Männer und die Prostata

Dr. Rolf von Knobloch, Chefarzt der Urologie. Foto: Klinikum

Die Sache mit der Prostata. Rund 40 Prozent der Männer über 50 haben damit ihre liebe Not. Sie können ein Lied singen von Beschwerden des unteren Harntraktes – und ihre Partnerinnen gleich mit. In der Regel fängt es an mit Problemen beim Wasserlassen. Dahinter steckt eine gutartig vergrößerte Vorsteherdrüse. Meist handle es sich um Symptome, die medikamentös und gegebenenfalls mit einem schonenden operativen Eingriff gut behandelbar sind, verdeutlichte Professor Dr. Rolf von Knobloch jüngst vor rund 70 Zuhörern im Rahmen des „Forums Gesundheit“ am Klinikum. Kritisch werden könne es allerdings bei der Diagnose Prostatakarzinom, dem häufigsten Tumor bei Männern überhaupt, meinte der Chefarzt der Urologischen Klinik und riet zur regelmäßigen Krebsvorsorge schon ab 40.

Die gesunde Prostata gleicht in Form und Größe einer Kastanie. In ihr laufen Samenleiter und Harnröhre zusammen. Allerdings verursacht der „Klammergriff“, den die Vorsteher- drüse um die Harnröhre legt, bei vielen Männern in der zweiten Lebenshälfte unangenehme Beschwerden. Denn wenn sich das Organ ausdehnt (etwa bei einer gutartigen Vergrößerung, der sogenannten benignen Prostata-hyperplasie), kann es die Harnröhre einengen und damit zum einen das Wasserlassen behindern und zum anderen unschöne Reizstörungen wie häufigen und nächtlichen Harndrang auslösen. Um Erkrankungen festzustellen, taste der Arzt die Prostata schnell und schmerzfrei mit dem Finger ab, erläuterte Prof. von Knobloch. Ebenso gebe es Urin- und Ultraschalluntersuchungen sowie die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens, kurz PSA genannt. Dieses komme bei gesunden Männern vor, eigne sich aber auch als Tumormarker, der Hinweise auf das Prostatakarzinom geben kann. Neuartige Biopsie Bei Verdacht auf Krebs sei die weitere Diagnostik risikoarm und im Klinikum schmerzfrei möglich. So hat Prof. von Knobloch eine neuartige schmerzfreie Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) entwickelt, die bei Urologen europaweit Nachahmer gefunden hat. „Weil bei einem Prostatakarzinom im Frühstadium die Heilungschancen groß sind, sollten Männer schon ab 40 regelmäßig eine Untersuchung und eine Bestimmung des PSA-Wertes durchführen lassen“, lautete der Rat des Chefarztes. Allerdings bedeute die Diagnose Prostatakrebs keinen Notfall und überstürztes Handeln sei unnötig, beruhigte von Knobloch. Die Auswahl des geeigneten Behandlungsverfahrens – von der aktiven Über- wachung bis hin zur schonenden Entfernung der Prostata und der Bestrahlung – richte sich vor allem nach dem Tumorstadium und den per- sönlichen Wünschen des Patienten.

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