Experte im Stadtrat

Keine Gefahr durch Hochwasser

+
Das geplante naturnahe Regenrückhaltebecken für Liebherr.

Lindenberg – Einer der heikelsten Punkte bei der geplanten großflächigen Liebherr-Erweiterung ist für manch einen Stadtrat die Entwässerung. Es wird befürchtet, dass sich die Hochwassergefahr für die Innenstadt wieder verschärfen könnte, da fast das gesamte Regenwasser der versiegelten Flächen in den Mühlbach eingeleitet wird. Wie sich bei den im Stadtrat diskutierten Planungen ergab, ist jedoch gerade das Gegenteil der Fall.

Die Hochwassergefahr wird weiter entschärft werden, und zwar deshalb, weil Liebherr ein recht groß dimensioniertes Regenrückhaltebecken baut. Es wird in einer S-förmigen Modellierung südlich und westlich des Bolzplatzes beim Friedhag errichtet: 8000 Quadratmeter groß und 4000 Kubikmeter Wasser fassend. Es soll naturnah angelegt werden und die meiste Zeit nur als Wiesensenke ins Auge fallen. Lediglich bei viel Regen kann es zu einem Einstau von bis zu 50 Zentimeter Höhe kommen. Ein Drosselungsbauwerk in der Dammkrone sorgt für regulierten Wasserablauf von 160 Litern pro Sekunde. Bei Starkregenereignissen (fünfjähriges Hochwasser) können über den Überlauf 645 Liter in der Sekunde abfließen. Wie Planer Erwin Schmid ausführte, gibt es eine Verbesserung, weil bisher nur fürs Liebherr-Werkgelände südlich der Pfänderstraße eine Regenrückhalteeinrichtung besteht. Die großen Werksflächen nördlich der Pfänderstraße entwässern direkt und ohne zeitlichen Versatz in den Mühlbach. Künftig wird nicht nur die erste Spitze des Regenwassers abgefangen, sondern auch weitere Regengüsse. Da sämtliche Neubauten von Liebherr mit begrünten Dächern ausgeführt werden sollen, wirke das zudem als Regenwasserrückhaltung, erläuterte Schmid. Das geplante Regenretensionsbecken am Bolzplatz ist für das gesamte Firmenareal mit allen künftigen Neubauvorhaben ausgelegt, insgesamt zehn Hektar Fläche. Und weil diese Neubauten erst im Laufe der nächsten Jahre nach und nach errichtet werden, könne genau beobachtet werden, wie gut die Regenrückhaltung greife. Falls die Maßnahmen sich als ungenügend erweisen, habe Liebherr die Pflicht zur Nachbesserung, informierte Gewässerentwicklungs-Fachmann Norbert Fichtl vom Wasserwirtschaftsamt.

 Beabsichtigter Überlauf 

Stadtrat Helmut Böller sagte, er habe erst vor wenigen Wochen beobachtet, dass das Rückhaltebecken am Hallenbad übergelaufen sei, der Einlauf des Mühlbach die Wassermengen nicht mehr gefasst habe und die Mühlbachstraße überschwemmt wurde. Fichtl verdeutlichte, dass das realisierte Hochwasserkonzept nur für einen zeitlichen Versatz der Hochwasserspitze sorge. Das 7000 Kubikmeter fassende Becken am Hallenbad verhindere lediglich, dass die Regenspitzen aus der Innenstadt und dem Einzugsgebiet des Mühlbachs zusammentreffen. Deshalb sei das volle Becken kein Alarmzeichen. Ein häufiger Überlauf sei beabsichtigt. Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann führte aus, dass die Überflutung der Straße am Mühlbach durch Astwerk vor dem Einlaufgitter verursacht worden sei. Das Hochwasserkonzept funktioniere nur, wenn die Einlauföffnungen vor absehbaren Starkregen jeweils entrümpelt werden. Dafür sorge der Bauhof jeweils. cut

Auch interessant

Meistgelesen

Feiern verbindet
Feiern verbindet
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare