Ausblick auf 2014

Maßnahmen und Herausforderungen

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Bürgermeister Johann Zeh auf dem Reich-Gelände, mit dem eine Attraktivierung der Innenstadt gelingt.

Lindenberg – „Das Jubiläumsjahr 2014 beginnt mit einer kleinen Verzögerung. Waldemar Stiefenhofer wird sein Klangfeuerwerk in der Silvesternacht erst um 0.15 Uhr zünden“, sagt Bürgermeister Johann Zeh, den wir nach den Vorhaben und Herausforderungen im nächsten Jahr befragten.

Lindenberg steht 2014 ganz im Zeichen eines Fünffach-Jubiläums: 100 Jahre Stadterhebung, Stadtpfarrkirche und Stadtwerke, 150 Jahre Feuerwehr und zehn Jahre Partnerschaft mit Saline/USA.

Doch auch viele andere Weichenstellungen geschehen: Da ist die Kommunalwahl im März, die eine andere Zusammensetzung des Stadtrats bringen wird, weil einige langjährige Stadträte nicht mehr antreten. Da sind die großen Bauvorhaben. Da ist die Stärkung des Wirtschaftsstandorts mit Preisverleihung beim erstmaligen Gründerwettbewerb und mit erstmaliger Einkaufsnacht am 26. September. Da ist die touristische Aufwertung durch die Wandertrilogie. Da ist der Umzug der Tourist-Information in das neue Kulturzentrum. Und es ist der Willkommensplatz, der am Kulturzentrum entstehen wird.

Wahrscheinlich müsste man Lindenberg aus der Luft betrachten, um auf einen Blick zu sehen, wie viel derzeit gebaut wird. „Von Goßholz bis Liebherr sind Baukräne zu sehen“, sagt der Bürgermeister und berichtet, dass im Jubiläumsjahr 2014 noch zusätzliche Maßnahmen folgen werden: Mit dem Bau des Ärzte- und Wohnhauses auf dem Reich-Areal wird begonnen; am Alpenpanorama entstehen 65 Wohnungen; im Baugebiet Nadenberg-West kann ab dem nächsten Jahr gebaut werden, verstärkt besonders energieeffizient. Die Stadt fördert Passivhäuser. Vorwiegend werden auf dem Nadenberg wohl junge Familien bauen, wie Voranfragen für Bauplätze zeigen.

Neue Baugebiete

Auch Am Schachen dürften weitere Häuser entstehen. Dieses Baugebiet hat den Charme günstiger Baulandpreise.

Und außerdem wird die Stadt die Weichen für eine weitere zentrumsnahe Bebauung stellen: Das Bebauungsplanverfahren für das Gebiet am Gierenbach wird in die Wege geleitet. Die Stadt konnte Grundstücke von der ehemaligen Gärtnerei Kirchner erwerben. Somit seien auch Flächen für die Erschließung gesichert, so Bürgermeister Zeh. Angestrebt wird dort verdichtete Bauweise: Je näher am Zentrum der Stadt, desto mehr verdichtet, erläutert das Stadtoberhaupt.

Die VKW wird dort eine neue Betriebsstätte für die Stromnetzgesellschaft errichten und ihr bisheriges Betriebsgelände verkleinern. Somit werden dort große Teile der Flächen für Wohnbebauung frei.

Das Jubiläumsjahr steht im Zeichen einer grundlegenden Erneuerung und Weiterentwicklung. Die Gordischen Knoten sind zerschlagen. Sowohl auf der Industriebrache Reich wie auf dem ehemaligen Altenheim-Gelände werden Neubauvorhaben realisiert, die die Zukunft Lindenbergs stärken: seniorengerechtes Wohnen, Attraktivitätssteigerung der Gesamtstadt, modernes Wohnen, verbesserte Infrastruktur. Dass die Sanierung des Kulturzentrums durch Unvorhersehbares nun doch mehr kostet, hält der Bürgermeister noch für vertretbar: „Diese Mehrkosten liegen im Rahmen einer normalen Bautätigkeit. Aber wir sind im Gespräch mit Förderstellen.“ Und trotz sechs Wochen Zeitverzögerung bei den Sanierungsarbeiten rechnet der Bürgermeister fest mit einer Eröffnung des Kulturzentrums im Herbst 2014.

Ein Schwerpunkt im Jahr 2014 ist auch die Innenstadtentwicklung. Nachdem nun der große Rahmen geschaffen ist, geht es um Einzelprojekte. Ein erster Baustein werde der Ausbau der Sonnenstraße als attraktivere Verbindung zwischen Innenstadt und Kulturzentrum.

Des weiteren geht es um mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Dies soll durch weitere Beteiligung der Bürger vorangebracht werden.

Die Beteiligung der Bürger an Planungsprozessen hat in Lindenberg Tradition. Lindenberg war in ganz Schwaben eine der ersten Kommunen, die das praktiziert hat. Dem Stadtleitbild, das nach wie vor Richtschnur des Handelns ist, wurde durch die Mitwirkung der Bürger eine unverwechselbare Handschrift gegeben.

„Alle wesentlichen Schritte der Stadtentwicklung in den letzten 18 Jahren sind durch Bürgerbeteiligung verwirklicht worden“, erklärt Zeh. Lindenberg erlebt gute Jahre. Die Finanzkraft der Stadt verbessert sich stetig. Gute Zuwächse bei der Einkommenssteuer und die Gewerbesteuer auf respektablem Niveau. Die Wirtschaftslage im Gewerbe ist gut. Die Flugzeugindustrie – größter Arbeitgeber in der Stadt – boomt sogar. Einen Schatten wirft allerdings die Insolvenz der Firma Bergland. Bürgermeister Zeh hofft, dass der Konkursverwalter möglichst viele Arbeitsplätze erhalten kann.

Die Stadt investiert auch in die Infrastruktur. Der Laubachweg wird ausgebaut. Anregungen der Anlieger sollen im Verfahren berücksichtigt werden. Die bei der Staufner Stra-ße verwirklichte Glasfaserverka- belung – eigener Anschluss für jedes Grundstück – wird auch bei allen künftigen Neubaugebieten Standard werden. Die Stromnetzgesellschaft von VKW, Lindenberg und weiteren sieben Gemeinden soll 2014 besiegelt werden. Damit kann auch die VKW die Weichen für eine neue Betriebsstätte in der Sedanstraße stellen.

Für die Blumenstraße ist der Bürgermeister in 2014 zuversichtlich, eine Gestaltungsplanung bis zur Realisierungsreife voran zu bringen: Verbesserte Querung für Radfahrer und Fußgänger (Gymnasiasten), sicherer Ausstieg- und Zustieg bei den Bushaltestellen, optische Aufwertung.

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