Im Großen und Ganzen zufrieden

Laubens Bürgermeister Berthold Ziegler blickt positiv auf die Gemeindeentwicklung

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Bei der Bürgerversammlung gibt Bürgermeister Berthold Ziegler auch einen Ausblick auf anstehende Projekte 2020.

Lauben – Bis auf wenige Ausnahmen war es eine insgesamt harmonische Bürgerversammlung am vergangenen Dienstagabend im Gemeinschaftshaus Birkenmoos.

Bürgermeister Berthold Ziegler blickte in seinem Bericht überwiegend positiv auf die Gemeindeentwicklung zurück und gab einen Ausblick auf die kommende in 2020. 

Erstes Thema des Abends war die gemeindliche Wasserversorgung. Als Ersatz für die beiden bisherigen Wasserkammern solle ein Edelstahlbehälter für rund 1,2 Millionen Euro angeschafft werden, womit „das Thema auf lange Sicht gelöst ist“, so der Bürgermeister. Zusätzlich wolle die Gemeinde im Bedarfsfall die Wasserversorgung aus dem nahe gelegenen Seebach mitnutzen, um die Gemeinde autarker aufzustellen. „Bei den zuletzt geringen Niederschlägen mussten wir viel Wasser für teures Geld von Kempten beziehen“. Dies soll durch die neuen Maßnahmen in Zukunft vermieden werden. Es folgten inhaltlich die neuen Baugebiete „Rosenweg Ost“ (Tulpenweg) und „Am Drumlin“. 

Bei Ersterem sei die Gemeinde mit Kosten in Höhe von 940.000 Euro „günstig davongekommen“, wobei die Kosten für die Resterschließung noch nicht inbegriffen seien. Bei Letzterem äußerten manche Bürgerinnen und Bürger vorab Bedenken ob des erhöhten Verkehrsaufkommens. Ziegler bestätigte, dass sich das Verkehrsaufkommen durch die Neubebauung verdoppeln werde, jedoch noch immer die Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs möglich wäre, wie Verkehrsmessungen ergeben hätten. „Das zeigt, dass die Verkehrssituation weiterhin entspannt bleibt.“ Bezogen auf die allgemeine Neubebauung in der Gemeinde hatten den Bürgermeister vor der Bürgerversammlung kritische Stimmen erreicht, wonach Bauplätze zu großzügig ausgeschrieben würden. Ziegler entgegnete, dass über 20 Einheimische allein im Tulpenweg nicht zum Zuge gekommen seien. „Die Laubener sollen in Lauben bleiben können.“ Im Kindergarten der Kindertagesstätte St. Ulrich seien größere Sanierungsmaßnahmen notwendig, weshalb derzeit geprüft werde, ob eine Sanierung oder ein Neubau die optimalere Lösung sei. 

Des Weiteren seien die beiden Gruppen in der Kinderkrippe „knallvoll“. Eine Notgruppe werde als Zwischenlösung eingerichtet. Nächstes Jahr begeht die Gemeinde 800-jähriges Jubiläum. Mit einem Festakt am 19. Juni 2020 werden die Feierlichkeiten eröffnet und mit verschiedenen Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte gewürdigt. Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, alte Bilder und Erinnerungsstücke für eine geplante Ausstellung an die Gemeinde zu verleihen. Katharina Groß, Jugendpflegerin in Lauben und Sulzberg, berichtete von der Jugendarbeit. Zahlreiche Angebote wurden in 2019 organisiert, die zum Teil recht unterschiedlich frequentiert waren. Während der Bedarf an der Ferienbetreuung jedes Jahr weiter steige, sei der Jugendtag, bei dem sich viele Vereine und Gemeinderatsmitglieder einbrächten, wenig besucht. Das landkreisweite Bubble-Soccer-Turnier konnte aufgrund zu geringer Teilnehmerzahlen letztlich gar nicht stattfinden. Bürgermeister Ziegler lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Offenen Jugendarbeit und der Landjugend. 

Der Jugendtag sei indes „fast frustrierend“ gewesen. Er forderte die größtenteils älteren Besucher der Bürgerversammlung auf, ihre Kinder auch zu solchen Veranstaltungen zu schicken. In der Grundschule Lauben werde die Mittagsbetreuung aufgrund der hohen Nachfrage ab Januar 2020 von zwei auf drei Gruppen erweitert. Außerdem gebe es in der Schule bereits seit Anfang 2019 eine eigene Schulsozialarbeiterin, was zu einer weiteren Qualitätssteigerung beigetragen habe, so Ziegler. Neben der „zwingend notwendigen“ Sozialstiftung, die finanziell schwache Mitbürgerinnen und Mitbürger unterstütze, gibt es in der Gemeinde eine rein ehrenamtlich organisierte Nachbarschaftshilfe, die von Johann Wiesbeck aus dem Koordinations-Team vorgestellt wurde. „Es ist wichtig, unkompliziert helfen zu können. Das leistet das Team aus 36 Engagierten zu fast jeder Tages- und Nachtzeit.

Helfer gesucht 

Wir hinterfragen dabei nicht die sozialen Hintergründe der Personen, die um Hilfe bitten“, betonte dieser. In zwei Bereichen bräuchten sie dennoch weitere helfende Hände, so Wiesbeck weiter. „Falls es dieses Jahr wieder so viel schneien sollte wie im vergangenen Winter, wäre es toll, wenn ganz viele beim Schneeschieben helfen würden, damit der Sozialdienst alle Menschen, die Hilfe benötigen, schon am Morgen gut erreichen kann.“ Außerdem seien sie auf der Suche nach Freiwilligen, die dazu bereit sind, älteren Menschen gelegentlich einen Besuch abzustatten, mit ihnen zu sprechen, ihnen etwas vorzulesen oder mit ihnen spazieren zu gehen. „Wir haben 3483 Einwohner in Lauben. 636 davon sind 70 Jahre und älter“, unterstrich er den Bedarf in Zahlen. Anschließend wurden die Haushaltszahlen der Gemeinde vom Bürgermeister präsentiert. 

Das Haushaltsvolumen, das sich aus dem Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zusammensetzt, hat sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr um rund 1,1 Millionen Euro auf ca. 14,2 Millionen Euro gemindert. Bei der Gewerbesteuer sei mit Einkünften in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro zu rechnen. Der voraussichtliche Schuldenstand zum Ende des Jahres betrage rund 400.000 Euro und somit eine Pro-Kopf-Verschuldung von ca. 114 Euro, die 2020 auf bis zu 93 Euro je Einwohner weiter sinken könnte. „Im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden im Landkreis stehen wir finanziell sehr gut da“, setzte Ziegler die Zahlen in ein Verhältnis und mahnte zeitgleich, dennoch sparsam zu haushalten, da teure Investitionen in den nächsten Jahren anstünden, darunter die bereits erwähnten Punkte der Wasserversorgung, der Schaffung neuer Bauplätze und der Kindertagesstätte.

Vorwürfe an den Bürgerclub

Im Zuge dessen äußerte Ziegler sein Unverständnis gegenüber dem hiesigen Bürgerclub, der die Sanierung bzw. den Neubau des ehemaligen Gasthauses „Löwen“ höher zu priorisieren scheine als Maßnahmen, die Kindern und Jugendlichen zugutekämen. Harald Furlani, der Vorsitzende des Bürgerclubs Lauben-Heising, bat den Bürgermeister von solchen Spitzen gegen den Bürgerclub abzusehen und widersprach ihm bezüglich der Priorisierung der Sanierungs- und Baumaßnahmen. „Dem Bürgerclub ist bewusst, dass die Kita und die Wasserversorgung Vorrang haben. Wir haben nie gesagt, dass der Löwe Vorrang hat.“ Dann sei man nun endlich einer Meinung, erwiderte Ziegler. Geehrt wurde an dem Abend Josef Schneider, der seit 2011 das alte Wasserwerk betreut und dafür sorgt, dass sich das Wasserrad weiterdrehe und somit die „Wasserversorgung in der Gemeinde lebendig bleibt“, so der Bürgermeister. Mathias Pfuhl machte auf das 48. Bezirksmusikfest vom 16. bis 19. Juli 2020 aufmerksam, bei dem die Musikkapelle Lauben-Heising ihr 175-jähriges Jubiläum feiere. „Wir erwarten bis zu 10.000 Besucher. Das hat für die Gemeinde eine große Außenwirkung, deshalb hoffen wir auch auf zahlreiche Helfer.“ 

Dominik Baum

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