Die "Lizenz zum Leiten" mit gutem Gewissen abgegeben

Schulleiterin Helga Traut verabschiedet sich

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Mit langanhaltenden stehenden Ovationen würdigten die Gäste Arbeit und Verdienste der langjährigen Schulleiterin der FOS/BOS.
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Kempten – Am vergangenen Dienstag wurde die Schulleiterin der FOS/BOS Helga Traut in einem feierlichen Akt in der Schulaula in den Ruhestand verabschiedet.

Nach mehr als 37 Jahren im Schuldienst fiel es Landrat Anton Klotz „schwer“, die „souveräne Persönlichkeit“, die immer mit Sympathie, Freude und Respekt und Verantwortung gegenüber Schülern, Kollegen und Eltern auch Brücken zu schlagen vermochte, zu verabschieden.

Für ihn war Helga Traut immer eine Schulleiterin aus Überzeugung, die mit dem anstehenden Neubau „Zukunftsweisendes“ für die Kemptener Schule erreicht hat. Außerdem forcierte und etablierte sie die Zweige Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie an der Schule. Diese waren damals von ihr mit Bedacht ausgewählt und sachlich sehr gut begründet worden, sagte der Ministerialbeauftragte für die Beruflichen Oberschulen, Konrad Maurer. In ihrer Abschiedsrede erzählte Traut von ihrem Werdegang. Schon früh, bereits in der vierten Grundschulklasse, ist in ihr der Wunsch herangereift, Lehrerin zu werden. Schon damals unterstützte sie als Hilfskraft den Lehrer an der Dorfschule und unterrichtete in den unteren Klassen. „So war das halt, früher auf dem Land“, sagte Traut und lächelte. 

Im Februar 1982 hatte Helga Traut ihre Lehrerstelle an der FOS/BOS in Kempten angetreten und lehrte die Fächer Wirtschaft und Englisch. Sie hatte stets Spaß und Freude an ihrem Beruf. „Wo sie sich hingestellt haben, sind sie geblieben und haben hervorragende Arbeit geleistet“, lobte Maurer die Oberstudiendirektorin in seiner Rede. So hatte man Traut 2004 zur stellvertretenden Schulleiterin ernannt und sieben Jahre später zur Leitung berufen. Damals hatte sie diese Position mit „ein bisschen Wehmut“ angenommen, erinnerte sie sich. Denn schließlich hatte sie als Herzblutlehrerin dafür in Kauf nehmen müssen, ihre Schüler fortan nun noch weniger unterrichten zu können. Diese Leitungsaufgabe bis zum Ende ihrer Dienstzeit meisterte die Traut, nach Maurer „mit Bravour“. 

Wenn sie nun auf ihren bevorstehenden Ruhestand schaue, ähnle das einem Gefühlscocktail. Sie freue sich, auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken zu können und jetzt auch mal Verantwortung abgeben zu dürfen. Ein „Lotterleben“ dagegen könne sie nicht führen, allerdings versuche sie, erst mal auf eine feste Tagesplanung zu verzichten und ihren großen Garten zu genießen. Da gebe es immer etwas zu tun und bei ihrer aktiven Teilnahme am Vereinsleben werde es sicherlich nicht langweilig, gab sie im Gespräch augenzwinkernd zu. Sie begrüße die Veränderungen, die das Leben jetzt mit sich bringe, getreu der chinesischen Weisheit: „Wenn in die Bewegung unserer Tage Ruhe einkehrt, enthüllen sich die Geheimnisse des Lebens.“ Mit gutem Gewissen könne sie „die Lizenz zum Leiten“ an ihren langjährigen Stellvertreter, Josef Mirl übergeben, der in ihre Fußstapfen treten und die Leitung der Schule übernehmen wird. Neben Kraft und Gesundheit wünschte sie ihm die nötigen Geschicke, um die unterschiedlichen Bedürfnisse in Einklang zu bringen – außerdem: eine gute erfolgreiche Zukunft. Mit langanhaltenden stehenden Ovationen würdigten die Gäste ihre Abschiedsworte und ehrten ihre langjährige Arbeit als Schulleiterin mit gutem Führungsstil. 

Tamara Lehmann

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