Wahlkampftruck der LINKEN in Kempten

Kampf um Wählergunst

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Dr. Dietmar Bartsch, zusammen mit Sahra Wagenknecht Vorsitzender der Bundestags-Linksfraktion, sprach auf seiner Wahlkampftour vor dem Forum in Kempten auch noch unbeirrt weiter während Bundestagsdirektkandidat und Kreisvorsitzende LINKE Allgäu Xaver Merk (2.v.r.) einen Störenfried beruhigte.

Kempten – Es blieb eine überschaubare Menge an Menschen, die innehielten, um auf dem August-Fischer-Platz den Reden am Wahlkampftruck der Partei DIE LINKE zu lauschen.

Eine Rolle mag das wenig einladende Wetter gespielt haben über das der Spitzenkandidat und Vorsitzende der Bundestagsfraktion Dietmar Bartsch bevor er die Redebühne auf dem Truck erklomm noch witzelte, die niedrigen Temperaturen zeigten „die soziale Kälte im Allgäu“.

Wenigstens blieb es trocken. Lediglich einmal wurde Bartsch, der Soziale Gerechtigkeit in allen Bereichen in den Mittelpunkt stellte, von einem Störenfried unterbrochen, der erfolglos versuchte ihn zu provozieren und schließlich das Feld räumte.

Unterstützung erhielt Bartsch vom Parteivorsitzenden Bernd Riexinger und der schwäbischen Spitzenkandidatin Susanne Ferschl, die der Einladung des Kreisvorsitzenden und Oberallgäuer Direktkandidaten Xaver Merk ebenfalls gefolgt waren. Schließlich „wollen wir auch hier auf über fünf Prozent kommen“, verkündete Bartsch selbstbewusst.

Auch wenn die Medien die Wahlgewinner mehr oder weniger schon ausgemacht hätten, habe man unter anderem bei den Wahlen in den USA oder beim Brexit gesehen, dass die Wahl erst danach entschieden sei, gab er die Schlacht noch längst nicht geschlagen.

Bartsch störte sich an den zahlreichen Millionären in Deutschland, denn „Millionär wird man nicht durch eigener Hände Arbeit“, sondern durch Ausbeutung. Er kritisierte, dass der Bund Geld bunkere statt in Bereiche von Pflege bis Breitbandausbau sowie in Maßnahmen gegen Alters- und Kinderarmut zu investieren. Er sprach sich für einen Spitzensteuersatz von 53 Prozent aus, für Erbschafts- und Vermögenssteuer und in aller Deutlichkeit gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und Waffenexporte. „Wer Waffen und Soldaten exportiert“, brauche sich nicht zu wundern, wenn die Menschen zu uns kämen. 65 Millionen Flüchtlinge weltweit seien „die Botschafter der Kriege“, durch die wiederum Hungersnöte produziert würden. Über Griechenland ging es weiter zur Türkei, für die „lange schon“ unter anderem die Hermes Bürgschaften gestrichen und Waffenlieferungen gestoppt hätten werden müssen.

„Gehen Sie zum Wählen“ rief er die Zuhörer am Ende seiner Rede auf. „Wenn wir stärker werden“, würden sicher auch Teile „unseres Programms in den Koalitionsvertrag einfließen“ und machte deutlich, dass DIE LINKE auch bereit sei „Regierungsverantwortung zu übernehmen“.

Auch warnte Bartsch, „nicht denen mit den einfachen Lösungen die Stimme geben“, denn „Grenzen dicht machen und auf Flüchtlinge schießen ist keine Lösung“. Schon auf dem Sprung zum nächsten Termin in Ingolstadt blieb zum Bedauern einiger Zuhörer keine Zeit mehr für Fragen aus dem Publikum.

Christine Tröger

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