Zwischen Feuer und Wasser

Marie Ghabbour Hanna lässt sich von wildfremden Menschen inspirieren

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Für die Künstlerin Lisa Marie Ghabbour Hanna gleichen sich die Fotografie und die Malerei wie Yin und Yang aus.

Kempten – Mit ihrem ursprünglich erlernten Beruf als Hauswirtschafterin habe sie nur noch die Liebe zum Kochen gemein, erzählte Lisa Marie Ghabbour Hanna im Altstadthaus.

Die autodidaktische Künstlerin, die mittlerweile ihren Lebensunterhalt mit der Fotografie und der Malerei bestreitet, leitete dort am vergangenen Mittwochabend ihre Kunstausstellung namens „Meraki“ ein. „Meraki – to do something with soul, creativity, or love; to put something of yourself in your work“, ist dazu auf einer ausliegenden Postkarte zu lesen. Oder wie es Markus Klotz, der Leiter des Altstadthauses, in seinen einleitenden Worten interpretierte: „sich selbst in seiner Arbeit verwirklichen“.

Seit drei bis vier Jahren beschäftige Ghabbour Hanna sich mit der Fotografie. Dabei liebe sie Close-ups (Nahaufnahmen) und Porträts. Es komme nicht selten vor, dass sie wildfremde Menschen auf offener Straße anspreche, sobald sie sich durch diese inspiriert fühle. Was ist die Geschichte hinter der Person?, will die junge Künstlerin aus Kempten dann wissen. „Wenn sich die Menschen nicht darauf vorbereiten können, dass sie gleich fotografiert werden, sind sie am authentischsten. Ich erstelle vorher nie ein Konzept.“ Beispielhaft deutete sie auf das Bild einer Frau, die direkt von der Straße aus mit zu ihr nach Hause gekommen sei. „Nach 20 Minuten waren wir mit dem Fotoshooting fertig.“

Während Ghabbour Hanna die Fotografie mit Feuer und Energie vergleicht – „beim Fotografieren bekomme ich immer Hitzewallungen“ –, seien Mandalas wie Wasser, ruhig und klar. „Wenn ich an einem Mandala arbeite, ist es, als würde sich eine Glasglocke über mich stülpen, durch die nichts hindurchzudringen vermag.“

Die Kunstausstellung mit rund 20 Fotografien sowie vier Mandalas kann noch bis zum 6. März zu den Öffnungszeiten des Altstadthauses besucht werden. Die Hälfte der Einnahmen aller verkauften Werke will die Künstlerin an die „Native Animal Rescue Group Braidwood“ spenden, die wilde Tiere vor den derzeit in Australien wütenden Buschfeuern rettet. „Die Natur ist eine der großen Verbündeten in der Kunst. Was in Australien momentan passiert, bewegt mich sehr.“ 

Dominik Baum

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