Alice erobert Kempten im Sturm

Schwungvolles Mitmachtheater stellt Burghalde auf den Kopf

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Tea-Time mit Hase (l.) und Alice (r.): Der verrückte Hutmacher lädt jeden Tag zur Geburtstagsfeier ein, um nicht mit der Herzkönigin Crocket spielen zu müssen.

Kempten – „Der Hase!“ Das Mädchen aus dem Publikum hat ihn schon heranhoppeln sehen und kündigt ihn zur Erheiterung aller lautstark an. Beim Märchentheater „Alice im Wunderland ... neu erträumt“ sind die Kinder mit Feuereifer dabei. 

Mit ihrem Lachen, Klatschen, Tanzen und 1x1-Rechnungen helfen sie den drei Alices, ihre Katzen wiederzufinden. Ja, richtig gelesen: drei Alices – in Michaela Riedl-Schlossers Adaption des Kinderbuchklassikers von Lewis Carrol verdreifacht sich das Mädchen mit der blühenden Fantasie. Neben den professionellen Schauspielerinnen sind dabei auch Allgäuer Kinder als Katzen, Mäuse und Spielkarten-Soldaten mit auf der Bühne.

Alice ist traurig. Ihre Katzen sind aus dem Klassenzimmer verschwunden. Da plötzlich verwandelt sich die Schultafel zu einer Tür – einer sprechenden Tür. Wie Alice feststellt, ist sie ihr eine große Hilfe. Denn von ihr erfährt sie, dass ihre Katzen im Wunderland sind und durch sie gelangt sie genau dorthin. Die Tür beschafft ihr den „Zaubertrank“ Kaffee, der bewirkt, dass aus einer Alice drei (Patrizia Unger, Eva Maria Schindele und Maria Grekova) werden. So können die drei Mädchen an drei verschiedenen Orten des Wunderlands gleichzeitig nach den Katzen suchen.

Alice hoch drei auf der Burghalde - Bilder zum Märchensommer 

Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © Crispien
Bunt, fröhlich und frech: Beim Märchensommer treffen die Kinder allerlei kuriose Gestalten. © 
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann
Heiß begehrt waren die Autogramme nach der Premiere. © Kustermann

Dabei treffen die drei allerlei verrückte Gestalten. „Finger weg und runter von meiner Mauer!“: Alice 2 begegnet dem missmutigen, aber zerbrechlichen Menschen-Ei Humpty Dumpty (herzerwärmend gespielt von Nadine Schneider von den Wendejacken), Alice 3 schlürft Tee beim verrückten Hutmacher und Alice 1 hat eine Sitzung bei Dr. Dr. der Psychologie Frau Professor Raupe.

Bei allen dreien verhärtet sich der Verdacht: Die Katzen sind in die Fänge der Herzkönigin geraten, vor der das ganze Wunderland zittert. Tanzt jemand nicht nach deren Pfeife, heißt es gleich: „Kopf ab!“

Im Unterschied zur Disney-Adaption aus dem Jahre 1951 lautet die Botschaft des Märchensommers nicht: Sei brav und anständig, dann passiert dir auch nichts. Vielmehr beschwört das Stück Toleranz, die Kraft der Gemeinschaft und den Glauben an sich selbst. „Verrückt zu sein ist ganz normal und überhaupt die beste Wahl“, singt der Hutmacher. Die Figuren durchbrechen am Ende mit Mut und vereinten Kräften die Tyrannei der Herz-Königin und Alice zeigt dem neurotischen Einzelgänger-Ei, wie schön es ist, einen Freund zu haben. Aus der eher passiven Alice wird eine aktive moderne, die ihre Probleme lösen kann.

Nicht nur für Kinder

Auch gibt es etwas mehr Logik als in Carrols Romanvorlage. Allerdings nicht weniger Humor, was vor allem am Spiel von Birgit Reutter (Hutmacher), Corinne Steudler (Raupe), Erika Ceh (Kaninchen) und Stephanie Marin (Herzkönigin) liegt. Herrlich kurios serviert der Hutmacher Tee aus einer imaginären Kanne und der baden-würrtembergische Igel, der als Crocket-Kugel herhalten muss, sorgt mit seinem „Hätt i doch was gscheids glernt!“ für Lacher.

Auch die Shisha-rauchende Raupe, die mit ihrem vielgliedrigen Körper kämpfen muss, beeindruckt. Dass ihr Verhalten auf eigene psychische Probleme schließen lässt, wie man es so manchem Psychologen nachsagt, und sie manchmal an Angela Merkel erinnert, richtet sich wohl eher an Erwachsenen-Humor. Alle bezaubern dürfte wiederum das hektische Kaninchen, das lispelnderweise „Oh je, oh je, ich bin zu spät!“ und mit wackelndem Stummelschwanz immer wieder über die Bühne hoppelt.

Dass auch die Alices Fans haben, zeigen die Reaktionen nach dem Stück: „Mir hat Alice am besten gefallen“, sagt die siebenjährige Julia Huber, „die kann so toll tanzen!“ Tanzen war dabei nicht nur für die Figuren angesagt, sondern immer wieder auch für die Zuschauer. Nicht alle machten immer mit. Gerade bei der letzten Einlage setzten sich immer mehr Zuschauer im Laufe des Lieds. Ein wenig schade ist auch, dass Alice 3 an manchen Stellen nicht so gut verstanden wird. Wettgemacht wurde das bei der Premiere aber von der ausgiebigen Autogrammstunde der Hauptdarsteller.

Für alle noch folgenden Aufführungen bleibt zu hoffen, dass das Wetter mitspielt, denn die Atmosphäre auf der Burghalde mit der sich immer orangener färbenden Sonne verstärkt den Zauber.

Diese sind immer von Donnerstag bis Sonntag um 16 Uhr. 19., 20., 21. und 22. Juli, und am 9., 10., 11. und 12. August sowie noch einmal von 16. bis 19. August. Weitere Infos unter: http://www.maerchensommer-allgaeu.de/

Susanne Kustermann

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