Wie gewinnt man Schülerinnen und Schüler für einen Beruf in der Metall- oder Elektrobranche?

M+E InfoTruck in Buchenberg

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Jörg Schneider erklärt der 7. Klasse, was sie im M+E InfoTruck alles erwartet.

Buchenberg – Für die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen der Mittelschule Buchenberg stand vergangene Woche ein ganz besonderer Punkt auf dem Stundenplan: Der Besuch eines M+E InfoTrucks.

Zehn dieser Trucks sind deutschlandweit unterwegs, zwei davon in Bayern. Finanziert werden die Trucks und die Mitarbeiter durch die Arbeitgeberverbände, für die Schulen sind sowohl der Besuch des Trucks als auch die Infomaterialien kostenlos. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Metall- und Elektroindustrie zu geben und das Interesse für einen Ausbildungsberuf in diesen Bereichen zu wecken.

„Es ist immer schön, wenn man Fachleute in die Schule holen kann“, freut sich Rektorin Cornelia Heß-Thamm. „Das ist dann immer etwas anders, als wenn die Informationen nur von dem Lehrer kommen.“ Barbara Lorenz, die in der Schule unter anderem für die Berufsorientierung zuständig ist, leitet das Projekt und weiß: „Für die Schüler ist das eine tolle Sache.“ Denn im InfoTruck können die Jugendlichen nicht nur eine computergesteuerte CNC-Fräsmaschine selber programmieren, sondern auch die Informationen werden mithilfe der neuesten Techniken, wie einer 3D-Softwareanwendung auf einem Multitouchtable auf eine Art vermittelt, die sonst in der Schule nicht möglich ist.

Neben den Beratern übernimmt dabei nach Möglichkeit auch ein regionaler Betrieb die Begleitung der Klassen. Für Buchenberg fiel dabei die Wahl auf Scaltel Networks. Personalreferentin Tamara Endras freut sich, dass zwei Auszubildende aus ihrem Unternehmen das Angebot unterstützen können. In einer Projektarbeit haben Mario Scheel und Maximilian Lindenthal die Präsentation erstellt, die sie nun den Schülerinnen und Schülern vortragen. „Wir freuen uns immer, wenn jemand ein Praktikum bei uns machen möchte und sich für die Berufe interessiert“, gibt sie preis, denn: „Den Fachkräftemangel spüren wir schon auch.“ Dann machen sich die beiden Auszubildenden im dritten Lehrjahr daran, der Klasse nicht nur ihren Betrieb, sondern auch ihre eigene Ausbildung als IT-Systemkaufmann und Fachinformatiker Systemintegration vorzustellen. Einen kleinen Haken hat dies allerdings schon, denn für diese Ausbildungsberufe gilt als Mindesteingangsvoraussetzung der Realschulabschluss. „Aber mit dem Quali kann man sich bei uns auch bewerben“, beruhigt Endras.

Anschließend dürfen die Jugendlichen die restlichen Stationen in Augenschein nehmen. Dass es im Truck möglich ist, seinen Namen zu fräsen und „irgendetwas mit Druckluft“ gemacht wird, haben sie schon von anderen Mitschülern erzählt bekommen. Nach 90 Minuten ist der Rundgang abgeschlossen. Truck-Mitarbeiter Jörg Schneider weist noch auf die Folder hin, die zur Mitnahme ausliegen, dann wird die Klasse verabschiedet. „Im Durchschnitt bleiben wir drei Tage an einer Schule“, sagt sein Kollege Andreas Oswald. „Aber wir reisen immer einen Tag vorher an, um den Truck ordentlich aufzubauen.“ Und wo sie schon mal hier sind, wollen die Truck-Berater noch in Immenstadt vorbei schauen. Denn auch dort soll der InfoTruck zu Besuch kommen. „Wir müssen schauen, ob wir den Truck dort hinstellen können.“ Denn die Standfläche sollte mindestens 20x8 Meter betragen und über einen geeigneten Stromabschluss verfügen. „So in drei Jahren werden wir den Truck dann wohl wieder anfordern“, meint Heß-Thamm „Damit auch die nachfolgenden Klassen das Informationsangebot nutzen können.“

Tipp: Auf der Internetseite www.meberufe.info gibt es für Schüler, Eltern und Schulen ein umfassendes Informationsportal und Anforderungsmöglichkeiten rund um das Thema Ausbildung in den Metall- und Elektroindustrie, sowie zum M+E Infotruck.

Bianka Hauck

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