Ambitioniertes Projekt

Sparkasse Allgäu rüstet auf

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So soll das neue Sparkassen-Hauptgebäude nach Fertigstellung im März 2017 aussehen, wenn man vom Königsplatz Richtung Residenzplatz blickt.

Kempten – Ab März 2015 sollen die Abbrucharbeiten beginnen, der Baubeginn ist dann ab September geplant, fertig soll der Neubau im März 2017 sein und im darauffolgenden Mai/Juni in Betrieb genommen werden.

So sieht die zeitliche Planung für den Neubau der Hauptstelle der Sparkasse Allgäu in Kempten aus, der diese Woche erst im Bauausschuss und einen Tag später von den Bauherren selbst in einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Das von der Stadt- und Kreissparkasse 60 Jahre alte Gebäude ist in die Jahre ge- kommen. Platzmangel, technische Mängel – vor allem beim Brandschutz - sowie der hohe Energieverbrauch hatten nach einer Lösung verlangt. Wie Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs erklärte, habe die eingehende Prüfung der Optionen Sanierung, Umbau, Neubau und sogar ein alternativer Standort ergeben, dass ein Neubau „die wirtschaftlich sinnvollste Lösung ist“. Die Entscheidung des Verwaltungsrates und Vorstandes der Sparkasse ist für Hegedüs zudem „auch ein Bekenntnis zu diesem Standort“ in der Innenstadt Ecke Residenzplatz/Königstraße. Und noch ein weiteres Problem kann die Sparkasse-Allgäu damit lösen: bislang ist der Hauptstellenbetrieb nämlich auf fünf Standorte verteilt (Hauptstelle mit Weidlehaus und Lange Stände, Nürnberger Haus, Sparkassen-Arkade, Promenade-, Bodman-/Fuchsbühlstraße), die dann einhäusig untergebracht werden können, was laut Hegedüs nicht nur Kosten für die angemieteten Räume spare, sondern auch Zeit.

Acht Architekturbüros, fünf davon aus Kempten, waren eingeladen worden um Entwürfe für einen Neubau an dieser historisch sensiblen Stelle – laut OB und Verwaltungsratsvorsitzendem der Sparkasse Thomas Kiechle ist es „in der Nachbarschaft zur Basilika die prominente Stelle in Kempten schlechthin“ – zu erarbeiten. Den Zuschlag hat das Architekturbüro Auer + Weber aus Stuttgart erhalten. Technische Gewerke und Bauaufträge sollen nach Wunsch des Vorstandsvorsitzenden an hiesige Unternehmen gehen. Zuvor muss aber noch das sparkasseneigene Werttransportunternehmen ins derzeit noch im Bau befindliche neue Geld- bearbeitungszentrum in Ursulasried ausgelagert werden, das, so Hegedüs, „planmäßig fertig wird“.

Rund 35 Millionen Euro nimmt die Sparkasse Allgäu für das Bauvorhaben in die Hand. Geld, das aus dem Eigenkapital der Sparkasse Allgäu finanziert werde sowie aus Krediten bei anderen Banken. Sparkassenkunden müssten wegen der hohen Investitionen nicht mit höheren Kreditzinsen oder Gebühren rechnen, versicherten Hegedüs wie auch seine Vorstandskollegen Manfred Kreisle und Herbert Schwarz unisono. 17,5 Millionen Euro hätte die Sparkasse Allgäu bei einer nur technischen Sanierung in die Hand nehmen müssen, ohne Chance auf Einhäusigkeit und den damit verbundenen Kosteneinsparungen. Bei einem Umbau wäre man mit rund 31,5 Millionen Euro schon nahe an der Neubau-Summe. Mit dem Bau eines neuen Gebäudes soll auch ein umfangreiches Nachhaltigkeitskonzept umgesetzt werden, das von der flachliegenden Photovoltaikanlage bis zur Stromtankstelle in der Tiefgarage – die im Übrigen um 18 Stellplätze auf dann 101 erweitert werden soll – oder auch eine teilweise Umstellung der Dienstwagenflotte auf Elektroautos reicht.

Entstehen soll ein fünfstöckiger, zum Weidlehaus hin auf vier Geschosse abfallender Gebäudekomplex. Die Kundenhalle soll im erdgeschossigen Zwischenbau angesiedelt werden, der Hauptstelle und Lange Stände verbindet. Der Haupteingang soll künftig auf der Seite Residenzplatz sein. Das Weidlehaus, das für OB Thomas Kiechle „einer der ganz großen Gewinner ist“, soll frei gestellt und mit einer Glasbrücke im ersten Obergeschoss mit dem Haupthaus verbunden werden.

„Das zentrale Thema“ ist für Kiechle aber die vertikal gegliederte, hochwärmegedämmte Strukturfassade aus Architekturbeton, der sich laut Baureferentin Monika Beltinger durch eine relativ glatte Oberfläche mit unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Farbwahl auszeichnet. Durch die geschosshohen Fenster, die sich mit breiten, schmalen und leicht geneigten Elementen abwechseln, soll das Gebäude einen „lebendigen Charakter“ erhalten. „Weidlehaus und Lange Stände fügen sich meines Erachtens sehr gut in die Beziehung zum Neubau ein“, zeigte sich Kiechle begeistert. Während der Bauphase soll der Sparkassenbetrieb auch für die Kunden in den Nachbargebäuden der Hauptstelle wie gewohnt weiterlaufen.

Christine Tröger

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