LEADER-Konzept

Entwicklungsstrategien eingereicht

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Ein „Stelldichein“ verantwortlicher Landräte, Bürgermeister und Gemeindevorsteher gab es anlässlich der Einladung zur Übergabe der lokalen Entwicklungsstrategien für das EU-LEADER Förderprogramm der kommenden Jahre 2014-2020: (v.l.) Leiter des AELF, Dr. Alois Kling, Oy-Mittel- bergs Bürgermeister Theo Haslach (REK Oberallgäu), LEADER-Manager Ethelbert Babl (AELF Kempten), Landrätin Maria Rita Zinnecker (LAG Ostallgäu), Landrat Anton Speer (LAG Zugspitzregion), Bürgermeister Albert Hadersbeck (LAG Auerbergland-Pfaffenwinkel), Landrat Elmar Stegmann (LAG Westallgäu/Bodensee) und Landrat Hans-Joachim Weirather (LAG Ostallgäu)

Kempten/Allgäu – „Wohin entwickelt sich das Allgäu?“ Das hängt maßgeblich von seinen Bewohnern ab und welche Schwerpunkte die Verantwortlichen vor Ort in den einzelnen Gebieten vorgeben und formulieren.

Sogenannte Lokale Aktiongruppen (LAGs) aus den sechs Gebieten Westliches Allgäu/Bodensee, Oberallgäu, Unterallgäu, Ostallgäu, den angrenzenden oberbayerischen Gebieten Auerbergland-Pfaffenwinkel und der Zugspitzregion waren heuer zum vierten Mal aufgefordert ihre zukünftigen lokalen Entwicklungsstrategien (LES) für ihre jeweiligen Regionen beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten einzureichen.

Hintergrund dieser Aktion ist das EU-Förderprogramm LEADER, unter dem Motto: Bürger gestalten ihre Heimat. Das Land Bayern möchte hierdurch seine ländlichen Regionen auf dem Weg zu einer eigenständigen, innovativen Entwicklung unterstützen. LEADER setzt dabei auf die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt ganzer Regionen. Kernelement ist sein bürgerorientierter Ansatz, der vor allem durch die LAGs abgebildet wird. Vor Ort in der Region bilden sich so Partnerschaften zwischen kommunalen, wirtschaftlichen und sozial engagierten Akteuren aus. Besonderen Wert wird dabei auf die Einbeziehung der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe gelegt.

Wichtig bei der Ausbildung der Lokalen Arbeitsgruppen (LAGs) ist es, die Wünsche, Meinungen und Vorstellungen der ansässigen Bevölkerung zu berücksichtigen und mit einzubeziehen. So ging es im vergangenen Jahr bei den sechs regionalen LAGs im Vorfeld darum, die Bevölkerung mit in den Evaluierungsprozess einzubeziehen, respektive durch geeignete Methoden der Datenerhebung herauszufinden, was denn die Themen sind, die bei der Bevölkerung auf dem „Trepperl“ stehen. Genannt wurden von diesen der demographische Wandel, einhergehend mit dem Problem der Überalterung ländlicher Regionen, sowie Leerstand von Gebäuden, Ökologie, Erhalt der jeweiligen Kulturlandschaften, Förderung des Tourismus, Ausbau der Infrastruktur und Verbleib möglichst langer Wertschöpfungsketten durch Schaffung vertikaler Integration in den Regionen.

Projekte ausformuliert

In vielen Versammlungen, in Fragebogenaktionen und Online-Befragungen wurden auf diese Weise die Begehrlichkeiten der Menschen vor Ort ergründet. Dann ging es in die Workshop-Phase, eine Phase in der nun einzelne Projekte ausformuliert wurden und die Verantwortlichen hierfür benannt wurden. Die Aufgabe des LEADER-Management, respektive des einzelnen LEADER-Manager ist es im folgenden ein Bündel an LAGs zusammenzustellen, deren Ideen und Projekte für eine erfolgreiche Bewerbung um Fördermittel des EU-Programms zusammen zu fassen.

Am Dienstag wurden diese dann von den jeweiligen verantwortlichen Landräten, Bürgermeistern und LEADER-Ma- nagern dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten überreicht. Zuvor hatten die LEADER-Manager/innen noch die Gelegenheit ihre lokalen Entwicklungsstrategien vorzustellen.

Jede Region stellte sich hierbei mit einer Powerpoint-Präsentation vor und warb auch mit einem kleinen Mitbringsel um die Gunst der Anwesenden. Da wurde ein Modell der Wieskirche aus der Region Pfaffenwinkel gezeigt, das LEADER-Team aus der Zugspitzregion erschien mit einem Bergseil als Symbol für Zusammenhalt, das Unterallgäu mit einer antiken Gießkanne in Anspielung auf ihre bekannte Kneippregion, das Oberallgäu forderte mit einem Spielgerät zur Interaktion auf und das Ostallgäu, wie könnte es anders sein, erschien mit einer auf rotem Samt gebetteten Krone König Ludwig II.

Allerdings wird es eher die Güte und Innovationskraft der eingereichten Vorschläge der Lokalen Aktionsgruppen sein, die über Vergabe oder Nichtvergabe von Fördermitteln entscheiden wird. Die Auswahlent- scheidung zur Förderung einzelner LAGs wird im Februar des kommenden Jahres durch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten getroffen. Beteiligt dabei sind Vertreter der TU München, des Gemeindetages, der BBV und des Landwirtschaftsministeriums. Für den März ist die Übergabe der Anerkennungsurkunden durch Staatsminister Brunner in München vorgesehen.

Jörg Spielberg

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