Der Zirkus braucht Publikum

"Manege frei" heißt es in Durach bis zum 23. August

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Die Zirkusfamilie freut sich nach der Zwangspause endlich wieder vor Publikum auftreten zu dürfen. Bis Sonntag, 24. August, gastiert Circus Mulan in Durach, mit jeweils zwei Vorstellungen an den Wochenenden.

Durach – Coronabedingt musste der Circus Mulan eine Zwangspause einlegen, doch jetzt soll es wieder Vorstellungen mit kleinen Gruppen geben.

Auf dem Feld zwischen Duracher- und Miesenbacher Straße in der Gemeinde Durach gastiert seit dieser Woche der Circus Mulan. Schilder in leuchtenden Farben zeigen den Weg zum Zirkuszelt. Die Vorankündigung verspricht kapriziöse Kunststücke am Hochseil und auf der Luftschaukel, atemberaubende Spannung durch Feuerschlucker und Messerwerfer, sowie Heiterkeit verströmende Clowns. 

Abwechslungsreiche Tiershows runden das Programm ab. Für die Zirkusfamilie eine Premiere, denn es sei eine ihrer ersten Veranstaltungen vor Publikum nach der coronabedingten Zwangspause, erklärte freudestrahlend Zirkuschefin Jacqueline Köllner. Obwohl durch Abstandsregeln und Hygienekonzepte noch keine Rückkehr zu ausverkauften Vorstellungen möglich sei, gehe es doch langsam wieder in Richtung Normalität. 

Der Wanderzirkus Mulan, der von November bis Ende Januar Winterpause macht, wollte auch dieses Jahr wieder im Frühling mit den ersten Zirkusveranstaltungen starten. Doch der strenge Lockdown durchkreuzte diese Pläne. Keine Auftritte mehr, bereits gedruckte Werbeplakate und Flyer mussten vernichtet werden und keine Erstattung der Kosten, erzählte Köllner betrübt. 

Seit vier Monaten herrsche Stillstand, die Einkünfte seien weggefallen und die Ersparnisse aus dem letzten Jahr aufgebraucht. Für den Zirkus eine existenzbedrohende Situation. Ohne die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger in Form von Futter für die Tiere, finanzielle Hilfe und auch Lebensmittel hätten sie in den letzten Monaten nicht gewusst, wie sie überleben sollen, räumt sie ein. 

Zudem könnten sie weder Soforthilfe noch Kurzarbeitergeld o. ä. beantragen, da Artisten, wie auch Solokünstler nicht als Berufe anerkannt seien. „Der Staat hat uns im Stich gelassen“, resümierte Köllner. Ihre Zirkusarbeit, die sie jahrelang aufgebaut hätten, sei auf dem Spiel gestanden. Sechs Artisten, die mit dem Wanderzirkus mitgereist waren, verließen mit Bekanntgabe des Veranstaltungsverbotes die Familie. Doch mit Lockerung der Corona-Vorschriften hofft die Zirkusfamilie nun auf eine baldige Rückkehr der Künstler. 

Der Circus Mulan wird seit über zehn Jahren als kleines Familienunternehmen geführt. Bereits als dreijähriges Mädchen habe sie mit ersten Auftritten in der Manege Zirkusluft geschnuppert, erzählte die 39Jährige Inhaberin. Jetzt sei ihre Leidenschaft die hohe Kunst des Reitens, ein fester Programmpunkt in den Vorstellungen. 

Gemeinsam mit ihren vier Kindern, ihrem Mann Francesco und ihrer Cousine Sabrina reist Köllner von Ort zu Ort. Und auch 30 Tiere – Pferde, Esel, Lamas und Kamele gehören zum Ensemble. „Wir sind Zirkuskinder“, die die Zirkusatmosphäre, das Reisen, die Tiere, das Rampenlicht und das Publikum bräuchten. In der Vergangenheit habe der Zirkus immer viel Zuspruch von der Bevölkerung im Allgäu erhalten. Die Menschen zeigten sich fasziniert von den Attraktionen und der aufkommenden Spannung, wenn es heißt „Manege frei“. Umso mehr hoffen und wünschen sich die Artisten viele Besucherinnen und Besucher, die sie mit ihrem unterhaltsamen Programm begeistern können. 

Bis nächsten Sonntag, 23. August, gastiert der Circus Mulan noch in Durach mit jeweils zwei Vorstellungen an den Wochenenden. Aufgrund der aktuellen Situation freut sich die Zirkusfamilie über Futterspenden, wie Heu, Kraftfutter, Äpfel und Möhren für die Tiere und auch über Sach- und Geldspenden.

Christine Reder

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