Lebensrettendes Training

Praktische Übungen machen einen wesentlichen Teil des traditionellen „Helfertages“ aus. Foto: privat

Einen festen Platz im Jahresterminkalender des Roten Kreuzes Oberallgäu hat inzwischen der alljährliche „Helfertag“ der Ehrenamtlichen eingenommen. Rund 200 Teilnehmer aus verschiedenen Rotkreuzgruppen des Kreisverbands, der Bereitschaften der Wasserwacht und des Jugendrotkreuzes und auch aus dem sozialen Ehrenamt belebten trotz des sonnigen Frühlingssamstags das Kemptener Berufsschulzentrum.

Das bunte Programm umfasste vom Einführungsseminar für neue Rotkreuzmitglieder über Pflichtkurse etwa für Fahrer von Rotkreuzfahrzeugen bis zu einer Vielfalt von Weiterbildungsveranstaltungen ein breites Spektrum an interessanten Rotkreuz-Themen. Der „Helfertag“ ist darüber hinaus ein wichtiger Festtag der Ehrenamtlichen mit zahlreichen Begegnungsmöglichkeiten, wie die Organisatoren um Ehrenamtskoordinatorin Waltraud Riedel immer wieder feststellen. Der Kriseninterventionsdienst (KID) des Roten Kreuzes Oberallgäu, der Caritas und des Arbeiter-Samariter-Bundes besteht seit rund einem halben Jahr. Ärztliche Leiterin ist Franziska Villar-Guerero, die vor 22 interessierten Teilnehmern das Thema „Trauma“ behandelte. Das sei eine „normale Reaktion auf eine außergewöhnliche Situation“. Einen Schutz vor Trauma gebe es nicht, jeder Mensch besitze allerdings Abwehr- und Schutzmechanismen, die unterschiedlich reagieren. Der Rettungsdienst habe vor allem „Wunden und Blut“ im Blickfeld. Zurück bleiben häufig traumatisierte Menschen – ein typischer Fall für den KID. Er leiste „Erste Hilfe für die Seele“, wie KID-Begründer Dirk Pfeiffer ergänzte. Neugierig auf Kurse In einem anderen Kurs verglich die Migrationsbeauftragte des Rotkreuzkreisverbands Ursula Cassier die deutsche, russische und türkische Kultur. Sie suchte dabei auch nach Antworten auf die Frage, wie man Migranten an die Rotkreuzarbeit heranführen könne. Weitere Themen waren zum Beispiel Kindernotfälle, Umgang mit Patientenverfügungen oder auch eine Yoga-Schnupperstunde. Sehr großer Beliebtheit mit überaus positvem Feedback erfreute sich das Angebot an Sanitäts-Praxis-Kursen, die von Frank Schönmetzler und Andreas Kaun ausgeführt wurden. Das Rettungsdienstlehrteam hatte im Hof des Rotkreuzhauses an der Haubenschloßstraße ein Szenario vorbereitet, das die ehrenamtlichen Helfer gleich vor mehrfache Herausforderungen stellte. Ein Motorradfahrer war in eine Fußgängergruppe gerast und als die ersten Helfer eingetroffen waren, begann die verunglückte Maschine auch noch zu brennen. Dazu nervte ein übereifriger Zuschauer, der den Unfall beobachtet hatte, die Helfer zusätzlich. Und schließlich lag der ebenfalls verletzte und bewusstlose Unfallverursacher im unübersichtlichen Gelände abseits der Unglücksstelle. Die Profis vom Rettungsdienst filmten den Einsatz und werteten anschließend mit allen Beteiligten die Übung aus. Dank für Engagement Rettungsassistent Heiko Meinel würdigte vor allem das Bemühen der Teilnehmer, alle Einsatzaufgaben gut zu erfüllen. Dazu gehöre unter anderem auch, dass einer der Ersthelfer als Einsatzleiter die Lage rasch einschätzen müsse, um bei Bedarf über die Rettungsleitstelle weitere Rettungskräfte sowie Feuerwehr und Polizei anzufordern.

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