Lebendige Stadt

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und so kam es im Ausschuss für öffentliche Ordnung auch zu keinem einstimmigen Ergebnis, wie die Verwaltung künftig mit den zahllosen Straßenmusikanten in der Fußgängerzone umgehen soll. Nichts desto trotz sprach sich das Gremium bei zwei Gegenstimmen aus den Reihen der CSU gegen schärfere Auflagen für die verkannten Supertalente aus.

Je nach Wetter singt, pfeift, trommelt, klimbert und trompetet es in der Fußgängerzone vor allem zur Mittagszeit an fast allen Ecken und Enden. Eine Anwohnerin – nach eigenen Angaben Sprecherin einer Gruppe von Betroffenen – hat sich nun bei der Stadtverwaltung beschwert und verlangt Abhilfe. Die zu schaffen, ist allerdings nicht ganz einfach, wie Sabine Colberg, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamtes, erläuterte. Denn die derzeitige Regelung verpflichtet die Straßenmusikanten, ihren Standort spätestens jede Stunde zu wechseln. „Der Wechsel des Standorts scheint jedoch nicht immer dergestalt zu erfolgen, dass sich der neugewählte Standort auch außer Hörweite des alten Standorts befindet, sodass für die Anwohner faktisch eine Dauerbeschallung vorliegen kann“, so Colberg. Allerdings könnten weder Verwaltung und Polizei ständig präsent sein und jeden Musikus überwachen. Für den Ausschuss bedeute das, entweder an der bestehenden Regel festzuhalten oder strengere Richtlinien festzulegen. Das würde bedeuten, dass die Straßenmusikanten künftig eine Genehmigung brauchen und dafür auch Gebühren zahlen müssten – und zwar pro Standortwechsel, betonte Stadtdirektor Wolfgang Klaus. Leben in der Stadt Damit würde man den Musikern aber ihre Existenzgrundlage nehmen, gab Ingrid Vornberger (SPD) zu bedenken. „Selbst wenn es nur fünf Euro kostet, werden viele Musiker nicht mehr kommen.“ CSU-Stadtrat Johann Lederle sprach sich ebenfalls für die Musikanten aus. „In eine Innenstadt gehört auch Leben“, appellierte er, die jetzige Regelung beizubehalten. Schmid und Mayr dagegen Das sah auch die Mehrheit des Ausschusses so, denn außer Josef Leonhard Schmid (CSU) und Bürgermeister Josef Mayr (CSU) sprachen sich die Anwesenden für die derzeit geltenden Richtlinien aus.

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