43 Jahre Sparkasse – davon 20 Jahre "ein Vorstand zum Anfassen"

Manfred Kreisle geht in den (Un-)Ruhestand

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Kulinarische Genüsse für den Neuruheständler Manfred Kreisle (re.), stellvertretender Vorstandsvorsitzender Sparkasse Allgäu, gab es zum Abschied vom Aufsichtsratsvorsitzenden und Kemptener OB, Thomas Kiechle (li).

Kempten/Füssen – 1973, „das war noch die Zeit der Schreibmaschinen“ und richtiger Schalter, in den 1980er dann erste Automaten draußen vor den Schalterhallen, erste Online-Banking-Angebote in den 1990ern, die Umstellung auf Computer zur Jahrtausendwende, 2001 Fusion von Sparkasse Kempten, Kreis- und Stadtsparkasse Sonthofen-Immenstadt und Sparkasse Ostallgäu zu Sparkasse Allgäu, 2002 die Umstellung auf den Euro, 2007 Bankgeschäfte via Smartphone und App, Finanz- und Wirtschaftskrise, Einführung des Nullzins durch die EZB und erst vor wenigen Tagen die neue Spendenplattform „Gut-für-das-Allgäu“ – „Sie haben alles erlebt“

Für die „immer angenehme Zusammenarbeit“ bedankte sich vergangenen Dienstagabend nicht nur der Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, Roland Schmautz, in sehr persönlichen Worten bei Manfred Kreisle. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Allgäu wurde bei einer kleinen Feier von zahlreichen Wegbegleitern aus dem Verwaltungsrat, engen Mitarbeitern, Altvorständen, Würdenträgern aus Politik und den Gremien, in denen sich der künftige Ruheständler zusätzlich engagierte, verabschiedet.

Als „Sparkassenmann“, der seinen „Beruf von der Pieke auf gelernt hat“, würdigte Kemptens OB Thomas Kiechle, Aufsichtsratsvorsitzender Sparkasse Allgäu, den gebürtigen Friedrichshafener, der von insgesamt 43 Sparkassen-Jahren 20 im Vorstand gewirkt hat – seit Januar 2004 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu. Er ließ den Lebenslauf eines Mannes „aus der Praxis“ Revue passieren, „mit stringentem Ziel“, vom 17-jährigen Lehrling über Personalreserve bis zur Sparkassen-Akademie in Bonn mit dem Abschluss als Dipl. Betriebswirt, weiter „Vorstand zum Anfassen“ und schließlich stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, dem der Kontakt zum Kunden immer wichtig gewesen sei. Verantwortlich für die Ressorts Treasury, Firmen- und Vermögenskunden sowie Immobilien und das Versicherungsgeschäft habe er sich auch in vielfältigen Ämtern engagiert, unter anderem beim Verbundpartner Deka im Regionalen Sparkassen-Wertpapier-Ausschuss, in der Regionalversammlung der IHK Kaufbeuren-Ostallgäu oder als Vorsitzender des Fördervereins für internationale Chorbegegnungen im Allgäu.

Auf „fünf gemeinsame Vorstandsjahre“, geprägt durch ein „vertrauensvolles und für unsere Sparkassen-Kunden sehr gutes Miteinander“ blickte Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs zurück. Walter Pache, Sparkassenobmann der schwäbischen Sparkassen, bestätigte dem Neuruheständler, der immer „über den Tellerrand hinaus geschaut“ habe, eine „Sparkassen-Karriere par excellence“. Für Anton Kelz, Geschäftsführender Gesellschafter von K&S Anlagenbau GmbH, hatten die Initialen des scheidenden Manfred Kreisle eine besondere Bedeutung: „M steht für Mittelpunkt und K für Kreis, also eine geschlossene Einheit“.

Für Kreisle selbst schloss sich zumindest der Allgäuer Sparkassen-Kreis insofern, als die Verabschiedung im Füssener Sparkassensaal an dem Ort stattfand, an dem alles vor 20 Jahren begonnen habe, als er hier einen ganzen Tag lang in einem Assessment-Center „Rede und Antwort stehen musste“. Auch an seinen ersten Arbeitstag, dem 2. Januar 1997, in Marktoberdorf erinnerte er sich mit einem Schmunzeln. Da habe ihn seine Sekretärin freudig begrüßt, unter anderem mit den Worten „ich habe schon viele Vorstände Kommen und Gehen sehen“. Ein bisschen stolz sei er schon, was aus der Sparkasse geworden sei, und die „schönste Aufgabe“ sei für ihn gewesen, Vertrauen aufzubauen und zu erhalten.

Und worauf freut sich Kreisle, wenn er an seinem letzten Arbeitstag, dem 23. Dezember 2016, seinen Platz endgültig räumt und mit Gattin Traudl zurück an den Bodensee zieht? Dann will er sich seinem neuen Hobby, der Acrylmalerei, widmen und reisen, unter anderem wieder einmal nach Sri Lanka, um das Kinderdorf „Little Smile“ zu besuchen, das er seit Jahren unterstützt. Als erstes aber ist eine gemeinsame Radtour der Eheleute entlang der Donau geplant, mit offenem Zeitfenster. Zu seinem Abschied hatte Kreisle um Spenden statt Geschenke gebeten. Rund 5000 Euro sind dabei zusammengekommen. 2800 Euro konnte er an diesem Abend gleich an den Hospizverein südliches Ostallgäu überreichen. Die restliche Summe geht an den Förderverein für Internationale Chorbegegnungen im Allgäu.

Sein „Stuhl“ in der Sparkasse Allgäu wird allerdings leer bleiben. Ab dem kommenden Jahr werden seine Vorstandskollegen Manfred Hegedüs und Heribert Schwarz die Sparkasse Allgäu in einem Zweier-Vorstand führen.

Christine Tröger

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