Traditioneller Neujahrsempfang

Es geht um sehr viel

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Etwa 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind zum Neujahrsempfang der Stadt in die Schrannenhalle gekommen. Gesprächsthema Nummer 1 – das „große Loch”.

Kempten – Gute Gespräche wünschte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) seinen Gästen am Montagabend beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt.

Tatsächlich fanden sich nach Netzers Ansprache zahlreiche Grüppchen in der Schrannenhalle beim angeregten Diskutieren wider. Thema dürfte vor allem das Bauloch in der Bahnhofstraße gewesen sein, dem der OB den Großteil seiner Neujahrsansprache widmete. Netzer machte dabei klar, dass es um viel mehr gehe als eine Baustelle. „Es scheint derzeit kein größeres Problem in der Stadt Kempten zu geben, als diese eine Baugrube an der Ecke Bahnhofstraße/Mozartstraße“, sagte Netzer vor etwa 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen. Tatsächlich gebe es zwar weitaus größere Probleme, so Netzer, auf der anderen Seite gehe es aber nicht nur um eine Baustelle, sondern um „die Aufbauleistung von eineinhalb Jahrzehnten Innenstadtentwicklung“, um die Frage, wie sich die Stadt entwickeln wolle und um die Glaubwürdigkeit der Verwaltung. 

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Gebe die Stadt den Schweizer Investoren jetzt nach, „dann ist es mit unserer attraktiven Innenstadt schnell vorbei“, warnte er. Andere Investoren würden sich darauf berufen und ebenfalls Einzelhandel – etwa auf dem Brauhausgelände – einfordern. Vor dem Hintergrund zunehmender Diskussionen und wachsendem Unverständnis unter der Bevölkerung bat Netzer die Anwesenden, den Kurs der Stadt zu verteidigen. Netzer rief noch einmal in Erinnerung, warum sich der Stadtrat Ende der 1990er Jahre auf ein Innenstadtkonzept geeinigt habe. Um die Innenstadt noch attraktiver zu machen, habe der Stadtrat später die Grenzen der Einkaufsinnenstadt (im Süden Forum Allgäu) exakt festgelegt. Schuld an der jetzigen Situation seien einzig und allein die Schweizer Investoren, die die Grenzen nicht akzeptieren könnten. Das Stadtoberhaupt verglich die Situation mit einem Fußballspiel, in dem der Torwart nach einem Tor mit dem Schiedsrichter darüber diskutiert, ob man die Torlinie nicht auch anders hätte ziehen können. „Mir ist aber kein Fall bekannt, wo während des Spiels die Größe des Platzes diskutiert, geschweige denn verändert wurde.“ Dass der Bayerische VGH den Bebauungsplan „Westlich Forum Allgäu“ für unwirksam erklärt habe, sei zwar ärgerlich, lasse sich aber durch Umformulierungen im neuen leicht ausgleichen: „Wir hätten schreiben müssen, 'Innenstadtrelevanter Einzelhandel' ist unzulässig“, so Netzer. Matthias Matz

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