Die Luft ist rein 

Lastenradförderung soll verlängert werden 

Lastenfahrrad vor einem Haus
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In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Klimaschutzbeirat, dem Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz zu empfehlen, dass städtische Förderprogramm für Lastenfahrräder bis Ende 2021 zu verlängern und auszuweiten.

Kempten – In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Klimaschutzbeirat, dem Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz zu empfehlen, dass städtische Förderprogramm für Lastenfahrräder bis Ende 2021 zu verlängern und auszuweiten.

Der Ausschuss hatte im Herbst 2018 das städtische Klimaschutzmanagement beauftragt, „ein Förderprogramm für die Anschaffung von Lastenfahrrädern für Kemptener Gewerbetreibende, Unternehmen und Vereine zu entwickeln und umzusetzen“, wie Thomas Weiß vom Klimaschutzmanagement dem Beirat in Erinnerung rief. Das Ziel des Projekts sei, möglichst viele innerstädtische Lieferfahrten mit Lastenfahrrädern zu erledigen, um so das Abgasaufkommen zu verringern und den Parkplatzdruck zu mildern. Zur Enttäuschung der städtischen KlimaschutzmanagerInnen gingen 2019, im ersten Projektjahr, nur drei Förderanträge ein. Manches Unternehmen, das zunächst Interesse bekundet hatte, verfügte nicht über den nötigen Parkplatz für ein neues Transportfahrzeug oder fand kein Modell, das sich für die „betrieblich benötigten Zwecke“ geeignet hätte, berichtete Weiß.

Im zweiten Jahr nahm das Projekt dann Fahrt auf und konnte sich etablieren: 2020 seien bislang fünf Anträge eingegangen. Drei der Antragsteller hätten inzwischen ihren Förderbescheid sowie die Fördergelder erhalten; die beiden anderen bekamen „bis zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine Förderzusage“. Alle InteressentInnen hätten ausnahmslos Fördermittel für elektrisch betriebene Räder abgefragt. Die bisherigen Antragsteller gingen vielfältigen Berufen nach: Sie sind Arzt, Apotheker, Baugutachter, Schreiner, Heizungsbauer, Hebamme, Architekt oder Mediengestalter. In den letzten Monaten meldeten sich zunehmend auch Privatpersonen beim Klimaschutzmanagement, um sich zu erkundigen, ob die Stadt auch für sie eine Lastenradförderung „bereitstellen würde“. Die KlimaschutzmanagerInnen haben den Eindruck, dass „die Corona-Krise viele Menschen zum Umdenken, auch in Bezug auf das Thema motorisierte Mobilität, gebracht“ hat. Erfreut haben sie festgestellt, „dass kommunale Förderprogramme zeitlichen Vorlauf benötigen, um bekannt und genutzt zu werden“.

Angesichts des wachsenden Interesses an der umweltfreundlichen Transportmöglichkeit schlägt das Klimaschutzmanagement der Stadt vor, das Förderprogramm bis Ende 2021 zu verlängern „und den bisherigen Kreis der Antragsteller auf Privatpersonen auszuweiten“. Mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre soll das Programm zukünftig auf elektrisch betriebene Lastenräder beschränkt werden. Bei seinem Start im Frühling 2019 verfügte das Förderprogramm über eine finanzielle Ausstattung von 10.000 Euro. Für die künftige Finanzierung empfiehlt Weiß, die noch verbliebenen 2000 Euro für das kommenden Jahr als Haushaltsausgabereste einzuplanen und um 3500 Euro aufzustocken. Damit möglichst viele künftige Lastenradler von den begrenzten Mitteln profitieren können, soll das Fördergeld pro Transportfahrrad von 800 auf 500 Euro verringert werden. Der Klimaschutzbeirat entschied einstimmig, die Fortsetzung des Förderprojekts zu empfehlen. Die Beiratsvorsitzende Gerti Epple (Bündnis 90/Die Grünen) meinte: „Eine total tolle Idee!“ Und gab zu bedenken: „Was wir noch nicht haben, sind gut ausgebaute Fahrradstraßen, um sorglos und sicher voranzukommen.“

Antonia Knapp

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