Liebe ab dem ersten Wort

Bürgermeister Josef Mayr (CSU, links) gratuliert Ernestine und Wilhelm Steinhauser zur Diamantenen Hochzeit. Foto: Läufle

Schon bevor Ernestine und Wilhelm Steinhauser ein Wort miteinander gewechselt hatten, behauptete er „Ja, das ist meine Frau“. Beide waren am Abend des 20. Juli 1946 im Gasthof „Fuchs“ in der Memminger Straße beim Tanzen. Als sie sich zufällig gleichzeitig zum Luft holen draußen an den Türrahmen stellten, kamen einige Ausländer vorbei und versuchten sich an Ernestine „heranzumachen“. Sie fragten Herrn Steinhauser, ob sie seine Frau sei. Da in ihm sein Beschützerinstinkt ausbrach, antwortete er spontan mit „Ja“. Mittlerweile sind die beiden seit 60 Jahren verheiratet und feierten am Donnerstag vergangener Woche ihre Diamantene Hochzeit.

Mit seiner spontanen Antwort beeindruckte Wilhelm seine Ernestine und die beiden gingen nicht mehr zurück zum Tanzen, sondern machten einen Spaziergang durch die Stadt. Das war der Beginn der großen Liebe. Fünf Jahre und einen Tag nach ihrem Kennenlernen gaben sich die beiden am 21. Juli 1951 im Kreise der Familie das Ja-Wort. Bereits im Jahr 1948 brachte die mittlerweile 84-Jährige den gemeinsamen Sohn zur Welt. „Es war eine schwierige Zeit“, blickte das Jubelpaar am Donnerstag auf die damalige Zeit zurück. Als kleine Familie wohnten sie sechs bis sieben Jahre in einem Zimmer in der Memminger Straße und teilten sich die Küche mit den anderen Bewohnern. „Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen“, meinte Wilhelm Steinhauser. Später bekam das Paar noch eine Tochter. Seit dem Jahr 1969 wohnen Steinhausers in ihrer Wohnung im Haubenschloß, die Herr Steinhauser von Grund auf modernisierte. Steinhauser arbeitete zunächst als Angestellter in einer Firma in Kempten. Obwohl er teilweise auch verantwortungsvolle Aufgaben innehatte, verdiente er sehr wenig. Die Familie musste jeden Pfennig dreimal umdrehen. Später machte er sich selbstständig und gründete einen Werbeverlag. Er fertigte unter anderem Prospekte für Hotels und Gaststätten an. Seine Frau war Hausfrau und Mutter und kümmerte sich später auch um die Enkel. Nebenher nähte sie Maßhemden – pro Stück verlangte sie fünf Mark. Damit besserte sie die Familienkasse ein wenig auf. „Ich habe immer exklusive Hemden getragen“, erzählte ihr mittlerweile 83 Jahre alter Mann stolz. Ihre Diamantene Hochzeit feierten sie am Donnerstag im Kreise ihrer Familie. Bürgermeister Josef Mayr (CSU) kam ebenfalls um Glückwünsche auszusprechen. „Das ist ein toller Anlass zu dem wir als Stadt ganz herzlich gratulieren wollen“, sagte er und überreichte dem Ehepaar einen Blumenstrauß und einen Geschenkkorb.

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