Grüne diskutieren über die wirtschaftliche Ausrichtung im Allgäu

Gegen den Trend

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Landesvorsitzende Theresa Schopper (v.l.), Spitzenkandidatin Margarete Bause und der heimische Landtagsabgeordnete Thomas Gehring diskutieren im „Stift”.

Kempten – „Grün bringt Gewinn – für Wirtschaft und Umwelt”. Zu diesem Thema lud der Grünen-Kreisverband Kempten Spitzenkandidatin Margarete Bause, Landesvorsitzende Theresa Schopper und Landtagsabgeordneten Thomas Gehring in den „Stift” ein.

Beim Thema Verkehr setzen die grünen Spitzenpolitiker auf eine bes- sere Anbindung des Allgäus durch die Elektrifizierung der Bahnstrecken München-Memmingen-Lindau und später Ulm-Kempten-Oberstdorf und Augsburg-Buchloe-Kempten-Lindau. Die „Allgäubahn“ von der ZUM über den Kemptener Hauptbahnhof nach Oberstdorf würde die Attraktivität des Nahverkehrs ebenfalls erhöhen, auch für Studenten. „Zum Thema Infrastruktur gilt es den Schwerpunkt auf die Erhaltung und nicht auf den Ausbau zu legen, um nicht weiter in die Alpenschutzzone C einzugreifen“, betonte Gehring. 

 Dagegen müsse die „Datenautobahn“ – also das schnelle Internet – für alle verfügbar sein. Dies sei besonders für die Unternehmen im ländlichen Raum wichtig. Und vor allem im heimischen Allgäu gehe es um die Stärkung und Weiterentwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft mit ihrer dezentralen Struktur und regionaler Vermarktung gegen den Trend der industriellen Landwirtschaft. „So entstehen automatisch Synergieeffekte zwischen Tourismus, Landwirtschaft und Industrie“, so Thomas Gehring. Spitzenkandidatin Margarete Bause stellte in ihrer Rede den Unterschied zwischen dem Bruttoinlandsprodukt und dem „regionalen Wohlfahrtsindex“ dar. In diesem Index wird der Wohlstand anhand weiterer Faktoren wie beispielsweise Einkommensentwicklung, Naturverbrauch, Krankheiten etc. gemessen. Dieser sinke in Bayern in den vergangenen zehn Jahren. 

 Beim Thema Energiepolitik kritisierte Bause die von Ministerpräsident Horst Seehofer beabsichtigte Erweiterung der Abstandsflächen von Windrädern und Bebauung. Wenn dies so komme, so Bause, seien nur noch 0,05 Prozent der Flächen in Bayern überhaupt als Standort geeignet. „Solche Gedankenspiele führen bereits jetzt zur Verunsicherung der Branche und zur mangelnden Bereitschaft der Banken zur Finanzierung neuer Windkraftanlagen“, betonte die Spitzenkandidatin. Wer die Energiewende ernsthaft wolle, der rede nicht nur über Schwierigkeiten und Krisen, sondern von den Chancen. „Deutschland ist das Energielabor der Welt und alle schauen auf uns, ob wir die Energiewende meistern“, betont die Spitzenkandidatin der Grünen. Dazu brauche es aber planbare und verlässliche Politik, sowohl für regionale Betriebe als auch für „Global players“. 

 Die anschließende angeregte Diskussion unter der Leitung von Theresa Schopper zeigte das große Interesse des Publikums an den Grünen Standpunkten und Themen.

kb

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