Das Lernen hört nie auf

Gaben Tipps für den Beruflichen Lebensweg und gratulierten zum Erfolg: von links Kemptens Bürgermeister Josef Mayr, die zukünftige Förderzentrums-Leiterin Inge Berka und Horst Holas von der Agentur für Arbeit Kempten. Foto: Karg/KJF

24 junge Menschen erhielten ihren Gesellen- oder Facharbeiterbrief, 18 von ihnen haben schon eine feste Stelle: Das sind die beeindruckenden Erfolgszahlen, die das Förderzentrum St. Georg bei seiner diesjährigen Freisprechfeier präsentieren konnte. Zu den Glück- wünschen von Lehrern, Ausbildern, Eltern und vielen weiteren Wegbegleitern und Gästen kam auch ein bisschen Wehmut, dass die Zeit in St. Georg jetzt vorbei ist.

Nicht vorbei ist es jedoch mit dem Lernen, wie Festredner Helmut Strahl von der Firma GartenAkzente Strahl in Lindenberg sagte. Er stellte die von den Pflichten ihrer Lehrzeit freigesprochenen jungen Leute darauf ein, dass sie weiterhin lernen müssen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. „Man lernt nie aus: neue Arbeitstechniken, neue Geräte, neues Material, und bald jeden Tag gibt es neue Vorschriften und Richtlinien, die einzuhalten sind“, so Strahl mit Hinweis auf seine eigene Erfahrung. Er appellierte an die Absolventen, den erlernten Berufen die Treue zu halten. Die Betriebe der Region bräuchten qualifizierte Fachkräfte, und die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen seien da durchaus gefragt. Voll des Lobes äußerte sich Strahl über die Arbeit des Förderzentrums, das in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge steht: „Ich weiß, was hier unternommen wird, mit welchem Engagement sich die Lehrer und Ausbilder einsetzen.“ Dank und Anerkennung sprachen auch Stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll und Bürgermeister Josef Mayr (beide CSU) aus. Mayr dankte besonders der Förderzentrums-Leiterin Lore Häfele: „Sie haben St. Georg geprägt.“ Häfele wird zum Ende des Jahres aus dem aktiven Arbeitsleben ausscheiden und stellte den Gästen bereits ihre Nachfolgerin Inge Berka vor. Michael Breitsameter, bei der Katholischen Jugendfürsorge Abteilungsleiter für Berufliche Bildung und Integration, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass viele mithelfen, damit die berufliche und persönliche Entwicklung dieser jungen Menschen gut verläuft. Die Absolventen des Förderzentrums haben Schwächen und Einschränkungen, auch wenn man den jungen Leuten das meist auf den ersten Blick nicht anmerkt. Sie haben ihre Schwierigkeiten beim abstrakten Denken, beim schnellen Erfassen neuer Inhalte, beim Rechnen oder Lesen. Sie hätten vermutlich auf dem freien Arbeitsmarkt keine Lehrstelle gefunden oder, wenn doch, kaum bis zur Gesellenprüfung durchgehalten. Und nur weil das so ist, hat die Arbeitsagentur ihnen diese Ausbildung hier bezahlt – eine Investition, die sich lohnt: Denn so haben sie ihren Berufsabschluss in der Tasche, und die jahrelange Erfahrung des Förderzentrums zeigt, dass die meisten von ihnen für viele Jahre arbeiten und in die Arbeitslosenversicherung einbezahlen werden. Das hätte ohne die spezielle Hilfe, die sie in St. Georg bekommen haben, bei den meisten nicht geklappt. Breitsameter wies darauf hin, dass auf die Persönlichkeitsentwicklung im Förderzentrum großer Wert gelegt werde. Junge Menschen mit besonderem Förderbedarf bräuchten nun mal eine größere Unterstützung als andere, denn: „Es liegt selten am Nicht-Wollen“, so Breitsameter. Sie brauchen seiner Meinung nach „vor allem Verständnis“, und das finden sie hier. Auf Menschen zugehen Gute Ratschläge erhielten die jungen Leute auch. Bürgermeister Mayr riet, sich gute Ratgeber zu suchen, wenn Entscheidungen anstehen. Ein weiterer Tipp von ihm: „Sehen Sie neue Herausforderungen nicht als Problem, sondern als Chance.“ Horst Holas, der im Mai von der Arbeitsagentur Memmingen nach Kempten gewechselt ist, kann sich ganz gut in die Absolventinnen und Absolventen hineinversetzen, die jetzt auch eine neue Stelle antreten und nicht so recht wissen, was sie erwartet. „Wenn ich auf die Menschen zugehe, erleichtert das die Situation ungemein“, gab er den jungen Fachkräften mit auf den Weg. Seine Empfehlung ist auch, dass man Verantwortung wahrnehmen und sich selbst etwas zutrauen sollte. Mehrere Beiträge zum Gelingen der Freisprechfeier lieferten auch die jungen Erwachsenen selbst. Absolvent Andre Köstler übernahm gemeinsam mit Lore Häfele die Begrüßung der Gäste, Xenia Smirnov bekam viel Applaus für ihren Soloauftritt als Sängerin und eine Gruppe von Auszubildenden stellten mit einer symbolischen Zugreise durch das Förderzentrum die Lehrzeit und die hier gebotenen Möglichkeiten dar. Ein Glanzstück war Roland Eder, der am E-Piano ein wirklicher Könner ist und erfrischend in die Tasten hieb.

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