Mangel vorbeugen

Bei Franz Grande (rechts), Standortmanager Manpower, informieren sich (v.l.) Alexandra Klaus, Christian Riedmaier und Tanja Fleschhut über Möglichkeiten in der Personaldienstleistungsbranche. Foto: Tröger

Der anhaltend thematisierte Fachkräftemangel blieb auch beim Veranstaltungs-„Klassiker“ der Kemptener Wirtschaftsjunioren (WJ) – „Unternehmer zum Anfassen“ – nicht verborgen: Im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnete WJ-Vorstand Nicole Dengel deutlich mehr Führungskräfte, die den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe an den Kemptener Gymnasien sowie Berufs- und Fachoberschule Fragen rund um Berufsmöglichkeiten und Wege dorthin beantworteten – für Dengel ein Zeichen dafür, dass um gutes Personal wieder mehr „gebuhlt” werden muss.

Vielleicht, so ihre Hoffnung, könnten so auch die vielen, „oft hochqualifizierten Frauen“ mit Kindern wieder stärker in den Fokus von Arbeitgebern rücken. Ähnlich sah es auch Tanja Thalmeier von der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Allgäu (BSG). Sie räumte ein, dass die Bewerbungszahlen zurückgegangen seien und, anders als in den vergangenen Jahren, eher auch einmal Absagen seitens der Azubis kämen. „Sie können es sich wieder aussuchen“, stellte sie als durchaus positive Entwicklung für beide Seiten fest. Denn bei einer Zusage „können wir wenigstens davon ausgehen, dass sie auch zu uns wollen“. Vom Bauzeichner über Immobilienkauffrau und duales Bachelor-Studium im Immobilienbereich informierte sie unter anderem Tamara Horak vom Allgäu-Gymnasium (AG), die sich über die Berufe rund um die Wohnungswirtschaft aufklären ließ. „Wie haben eine mediale Krise, keine Wirtschaftskrise“, verwies Bernhard Rindt, Mitglied der Geschäftsleitung SRI Radio-Systems GmbH, auf die gute Situation am Arbeitsmarkt und damit auch in der Wirtschaft. Print- und Internetmedien schloss er von dem Vorwurf zwar frei, „aber was momentan in den Talk-Shows läuft, hat mit dem realen Leben nichts zu tun“, urteilte er im Brustton der Überzeugung. Er sei auf der Suche nach technisch interessiertem Nachwuchs, bislang aber nur in Richtung BWL angesprochen worden, war er angesichts des noch jungen Abends dennoch optimistisch. Dass der Fachkräftemangel zunehmend zum Problem für Unternehmen wird, konnte auch Franz Grande, Standortmanager des Personaldienstleisters Manpower in Kempten, bestätigen. „Als Unternehmen muss ich mich heute wieder interessant für den Bewerber machen“, sah er die künftige Herausforderung. Das geänderte Bewusstsein müsse aber erst noch in den Köpfen vieler Unternehmer ankommen. Mit einem Bachelor-Studium konnte er Tanja Fleschhut, die zusammen mit ihren AG-Kollegen Alexandra Klaus und Christian Riedmaier Infos sammelte, nicht dienen – „da sind wir noch nicht so weit“. Aber, neben internen Ausbildungsmöglichkeiten unter anderem im Personalmanagement oder der Personalbeschaffung, seien auch „viele Quereinsteiger“ sowie Leute „die BWL studiert haben“ im Unternehmen beschäftigt.

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