Geballte Visionen, Ideen und Kreativität

"Markt der Möglichkeiten" für Pioniere, Mächler und Menschen mit Ideen in Weitnau

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Zahlreiche Besucherinnen und Besucher zeigten großes Interesse an dem „Markt der Möglichkeiten“.

Weitnau – Visionen, Einfallsreichtum und Kreativität standen im Mittelpunkt des Forums für Pioniere, Mächler und Menschen mit Ideen vergangenen Samstag in der Gemeinde Weitnau.

Über zwanzig Aussteller aus dem Allgäu und auch aus Nachbarregionen präsentierten sich der Öffentlichkeit während des traditionellen Herbstmarkts im Saal des Goldenen Adlers. Zahlreiche Besucher*innen nahmen die Gelegenheit wahr, sich auf diesem „Markt der Möglichkeiten“ über Produkte und Projekte zu informieren. Die Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams und die Regionalentwicklung Oberallgäu e.V., die Veranstalter dieser Ausstellung wollten „unternehmerische Köpfe“ aus der Bürgerschaft motivieren und unterstützen, ihre Ideen, die teilweise im kleinen Kreis zu Hause entstanden sind, weiter voranzubringen und umzusetzen. 

So gab es Informationen über Fördermöglichkeiten, Ansprechpartner und Unterstützungsmöglichkeiten, wie etwa „Wie finanziere ich meine Idee?“ oder „Ich möchte mich engagieren – wohin kann ich mich wenden?“. Das Forum sollte auch eine Plattform sein, sich mit Gleichgesinnten, Experten und Beratern auszutauschen, zu vernetzen und voneinander zu lernen, so Manuela Müller-Gassner von der Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams. Der Gedanke hinter der Veranstaltung sei eine nachhaltige Entwicklung der Region, denn ländliche Regionen wandeln sich durch Klimawandel, Globalisierung oder Geburtenrückgang, so Dr. Sabine Weizenegger, Geschäftsführerin Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. 

Es gibt viele gute Ideen, oftmals ist nur noch ein letzter Impuls notwendig, so Müller-Gassner. Bürgermeister Alexander Streicher der Gemeinde Weitnau spann den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Durch Beharrlichkeit, Einfallsreichtum und das große Engagement der Bevölkerung in der Liebe zur Heimat wurde wahre Pionierarbeit geleistet. Wie etwa Carl Hirnbein, der im 19.Jahrhundert die Landwirtschaft und den Tourismus im Allgäu revolutionierte oder Josef Widmann, „Königlich bayerischer Baurat“ , dem die Bahnstrecke Kempten-Isny ihren Bau zu verdanken hat. Das Forum bot einen interessanten und informativen Blick auf vielfältige, außergewöhnliche Produkte und Projektideen. So wurden etwa wiederverwendbare Bienenwachstücher für die Frischhaltung und Verpackung von Lebensmitteln vorgestellt, mit dem Zweck, so die Erfinderin Bernadette Maurus, dem immensen Plastikmüll entgegenzuwirken. 

Ein Allgäuer „Kniggebus“, präsentiert von der Kreisbäuerin Lucia Wölfle, soll den Schüler*innen die Möglichkeit bieten, Bauernhöfe oder Naturparks kennenzulernen. Für die Kreisbäuerin ist es sehr wichtig, den Bezug zur Region zu erhalten. Die Bauern des Biohofs Siegel aus Missen beschrieben anschaulich die muttergebundene Kälberaufzucht und die stressfreie Schlachtung durch Weideschuss, die große Aufmerksamkeit bei den interessierten Besucher*innen fand. Der KugelSüdhangHof entwickelte ein betriebseigenes Ökosystem mit regenerativer Grünlandbewirtschaftung, dass sich den auch im Allgäu immer schneller werdenden klimatischen Veränderungen anpassen soll, erklärte Christine Bajohr. Einen völlig anderen Ideenansatz fand Doris Riedmiller für die Erste Allgäuer Rahmzentrale. Sie möchte eine Erinnerungsstätte für die ehemalige Milchwirtschaft verbunden mit Kunstpädagogik im Zusammenspiel mit Pferden schaffen. 

Eine Reihe weiterer Tüftler, oder wie man im Allgäu sagt „Mächler“ präsentierten ein breites Spektrum an Produkten und Geschäftsideen, wie zum Beispiel glasklare AlpCubes-Eiswürfel gefüllt mit Kräutern, Früchten oder Likör, regionale Hanfprodukte, eine E-Bike Ladestation, geeignet für E-Bikes jeglicher Hersteller, Mehrgenerationen- Wohnprojekte, Ideen zu einer möglichen Umnutzung von leerstehenden, landwirtschaftlichen Gebäuden, Allgäuer Kräuter verbunden mit Tradition und Brauchtum, ein Zirbenraumlüfter kombiniert mit Salz und ein Internetportal für Musiker. Zudem konnten sich die Interessierten Inspiration und neue Ideen bei der Freiwilligen Agentur Oberallgäu, den Johannitern und auch bei dem Kempodium e.V. – einer Werkstatt für alle, holen. Eine „Wunschkiste“, in der Fragen und Anregungen der Besucherinnen und Besucher gesammelt wurden, rundete das interessante Programm der Veranstaltung ab. 

Christine Reder

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