Lions Club Kempten-Cambodunum spendet an die "Körperbehinderte Allgäu"

Stummen Kindern eine Stimme geben

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Luis (li.) und Felix (re.) führen Lions-Präsidenten Dr. Gerd Riedel-Caspari (2.v.re.) ihre unterschiedlichen „Talker“ vor. Auch Michael (Mitte) soll schon bald einen solchen Computer erhalten, erzählt Pädagogin Olivia Marktanner (2.v.li.).

Kempten – „Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen.“ – So lautet der Leitspruch der Körperbehinderte Allgäu. Um den rund 50 stummen Kindern und Jugendlichen der Astrid-Lindgren-Schule in Kempten eine Stimme zu geben, hat der Lions Club Kempten Cambodunum rund 4800 Euro aus der Lions-Jazz-Tombola anlässlich der Eröffnung des Kemptener Jazzfrühlings an die Körperbehinderte Allgäu gespendet.

Das Geld soll der Förderung des Personals zugute kommen, wie Geschäftsführer Reinhold Scharpf erklärte. Die betroffenen Kinder bräuchten eine intensive 1:1-Begleitung, wozu das Team rund um Pädagogin Olivia Marktanner vom Fachdienst für Unterstützte Kommunikation regelmäßig geschult und begleitet werden müsse. „Die Kinder wissen genau, was sie sagen wollen, sie brauchen dazu nur ein anderes Tempo“, erklärt Marktanner. Dazu sei viel Geduld und Zeit nowendig. Durch kleine Sprachcomputer – sogenannte „Talker“ – erhalten die betroffenen Kinder in der Schule die Möglichkeit, sich mithilfe der Technik mitzuteilen und am Unterricht teilzunehmen. Bei den Geräten handle es sich um verschiedenen Modelle und Grundprogramme, die an die individuellen Entwicklungsstufen der Kinder angepasst werden können. So steuert Felix seinen Talker nur durch die Bewegung seiner Augen, Luis hingegen mithilfe des Touchscreens, wie die beiden bei der Spendenübergabe im Astrid-Lindgren-Haus dem amtierenden Lions-Präsidenten Dr. Gerd Riedel-Caspari stolz vorführten. Während Felix viele vorgefertigten Sätze verwendet, benutzt Luis seit September vergangenen Jahres schon das Schreibprogramm. Michael teilt sich derzeit noch durch Körpersprache mit, aber auch er soll schon bald einen „Talker“ erhalten. Durch die kleinen Computer ist es Felix beispielsweise möglich zu erzählen, dass er Fußballfan ist und aus Luis‘ Computer ertönt „Ich fahre gerne Rolli“ – Infos, die die Kinder ohne technische Hilfestellen nicht mitteilen könnten.

Die Basis der Unterstützten Kommunikation stelle aber die Körpersprache, -haltung und -spannung dar, erklärt Marktanner. Als weiterer Baustein erfolgt dann die einheitliche Symbolsprache mit rund 1800 Zeichen, die die Kinder ab der ersten Klasse lernen bevor die „Talker“ zum Einsatz kommen. „Bei der unterstützten Kommunikation handelt es sich um einen Langzeitprozess, der sich bei den Kindern individuell entwickelt“, erklärt Marktanner abschließend.

Lea Stäsche

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