Mieterverein beklagt steigende Mieten

Steigender Beratungsbedarf

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Vorsitzende Ingrid Vornberger (links) zeichnet Emmi Müller für 40 Jahre Mitgliedschaft im Mieterverein aus.

Kempten – Ingrid Vornberger bleibt Vorsitzende des des DMB-Mietervereins Kempten und Umgebung. Einstimmig bestätigten sie jetzt die Mitglieder im Rahmen der Jahreshauptversammlung in ihrem Amt.

Neben den Vorstandswahlen standen vor allem Ehrungen langjähriger verdienter Vereinsmitglieder im Blickpunkt der Jahresversammlung. In ihrem Bericht ging Vorsitzende Ingrid Vornberger auf die Mitgliederentwicklung ein. Diese sei erfreulich stabil, sodass der Verein seine Mitgliederzahl von knapp 4000 Mitgliedern halten konnte. Die Rechtsberatung des Vereins wurde Vornberger zufolge von über 1600 Mitgliedern in Anspruch genommen, insgesamt fanden über 3000 Beratungen in persönlicher, schriftlicher und telefonischer Form statt. 

Auch im vergangenen Jahr waren die Hauptberatungsthemen wieder die Überprüfung von Nebenkostenabrechnungen, Mängel der Mietsache wie zum Beispiel Schimmel und Feuchtigkeit, Schönheitsreparaturen oder Kautionsabrechnungen. Verstärkt traten im vergangenen Jahr auch wieder Mieterhöhungen auf. Vornberger führte dies darauf zurück, dass durch die Eurokrise und auch niedrige Zinsen wieder sehr viel in Immobilien investiert werde. Dadurch stiegen die Immobilienpreise und in Folge davon auch die Mieten. 

Zudem sei in gewissen Bereichen ein deutlicher Mangel an Mietwohnungen erkennbar, beispielsweise für Familien mit Kindern oder auch älteren alleinstehenden Menschen. Negativ mache sich auch bemerkbar, dass einige Vermieter bei Weitervermietung einer Wohnung die Mieten teils kräftig erhöhen würden, sodass sich die Mietpreisspirale ständig nach oben schraube. Aus diesem Grund sei eine gesetzliche Begrenzung der Mieterhöhung bei einer Neu- bzw. Weitervermietung erforderlich. 

Auch das Fehlen eines Mietspiegels für Kempten, an den sich Vermieter orientieren können, wirke sich hier negativ aus. Die Vorsitzende bedankte sich bei den für den Mieterverein tätigen Rechtsberatern und den Verwaltungsangestellten für ihren engagierten Einsatz. Allerdings musste sie sich in diesem Zusammenhang vom langjährigen Rechtsberater Günter Wirth verabschieden, der aufgrund einer Erkrankung nicht mehr als Rechtsberater tätig sein kann. Als neuen zusätzlichen Rechtsberater begrüßte sie Rechtsanwalt Uyar. 

Sorgen wegen Patricia 

Mit Sorge betrachtet die Vorsitzende die Entwicklung des Verkaufs der GBW-Wohnungen an die Patricia. Sie hätte es lieber gesehen, wenn der Freistaat Bayern die Wohnungen gekauft hätte oder zumindest das Städtekonsortium zum Zuge gekommen wäre, um die Wohnungen – von denen es auch in Kempten knapp 400 gibt – in öffentlicher Hand zu halten. Denn gerade hier sei noch einfacher, preiswerter Wohnraum vorhanden, den man dringend benötige. Es bleibt zu hoffen, dass hier keine zweite „Annington-Problematik“ entstehe. 

Vornberger bestätigt 

Vereins-Kassierer Rolf Disselhoff erläuterte den Kassenbericht und konnte zufrieden feststellen, dass der Verein auf wirtschaftlich gesunden Füssen stehe. Bei den anschließenden Neuwahlen wurden alle Posten einstimmig wiedergewählt: Mieterverein-Vorsitzende Ingrid Vornberger, Stellvertreter Walter Röllig, Kassier Rolf Disselhoff, Schriftführer Christoph Bodenstab. Beisitzer wurden Wolfgang Hartmann, Kurt Klug, Max Klug und Günter Wirth. Lothar Köster sowie Katharina Schrader als Nachfolgerin für die nicht mehr zur Verfügung stehende Inge Drexl wurden als Revisoren bestätigt. Ein Vortrag von Diplom-Ingenieur Gerhard Juli, der jahrzehntelang als Fachmann im AÜW tätig war, zum Thema „Energiesparen im Haushalt – Gebrauchsanleitung für den Haushalt“ wurde von den Besuchern als informativ und für praktisches Handeln hilfreich aufgenommen. Sie bekamen wertvolle Tipps zum richtigen Verhalten bei Themen wie der Raumwärme, Beleuchtung, Kochen und Backen oder Kühlen und Gefrieren. 

Zum Abschluss der Versammlung ehrte Vornberger langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein geehrt werden. Für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten Elisabeth Heynol, Johann Pelzer und Josef Beck ihre Urkunden, 40 Jahre hält Emmi Müller dem Verein bereits die Treue. kb

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