Ein Lebenswerk geht in Flammen auf

Ein großer Hof in Isny-Schweinebach von Vollbrand vernichtet

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In den Trümmern des Hofes brannte das Heu noch sehr lange. Stück für Stück mussten die Heuberge anschließend auf Brandnester kontrolliert werden.

Isny – Gegen Mittag stand über Isny ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner und anschließend starkem Regen. Wahrscheinlich war es dann der Blitz, der in die Wirtschaftsgebäude des Bauerhofes in Schweinebach einschlug und für eine rasende Ausbreitung der Feuers sorgte. Schnell war reagiert, um 13.44 Uhr ging bei der Isnyer Feuerwehr der Alarm ein. Wie immer geht es dabei um jeden Moment. Schon nach rund acht Minuten stand das erste Löschfahrzeug vor dem Inferno.

Markus Güttinger und seine Mannschaft sahen sich nicht nur einem Vollbrand gegenüber. Direkt im Anschluss an den Hof mit gerade mal 15 Metern Entfernung hatte zwei Tage vorher eine Tankstelle eröffnet. Sollte nun der Wind drehen, wäre diese natürlich stark gefährdet. 60 Milchkühe und viele Jungrinder mussten geborgen und versorgt werden. Die Rauchentwicklung war durch das in der Scheune eingelagerte Heu gewaltig und zog in dichten Schwaden nach Isny hinein. Das war ein Grund für den sofort ausgelösten Vollalarm, in den alle Feuerwehren der Umgebung eingeschlossen sind. Die rückten auch in großer Eile nach Schweinebach aus, um ihre Kollegen zu unterstützen.

Der „Baderhof“, das leerstehende Gebäude, das dicht an der ehemaligen Disco „Hecht“ und dem Bauernhof liegt, brannte als erstes nieder. Der stark auffrischende Westwind hatte die Flammen auch auf den Milchviehstall und die Scheune übergreifen lassen und es wurde deutlich: Wegen der Photovoltaik-Anlage konnte nicht über das Dach gelöscht werden. Es ist nichts mehr zu retten gewesen. Der Anblick war gespenstisch, wie hinter den Gebäuden die Tiere im Rauch standen und an der Vorderseite acht Feuerwehren mit insgesamt drei Leitern und mehr als 200 Feuerwehrleuten gegen den Brand ankämpften.

Aus Kißlegg, Wangen, Leutkirch, Eisenharz, Maierhöfen, Grünenbach, die Wehren aller Teilorte und die Isnyer zeigten wieder einmal, was Zusammenarbeit bedeutet. Das war insgesamt mehr Einsatzpersonal als bei einem Einsatz am Tunnel, der ja auch nur kurz hinter Schweinebach in den Berg führt. Der Tunnel war ebenfalls vom Feuer betroffen, denn der Strom musste großflächig abgeschaltet werden. Weil alle Kontrollsysteme und Beleuchtungen im Tunnel dadurch beeinträchtigt wurden, musste der Verkehr weitläufig umgeleitet werden. Die Wasserversorgung in diesem Gebiet ist nicht gerade die effektivste. Zwei bis drei Kilometer weit waren die Schläuche ausgerollt. Trotzdem war das Feuerlöschbassin etwas außerhalb der Ortschaft in Richtung Wangen in kürzester Zeit leergepumpt. Oliver Surbeck, Kreisbrandmeister für den Landkreis Ravensburg, musste bei Alarmauslösung schon direkt neben seinem Auto gestanden haben, so schnell war er vor Ort, um den Überblick über die Löscharbeiten zu behalten. Direkt nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht worden und der ersten Schock verarbeitet war, ging es dann ans Weitermachen. Wohin nun mit den Trümmern? Wohin mit dem Vieh? In Ried steht gerade ein großer Stall leer. In kürzester Zeit waren Viehtransporter vor Ort und die unruhigen Tiere wurden verladen und dorthin gefahren. Und dann ging es wieder einmal um die Ökologie: Jeder weiß ja eigentlich, dass brennendes Heu nicht nur starken Rauch entwickelt, sondern auch tagelang noch Brandnester verbergen kann. Alles muss auseinander gezogen werden und Stück für Stück arbeitet man sich durch den riesigen Heuberg.

Doch wohin damit? Angrenzend an Schweinebach liegt das Landschaftsschutzgebiet und auf der anderen Seite ist man in kürzester Zeit im Wasserschutzgebiet. Naturschutz ist etwas Wunderbares, aber manchmal ausgesprochen hinderlich (aber nötig!). Ein Besuch am Samstag auf der Brandstelle machte es deutlich: Noch immer war die Rauchentwicklung beachtlich und oben auf dem Heu tanzten gerade wieder kleine Flammen. Die Feuerwehr bleibt vor Ort, und erst wenn die Männer Entwarnung geben, kann der Schaden analysiert werden.

Manfred Schubert

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