Herausforderung Pflege

Seniorenpolitischer Beirat sammelt Ideen für die Quartiersarbeit

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Margot Linkenheil präsentiert die Vorschläge ihrer Arbeitsgruppe für die Quartiersarbeit.

Kempten – „Wie könnte die Quartiersarbeit aussehen, um Menschen mit leichtem bis mittlerem Pflegebedarf im Alter zu unterstützen?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich einmal mehr die Fachleute, Ehrenamtlichen, Stadträtinnen, Stadträte und Gäste im Seniorenpolitischen Beirat.

Kordula Amann-Fischer von der Koordinationsstelle des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts der Stadt Kempten konnte bei ihrem Rückblick auf einige bereits bestehende Angebote und erfolgreiche Initiativen sowohl in der Innenstadt als auch im Osten und Westen Kemptens verweisen, z.B. Wohnberatung Sport für dementiell erkrankte Personen, Frühstückstreffs oder Mittagstische.

Angesichts der steigenden Zahl der auf Hilfe angewiesene Menschen gilt es, die Probleme rechtzeitig zu erkennen und Lösungen zu suchen – Ausbau der Quartiersarbeit ist einer davon. Prof. Dr. Johannes Zacher von der Hochschule belegte anhand von Hochrechnungen, dass es in 20 Jahren, wenn jährlich 25 bis 30 Personen dazukommen, hier circa 2250 Pflegebedürftige geben wird und 55 Prozent der über 90-Jährigen pflegebedürftig sind. Da es zwar ausreichend stationäre Pflegeplätze gibt, das Fachpersonal jedoch keineswegs ausreichend ist, müssen sie alle zu Hause von den Angehörigen – in der Mehrzahl sind das die Partnerinnen und Töchter – versorgt werden.

In drei Kleingruppen wurden die schon nutzbaren Strukturen in den einzelnen Stadtteilen aufgezählt, die weiteren Bedürfnisse ermittelt und neue Ideen gesammelt. Hier eine Auswahl der Vorschläge: Mobilität durch Fahrdienste sicherstellen und auf die Anbieter zugehen, Sozialberatung für Migranten und Migrantinnen, in Betrieben Pflegelotsen installieren, Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen, Vernetzung zwischen Jung und Alt, stärkere Unterstützung der pflegenden Angehörigen, in der Nachbarschaft stärker aufeinander achten.

Nun könnte die Umsetzungsphase beginnen. Die Stadt kann die Quartiersarbeit koordinieren, die Mitarbeit aller Verbände mit ihren Haupt- und Ehrenamtlichen ist jedoch die Voraussetzung für das Gelingen. Der Seniorenpolitische Beirat ist, wie auf dem gelben Logo steht, eine „BAUSTELLE – Wir arbeiten daran!“. Viele Ameisen schultern das Schild.

Elisabeth Brock

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