemalige Sandbank durch ausbaggern eines 70 Zentimeter tiefen und drei Meter breiten Streifens beim Einlauf Wildmoosbach vom „Festland“ abgetrennt. Noch bevor der frisch geschaffene Insel-Brutplatz Ende letzter Woche sozusagen offiziell in Betrieb genommen wurde, hatte schon das erste Schwanenpaar die Qualität der neuen Ruhezone für sich entdeckt und mit dem Nestbau begonnen. Neugierig begutachtend glitt einer der Schwäne im Wasser vorbei, als ein entsprechendes Hinweisschild am Wegesrand aufgestellt wurde. 

Dass darauf unter anderem darum gebeten wird, auf das Füttern der Tiere zu verzichten liegt daran, dass das Füttern „verheerend für die Vögel wie für die Wasserqualität ist“ und die Tiere „durch die einseitige Ernährung auch verfetten“, erklärte Blodau. Dass Hunde hier an die Leine gehören, findet auf dem Schild ebenfalls Erwähnung, auch wenn sich „Hundebesitzer zu 90 Prozent nicht an die Leinenpflicht halten“, bedauerte er. Mit der LBV-Jugend sollen im Sommer außerdem noch ein paar Sträucher als Schutz gepflanzt werden. 

Gute Zusammenarbeit 

 Über den hier „mit wenig Aufwand“ entstandenen Wasservogelbrut- und Rastplatz freute sich auch Betriebshofleiter Uwe Gail, der sich noch gut an die allerdings dafür nur bedingt geeigneten Flosse auf dem Stadtweiher erinnerte, die in den 1970er Jahren als Brutstätten gedient hätten. Der LBV sei auf das Amt für Umweltschutz zugekommen und die Gelegenheit habe sich gerade angeboten, „hier eine Landzunge abzutrennen“, betonte er die insgesamt enge und gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Vogelschützern. Ob sich neben den Höckerschwänen auch noch am Kemptener Stadtweiher beheimateten Blesshühner für den neuen Brutplatz entscheiden, bleibt zunächst abzuwarten. 

Für ausreichend Zweige zum Nestbau habe jedenfalls ein Biber bereits gesorgt, wie Roland Sauter vom Kemptener Umweltamt anmerkte. Laut Blodau ist angedacht, „dass der Betriebshof solche Schilder auch noch an anderen Weihern anbringt“ und dort ebenfalls bessere Rückzugsmöglichkeiten für die Wasservögel geschaffen werden. Christine Tröger

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