Hybrid als Kulturtrend 

Live oder Stream? Beim Kultursommer 2021 hat das Publikum die Wahl 

Musikalische Vielfalt auf hohem Niveau und von heimischen Musikerinnen und Musikern verspricht der Kultursommer 2021. Ein Blick in das Programm zeigt, dass es davon noch viel mehr gibt, als die
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Musikalische Vielfalt auf hohem Niveau und von heimischen Musikerinnen und Musikern verspricht der Kultursommer 2021. Ein Blick in das Programm zeigt, dass es davon noch viel mehr gibt, als die

Kempten – „Der Kultursommer Kempten bringt Musik in die Stadt. Fair. Nachhaltig, regional.“ So steht es auf der Rückseite des knallroten Flyers, der das Open-Air-Kulturevent im Residenzhof für diesen Sommer 2021 – den zweiten Corona-Sommer – ankündigt. 

Immer samstags gibt es ab 26. Juni bis 24. Juli was auf die Ohren – mal klassisch, mal ‚kracherd’ mit Metal-Riffs, jazzig, bis zu Musical- und Schauspielperformances. „Unser Ziel war“, sagt Projektmanager Andreas Schütz, „in Zeiten, in denen fast nichts angeboten werden kann, etwas für ein möglichst breites Publikum zu bringen.“ Nachdem die Kultursommer-Premiere im vergangenen Jahr so gut gelaufen sei, „habe ich gleich im Herbst beantragt“, dass es auch 2021 wieder einen geben soll, meldet sich die Initiatorin und Kulturbeauftragte des Stadtrats Annette Hauser-Felberbaum zu Wort. 

Dass es gut gelaufen ist, lag nach Ansicht von Kulturamtsleiter Martin Fink nicht zuletzt an der guten Kooperation zwischen der Stadt und dem Kleinkunstverein Klecks, die sich ja schon beim alljährlichen APC-Sommer gezeigt habe. Den personellen, ehrenamtlichen Einsatz der „Kleckser“ bezeichnet er als „wirklich immens“. „Direkt nachdem klar war, dass Geld kommen wird“, habe er sich ans Rahmenkonzept gemacht, sagt Schütz, der vom Kulturamt als externer Organisator „eingekauft“ wurde. Es sollte „nichts stilistisch abgegrenztes sein“ und vor allem eine Auftrittsmöglichkeit für regionale Künstler bieten. Eine „total coole Erfahrung“ verspricht sich Schütz vom neuen Hybridformat, in dem die drei Konzertabende und zwei Festivaltage angeboten werden. Wurden bislang reine Digital-Erfahrungen gesammelt, werden die Veranstaltungen diesmal zeitgleich live (gegen Eintrittsgeld) und online (gegen Spende) zu erleben sein. „Wir haben beim Jazzfrühling gesehen, dass die Bereitschaft für Spenden echt gut ist“, meint Schütz. Zudem erreiche man online auf Spendenbasis mehr jüngeres Publikum, von denen einige auch mal versuchsweise in Neues hineinhören.

Insgesamt werden an den fünf Samstagen 20 Formationen auf der Bühne stehen, was zeige, „wie vernetzt alle hier sind“, so Schütz, denn viele der Musikerinnen und Musiker spielen in verschiedenen Konstellationen „und waren“, da ist sich Schütz sicher, „so noch nie zusammen auf der Bühne“.

Einen großen Vorteil gegenüber dem Vorjahr sieht Fink darin, dass „die Stadt eine kleine Bühne gekauft hat“, die nicht nach jedem Konzert abgebaut werden muss. Genutzt werde sie auch für den APC-Sommer und für Kultur-Veranstaltungen des Kempten Veranstaltungs- und Messebetriebs. 50.000 Euro stehen zu Verfügung, dazu kommen die Einnahmen. Der Platz im Residenzhof reicht unter Berücksichtigung aller Auflagen für 200 Zuschauer pro Konzert. Gestreamt werden die Kultursommer-Konzerte über die Klecks-Website.

Konzert.Stream.Festival

• Samstag, 26. Juni, 20-22 Uhr: „Classic Unlimited“ mit der Pianistin Nataliya Tkachenko und Sängerin Songül Ugur sowie der Pianistin Helen Blau-Svyechinska. Sie vermischen klassisches Klavier (u.a. wird Franz Schuberts Fantasie in f-Moll, op.103 für vier Hände zu hören sein) mit türkischem Gesang, französischen Chansons und Improvisationen.

• Samstag, 3. Juli, 20-22 Uhr: „Buffzack“, ein Quartett, für das Jazz ebenso zum Repertoire gehört wie alpenländische Klänge. Die vier Musiker sind mit ihrem neuen Album „Tanzverbot“ unterwegs. Gewürzt mit einer Prise Humor und Poesie erklingt eine Musik zwischen virtuosen Soli, beruhigender Schlichtheit, anspruchsvollem Jazz und hartem Beat. An den Instrumenten sind Andreas Unterreiner (Trompete/ Flügelhorn), Lukas Jochner (Posaune), Florian Mayrhofer (Tuba), Lorenz Hunziker (Schlagzeug).

• Samstag, 10. Juli, 19-23 Uhr: „So klingt Kempten“. Dieses Festival-Format bringt eine Vielzahl von regionalen hauptberuflichen Musikern und Schauspielern gemeinsam auf die Bühne. Dies sind Rainer von Vielen, Housewife Productions, Pianotainment, Die Wendejacken, Leonie Leuchtenmüller, Murat Parlak und Isabella Dartmann. Alle Künstler dieses Abends sind Preisträger des LC-Förderpreises, der anlässlich der Corona-Pandemie von mehreren Lions-Clubs an regionale Künstler vergeben wurde.

• Samstag, 17. Juli, 20-22 Uhr: „Toytoy“, vier Musik-Virtuosen, die sich als kreativer Impulsgeber für die Fusion aus Jazz und Urban Music sehen.

• Samstag, 24. Juli, 17-23 Uhr: „Dreamshelter-Festival“ mit talentierten jungen sowie erfahrenen Bands und Singer-Songwriter, die alle eines gemeinsam haben: Sie schreiben ihre Songs selbst. Wie im Vorjahr ist auch 2021 das Ziel, sowohl jungen Allgäuern wie auch überregional bekannten Künstlern eine Plattform zu bieten. Mit dabei sind die Bands: Moira, Wiedmann, Rootsmann Fyah, Tom Hauser, Tobias Schwarz-Gewallig, Valentin Preisler, Chris Quonen, Laurenz Ebert.

Christine Tröger

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