Lösungen in Sicht

O2, E-Plus und Vodafone sollen nach dem Willen des Bauausschusses ihre Handymasten im Suchkreis Eggen/Ellharten auf einen Mast auf dem Schachenmayr-Gelände oder dem Kamin der Eisengießerei errichten. Die Stadträte beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung, den Betreibern diese beiden Standorte zu empfehlen. Bewegung kam auch in die Suche im Bereich Klinikum: Hier stellte sich laut Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München das Hochhaus Robert-Weixler-Straße 13 als machbare Lösung heraus.

Bei der Wahl eines Standorts für Handy-Sendeanlagen im Kemptener Süden scheint das Mobilfunkkonzept zu fruchten: Wie Ulrich-Raithel im Ausschuss erklärte, gibt es in dem Gebiet zwei Standorte, die günstige Immissionswerte versprechen, das Okay der Betreiber haben und bei denen die Grundstückseigentümer zu Gesprächen bereit sind. Möglichkeit Nummer eins hieße, auf dem Gelände der ehemaligen Seifenfabrik Schachenmayr einen 25 Meter hohen Antennenmast zu errichten. Bereits jetzt senden die Mobilfunkanbieter von diesem Grundstück aus, allerdings von zwei Gebäuden, die derzeit auf ihren Abriss warten. Die zweite mögliche Position wäre der Kamin der Eisengießerei Hönig, der nicht weit davon entfernt in den Himmel ragt. Von der Strahlungsbelastung her sind beide Standorte gleich günstig, so der Immissionsexperte. Mit etwa 7,6 Milliwatt pro Quadratmeter würde die Antenne vom Gießerei-Schlot schlimmstenfalls in vier Metern Höhe strahlen, elf mW/qm wären es in zehn Metern Höhe, Hochhäuser sind aber nicht in der Nähe. Bei 6,5 beziehungsweise 6,4 mW/qm liege die Belastung bei einem etwaigen Mast auf dem Schachenmayr-Gelände, hier fehlen aber noch die Angaben von E-Plus. Rechne man die dazu, dürfte das Ergebnis auf das Gleiche heraus kommen wie beim Gießerei-Gelände, erklärte der Experte. Überhaupt seien die Angaben der Betreiber „äußerst großzügig angesetzt“. Ulrich-Raithel erwartet im Endeffekt geringere Werte, wenn die Antennen erst einmal stehen. Möglich wäre auch, dass die Betreiber ihre Sendeanlagen auf beide Orte aufteilen, auch hier drohe keine höhere Belastung für die Bürger. „Für uns sind beide gleichwertig, wir geben keine Empfehlung ab“, betonte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Vorerst nichts wird es mit einem weiteren UMTS-Mast des Betreibers O2 in dem Gebiet. Laut Ulrich-Raithel will der Anbieter erst abwarten, bis bei der Standortfrage in Eggen/Ellharten Klarheit herrscht. Vielleicht komme O2 im Herbst erneut auf die Stadt zu, vielleicht stellen sie das Vorhaben auch ein oder zwei Jahre zurück, schätzte er. Auch beim Suchkreis Klinikum steht nun eine günstige Lösung im Raum. Vor wenigen Wochen hatte O2 gedroht, den bestehenden Handymast im Thingers aufzurüsten, wenn die Stadt ihnen bis zu den Sommerferien keine Alternative empfiehlt. Das würde zu einer hohen Belastung für die dortige Bevölkerung führen. Doch eine strahlungsarme Variante habe sich nun ergeben, erklärte Ulrich-Raithel. Mit den Werten, die O2 auf seine erneute Anfrage nun geliefert habe, habe sich das Hochhaus Robert-Weixler-Straße 13 als günstigste Variante ergeben. 7,2 mW/qm seien in vier Metern Höhe maximal zu erwarten, gut das Doppelte in zehn Metern Höhe. Aber: Im Bereich der höchsten Belastung stehen keine Häuser.

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