Langgehegter Traum vom Dorfplatz

Die Marktgemeinde Dietmannsried gibt Planungsentwürfe in Auftrag

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Wie kann das Gelände zwischen Rathaus, Apotheke, Bäckerei, Kirche, Seniorenheim Pfarrsaal und Pfarrbüro künftig aussehen? Am jetzigen Standort des Pfarrsaales (links im Bild) könnte der neue Dorfplatz entstehen

Dietmannsried – Der Wunsch nach einem schönen, zentralen Dorfplatz stand in Dietmannsried in den letzten 20 Jahren immer wieder auf der Agenda – bislang ohne Resultat. Doch jetzt nimmt das Thema wieder Fahrt auf. Dank der Teilnahme der Kommune am interkommunalen Entwicklungskonzept zur Städtebauförderung kann mit staatlichen Zuschüssen für eine Ortskernsanierung gerechnet werden.

Diese Chance will man nutzen. Jetzt sollen fünf Planungsbüros Vorschläge zur Umgestaltung des Areals zwischen Kirche, Bäckerei, Apotheke, Rathaus und Pfarrhaus erarbeiten. Möglicherweise wird im Zuge dessen der Pfarrsaal einen neuen Standort erhalten. 

Seit 2017 fanden bereits Voruntersuchungen sowie mehrere sogenannte Dorfwerkstätten zu der Frage statt: „Wo kann es in Dietmannsried eine Ortsmitte geben und wie kann diese künftig aussehen?“ Nun sollen die fünf Planungsbüros konkrete Gestaltungsvorschläge zur Schaffung eines zentralen Dorfplatzes mit Aufenthaltsqualität bei gleichzeitiger Verbesserung der Verkehrs- und Parkplatzsituation im Planungsgebiet liefern. „Die Voruntersuchungen haben ergeben, dass es vermutlich sinnvoll wäre, den Pfarrsaal mit Kolpingheim abzureißen, um so eine neue Ortsmitte zu schaffen“, erklärte Bürgermeister Werner Endres, als er die Thematik bei der jüngsten Marktgemeinderatssitzung vorstellte. 

Das Gebäude, das von der Kolpingfamilie, der Katholischen Landjugend, der Jugendleiterrunde, den Ministranten u.a. genutzt wird, müsse ohnehin energetisch saniert werden. Zudem sei die Bausubstanz „nicht mehr die beste“. Sowohl das Gebäude, als auch ein Teil des Grundstücks, auf dem der Dorfplatz entstehen könnte, sind Eigentum der katholischen Pfarrpfründestiftung. Endres betonte, man wolle in enger Abstimmung mit der Kirchenverwaltung und der Bischöflichen Finanzkammer versuchen, einen guten Konsens zu erreichen. Denkbar wäre beispielsweise ein Neubau des Pfarrsaals östlich des jetzigen Standortes, am Hang beim Pfarrhaus. Die Lage fernab des Hauptverkehrs sowie das Gelände böten gute Möglichkeiten, so Endres. Dank der Gestaltungsvorschläge werde man erfahren, was alles möglich ist. 

Das Prozedere sieht vor, die fertigen Entwürfe (Endres: „Wenn die bis Ende September vorliegen, wäre es gut“) zunächst von einem Beurteilungsgremium bewerten zu lassen. Dieses wird sich aus fünf Fachleuten, dem Bürgermeister, drei Mitgliedern des Gemeinderates, sowie Sachverständigen von Kirche und Denkmalschutz zusammensetzen. „Weder aus den Planungsentwürfen, noch aus der Vorauswahl des Gremiums entsteht eine Realisierungsverpflichtung“, erklärte der Rathauschef. Alle Entwürfe würden im Marktgemeinderat beraten und auch der Bevölkerung vorgestellt. 

Türöffner der gesamten Maß- nahme ist die Städtebauförderung. Hieraus steht der Gemeinde ein Zuschuss in Höhe von 60 Prozent von der Regierung von Schwaben in Aussicht. Allein die Kosten für den jetzigen Planungswettbewerb sind mit rund 119.000 Euro angesetzt (jedes der Planungsbüros erhält für seine Arbeit 11.000 Euro). Auch hiervon trägt die Regierung von Schwaben 60 Prozent, der geschätzte Eigenanteil der Marktgemeinde liegt bei 47.713,05 Euro. 

Wie die Kostenverteilung zwischen Gemeinde und Kirche im Fall der Realisierung aussehen könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig ungeklärt. „So weit sind wir noch gar nicht“, so Endres. Otto Schmid, zweiter Bürgermeister der Marktgemeinde Dietmannsried sagte, er sehe in dem Projekt „die Chance, einen großen Wurf zu landen.“ Obwohl ihn der Verlust des traditionellen Gebäudes auch schmerze, habe eine Verlegung des Pfarrsaales viele Vorteile. Gemeinderat Wolfgang Kreuzer sprach gar von einem „geschichtsträchtigen Moment“.

Sabine Stodal

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