"Lang gehegter Wunsch"

Auch wenn Nikola Stadelmann den künstlerischen „Chefsessel“ des Theater in Kempten (TiK) erst mit der nächsten Spielzeit besetzen wird, laufen die Vorbereitungen für 2010/2011 bereits auf Hochtouren. Die Erfüllung eines von ihr „lang gehegten Wunsches“ konnte sie vergangene Woche der Presse präsentieren: Unter dem Motto „Die Welt ist (d)eine Bühne“ werden die „1. Schultheatertage“ vom 6. bis 10. Juni 2011 stattfinden.

Zusammen mit Thomas Baier-Regnery, Leiter des neu geschaffenen Amtes für Jugendarbeit, hatte sie das Projekt auf den Weg gebracht und in Heidi Netzer, Ehefrau von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), eine engagierte Schirmherrin gewinnen können. Das Festival soll allen Schulen, unabhängig von bereits existierenden Theater AGs oder Theatergruppen, und Jugendinstitutionen aus Kempten und der Region Raum bieten, ihre Inszenierungen und Projekte in der professionellen Umgebung des TiK der Öffentlichkeit vorzustellen. Begleitend soll ein theaterpädagogisches Programm für die Kinder und Jugendlichen sowie Lehrer und Gruppenleiter angeboten werden, mit reichlich Gelegenheit zum Experimentieren. Die Möglichkeit, der „kognitiven Dominanz einen kreativen Baustein entgegenzusetzen“, hatte die Schirmherrin überzeugt. Als Lehrerin sehe sie, „wie schwierig Kultur im Unterricht unterzubringen ist“. Wenn ein Kind in die Schule komme, habe es laut Statistik „null Schulstunden, aber dreitausend Stunden vor dem Bildschirm hinter sich“, erklärte sie. Dass diese Überflutung an Eindrücken keine Spuren hinterlasse, sei kaum vorstellbar, freute sie sich über das Kontrastprogramm der Schultheatertage. Das erste Motto „Die Welt ist (d)eine Bühne“ soll zudem zeigen, „dass hier auch Erfahrungen fürs Leben geschöpft werden können“, hob Baier-Regnery einen weiteren Pluspunkt des Projektes hervor, bei dem – pädagogischer Ansatz hin oder her – es nicht zuletzt um Spaß und Freude am Theater gehe. Dass es dabei, wie beim Profitheater auch, nicht nur um die Leute gehe, die auf der Bühne stehen, machte Stadelmann klar. Es sei ebenso „eine Chance für Kinder“, die sich lieber als Bühnenbildner, Techniker oder in einer der vielen Möglichkeiten hinter der Bühne einbringen wollten. Der Rahmen für ein großes Projekt in der von Stadelmann verstärkt anvisierten Kinder- und Jugendarbeit des TiK ist hier gegeben. Nun sind die Schulen und Jugendverbände gefragt, sich aktiv einzuklinken. Dass die Schultheatertage ohne deren Kooperation und Engagement nicht funktionieren können, ist den drei optimistischen Initiatoren bewusst. Aber „in den Schulen schlummert ein unglaubliches Potential“, ist sich die Schirmherrin sicher. Weitere Infos dazu gibt es auch im Internet unter www.schultheatertage-kempten.de.

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