Betriebliche Ausbildung macht Schule

Chinesische Berufsschullehrer auf Fortbildungsreise in Kempten

+
Gespannt verfolgten die Delegationsteilnehmer den Empfang im Rathaus. 

Kempten – Die duale Ausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell. Die Kombination aus Schule und Arbeit in einer Firma findet international Anerkennung. Bis nach China sind die Vorteile gedrungen.

25 chinesische Berufsschullehrer aus der Stadt Shenzhen aus der bayerischen Partnerprovinz Guangdong nahe Honkong bilden sich gerade an der Kemptener Berufsschule 1 dazu fort. Oberbürgermeister Thomas Kiechle (M.) hat sie am Montag im Kemptener Rathaus begrüßt. „Dank des dualen Ausbildungssystems haben wir keine Jugendarbeitslosigkeit“, sagte Kiechle und wünschte den Lehrern, möglichst viel von ihrem Aufenthalt profitieren zu können. Schulleiter Hanns Deniffel (2.v.r.) hob auf die Friedenssicherung ab. „Menschen, die sich kennen und verstehen, sichern Frieden“, zeigte er sich überzeugt. „Berufliche Bildung ist sehr wichtig für uns“, sagt der Gruppenleiter des chinesischen Lehrerteams Luo Liguang (r.), „Wir haben rund acht Millionen Berufsschulabsolventen jedes Jahr.“ Es gebe viele Technikfirmen in der Provinz; darum sind qualifizierte Leute gefragt, so Delegationsleiter Guoqing Duan (l.). Auch die Lehrer, die hier in Deutschland dabei sind, sind ausgezeichnete Musterlehrer. Während des dreiwöchigen Aufenthaltes in Kempten geht es vor allem um den Unterricht. Die Handlungsorientierung steht dabei ganz oben auf der Agenda. Ganz diesem Prinzip verpflichtet stehen anschließend zwei Wochen zum Einüben des Gelernten zur Verfügung. Die chinesischen Lehrer unterrichten dann gruppenweise in Nördlingen, Lauingen, Memmingen oder Kempten. Insgesamt acht Wochen ist die Delegation im Rahmen des Projekts „Chinesische Lehrer in Bayern“ in Deutschland. Und hat die Berufschule auch Vorteile durch die Fortbildung? „Durch den interkulturellen Austausch können wir Lehrer gut reflektieren, was Unterricht eigentlich für uns bedeutet“, erklärt Schulleiter Deniffel. Aber vor allem gehe es ihm um die Kontakte. Im Auge hat er zum Beispiel einen Schüleraustausch. Die interkulturelle Kompetenz wird immer wichtiger, sagte er, „allein drei Stunden haben wir heute zum Ausfüllen der Überweisungsformulare gebraucht – da sieht man: wir denken einfach unterschiedlich.“ Auch deshalb ist ein Verein zur internationalen Zusammenarbeit geplant, durch den Schüler und Lehrer unterstützt werden können.

Susanne Kustermann

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Jugendlicher „leiht“ sich Motorrad und baut Unfall
Jugendlicher „leiht“ sich Motorrad und baut Unfall
Skandalumwittertes Gemälde und stiftische Historie locken viele Besucher an
Skandalumwittertes Gemälde und stiftische Historie locken viele Besucher an
Altusrieder Schüler sammeln für Kinder in Ghana
Altusrieder Schüler sammeln für Kinder in Ghana

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.