Malen für den guten Zweck

BSG-Chef Mario Dalla Torre verschafft sich selbst einen Eindruck von den Malarbeiten der Klasse 9P der Robert-Schuman-Mittelschule. Foto: Bitsch

Jeden Freitag verwandelt sich das Klassenzimmer der Praxisklasse neun (9P) der Robert-Schuman-Mittelschule in St.-Mang in ein Maleratelier. 60 Kilo schwere Holzplatten, zwanzig Stück an der Zahl in einer Größe von zwei mal 2,50 Meter, werden grundiert, bemalt, gestrichen. Gemeinsam mit der Malermeisterin Renate Fischer gestalten die jungen, angehenden Künstler die Platten nach vorgegebenen und selbst entworfenen Skizzen und Modellen. Im Mai soll das Gesamtkunstwerk an seinen Bestimmungsort, die Seniorenwohnanlage in St.-Mang gebracht und gebührend gefeiert werden.

Da viele Schülerinnen und Schüler der Robert-Schuman-Mittelschule mit ihren Familien in Wohnanlagen der BSG Allgäu leben, unterstützt die BSG regelmäßig die Praxisklassen der Robert-Schuman-Schule. Während des Sponsorentags an der Schule entstand die Idee, gemeinsam etwas zu schaffen, das sowohl den Schülern als auch einer sozialen Einrichtung der BSG Allgäu zugute kommen sollte. Die Wahl fiel schnell auf die genossenschaftliche Seniorenwohnanlage im Eichendorffweg, in der 82 Senioren mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren in 62 Wohnungen leben. Die große Eingangshalle mit Treppenhaus im Seniorenheim sollte fröhlicher, bunter, ansprechender gestaltet werden. Die kahle, weiße Wand, die sich mit dreizehn Metern Höhe und elf Metern Breite über alle drei Stockwerke erstreckt, rief geradezu nach Farbe und erwies sich somit als optimales Praxisprojekt für die Praxisklasse – ein Projekt mit Vorzeige-Charakter, das die BSG Allgäu finanziert und fördert, ebenso die Stadt Kempten. Mit Feuereifer dabei Nach einer gemeinsamen Ortsbesichtigung entwickelte die 9P mit ihrem Klassenlehrer Alfred Ott und dem Sozialpädagogen Georg Holzmann fünf verschiedene Vorschläge, aus denen die Senioren ihren Favoriten wählen konnten. Seit gut sechs Monaten arbeiten nun 13 Schüler der 9P unter Leitung von Renate Fischer und Alfred Ott am Projekt. Renate Fischer, die schon seit dreizehn Jahren in der Berufsfachschule unterrichtet und unzählige Praxisklassen begleitet hat, lobt besonders Engagement und Durchhaltevermögen der Schüler. „Sie sind mit Feuereifer bei der Sache und geben ihr Bestes,“ freut sie sich, „denn sie lernen hier nicht nur künstlerische, sondern auch handwerkliche Fähigkeiten.“ Viele, gerade auch schwache Schüler mit weniger guten Noten, konnten dank der Praxisklasse schon an Lehrstellen vermittelt werden, in denen sich bisher auch alle bewiesen haben. „Ein weiterer Aspekt kommt beim derzeitigen Projekt noch dazu,“ ergänzt Alfred Ott, „wir bringen Alt und Jung zusammen, denn die Senioren können jederzeit vorbeikommen, mitmachen und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen.” Für die Zukunft wünsche er sich noch weit mehr solcher Projekte.“

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