Eine Bigband fürs Finale

Jazzfrühling endet fulminant mit dem Count Basie Orchestra

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Stimmgewaltig und facettenreich: Carmen Bradford

Kempten – William (Count) Basie hätte seine Freude gehabt, wäre er am vergangenen Samstag beim letzten großen Konzert des diesjährigen Jazzfrühlings im gutgefüllten Parkett gesessen.

Denn die Nachfolger jener Band, der er seinen Namen gegeben und die er ein Leben lang geleitet hatte, zeigten in perfekter Reinform die typischen Merkmale eines Sounds, den er bis zu seinem Tod 1984 kultiviert hatte und wofür diese Band stand. Swing hieß das Zauberwort, aber keiner, der nur von der Rhythm Section kam, nein, ganze Blasregister voller exzellenter Solomusiker erzeugten ihn durch ihr superexaktes Spiel, was sowohl den Gleichklang als auch die Dynamik betraf. 

Das Count Basie Orchestra - Bigband-Sound vom Feinsten

 © Tröger
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Die Arrangements waren weniger sophisticated als beim großen Gegenspieler Duke Ellington, dafür erzeugte der minimalistische Klavierstil des Bandleaders mit kleinen, aber wirkungsvollen Einwürfen, vor allem aber den spannungssteigernden Pausen für einen Wiedererkennungswert, der die Fans begeisterte. Nichts hat sich geändert zu früher, außer dass der heutige Leiter Scotty Barnhart heißt und Trompete statt Klavier spielt.

Die Stücke dieses Abends schöpften aus einem schier unerschöpflichen Repertoire an Swingnummern, die Count Basie irgendwann einmal gespielt oder aufgenommen hatte. Nach einem flotten „There will never be another you“ betrat eine prächtige Carmen Bradford in der Nachfolge so berühmter Vorgängerinnen wie Sarah Vaughn oder Ella Fitzgerald die Bühne und begann ihr Vokalset mit „Honeysuckle ­Rose“.

Das Stimmungsbarometer bei Band und Publikum stieg von Nummer zu Nummer. Nach der Pause wurde es noch bunter und unterhaltsamer. Im „Blues for Eileen“ durfte fast jeder ein Solo spielen, auch in der Basie-typischen Kombination von Flöte und Trompete, dann eine Verbeugung vor Duke Ellington mit „Take the A Train“ und das einzige Stück, das Count Basie nie gespielt hatte: „My Cherie Amour“ von Stevie Wonder. Das Publikum war begeistert und bekam mit „April in Paris“ und „Come fly with me“ noch zwei ‚Zuckerl‘ mit auf den Weg – zum nächsten Jazzfrühling. 

Jürgen Kus

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