Gemeinsames Statement

Maske tragen zeigt Verantwortung übernehmen

+
Führende Kemptener Köpfe trafen sich um ein Statement für das Tragen der Alltagsmasken abzugeben: (v.l.) Alexandra Vogt (BG), Tanja Thalmeier (BSG-Allgäu), Manfred Hegedüs (Sparkasse Allgäu), Hans-Peter Hartmann (BG), Volker Wiegand (Allgäu Netz), Martin Haslach (Busunternehmer), Thomas Siedersberger (KKU), Herbert Singer (Sozialbau), Ralf Kehrer (BSG-Allgäu) und OB Thomas Kiechle.

Kempten – Ab Montag, 27. April, gilt in ganz Bayern eine Maskenpflicht in Geschäften sowie Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs.

Mit der Alltags-Maske soll die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus in der Bevölkerung verlangsamt werden. Zusammen mit den führenden Köpfen enger Partner der Stadt, darunter KKU, AÜW, Sozialbau, BSG-Allgäu, Baugenossenschaft, rief OB Thomas Kiechle mit einer Aktion die BürgerInnen dazu auf, mit dem Tragen der Maske Verantwortung zu zeigen, weil man so nicht nur sich selbst, sondern auch die Person neben sich schütze. Das Leben habe sich, so Kiechle bereits seit einigen Wochen verändert. Ausgangsbeschränkungen bedeuteten Verzicht auf Gewohnheiten, Standards und Nähe zu Menschen bedeuten und verlangten einen Weg der Kompromisse. 

Einen „Kompromiss zwischen Covid 19 und der neuen Normalität“, wie er es formulierte „die Maske ist das sichtbare Zeichen eines Kompromisses“. Denn klar sei, „an das Tragen von Masken werden wir uns für einen längeren Zeitraum gewöhnen müssen“, da es die Antwort auf die zunehmende Öffnung von Einrichtungen sei. Es liege bei jedem Einzelnen, sich mit entsprechendem Mundschutz auszustatten, so Kiechle weiter. Da alle 7500 Masken-Nähsets, die die Stadt Anfang der Woche ausgegeben hatte, bereits vergriffen seien, gebe es nur mehr die Nähanleitung und ein Schnittmuster auf der Website (www.kempten.de), so dass mit jedem heiß waschbaren Baumwollstoff - z.B. altes T-Shirt oder Bettlaken - eine solche Alltagsmaske hergestellt werden könne. 

„Auch ein Schal oder ein Halstuch aus festem Stoff können verwendet werden.“ Kiechle forderte „eindringlich dazu auf“ der Maskenpflicht nachzukommen. Denn auch durch die vorangegangenen Maßnahmen habe sich der Anstieg der bestätigten Coronafälle deutlich verlangsamt. Zu einer „Explosion der Infektionszahlen“ sei es gottlob in Kempten nicht gekommen und die Notfallversorgung sowie die ärztliche Versorgung seien in Kempten und der Region „weiterhin auf hohem Niveau gewährleistet“. Niemand brauche sich zudem davor scheuen zum Arzt zu gehen, auch ohne COVID-19 Erkrankung, richtet er einen deutlichen Appell an die Bevölkerung. 

Eine Angst, sich mit Corona in Arztpraxen oder im Krankenhaus anzustecken sei unbegründet. „Gemeinsam da durch“ ist für Sparkassen-Chef Manfred Hegedüs nicht nur das Motto des Geldinstituts, sondern gültig für alle. Alexandra Vogt, Vorständin der Baugenossenschaft (BG) berichtete, dass bereits alle Masken (die Stadt hatte laut OB-Büroleiter Andreas Weber für ihre Partner welche organisiert und gegen Entgelt abgegeben)an ihre Mieter verteilt seien und die Resonanz super sei. „Viele wissen nicht, wo sie welche herbekommen“ und sie hätten so zudem das Gefühl bekommen, „dass sie nicht alleine sind“. 

Auch die BSG-Allgäu will die Alltagsmasken an ihre Mitglieder, vor allem „in den Seniorenwohnanlagen“ verteilen, damit die dort lebenden Menschen wieder ein Stück weit mehr am öffentlichen Leben teilnehmen können wie Vorstand Ralf Kehrer sagte. Den Kunden von AÜW und Allgäu Netz „proaktiv anbieten“ will Allgäu Netz Geschäftsführer Volker Wiegand die Masken, da die Mitarbeiter der Stromversorger bei ihren Einsätzen bereits welche tragen würden. Sozialbau-Chef Herbert Singer sieht in der Maskenpflicht den „Übergang in die neue Normalität“. Neben den „richtig getroffenen Entscheidungen“, mahnte er, „müssen wir aber auch unsere Wirtschaft weiter betreiben“. Diesen Spagat zu schaffen sei „die große Herausforderung“. Ebenfalls Geschäftsführer eines u.a. Versorgungsunternehmens, berichtete KKU-Chef Thomas Siedersberger von der Arbeit in eingeteilten Gruppen. Wie es mit dem ebenfalls unter dem Dach der KKU angesiedelten Cambomare, wo das Tragen von Masken eher schwierig umzusetzen wäre, weitergehe sei noch offen. In Kurzarbeit sei auchd as Team des Theater in Kempten, hoffte er irgendwann auch wieder auf ein „normales Arbeitsleben“. 

Herbert Beck von den Kommunalen Verkehrsbetrieben (KVB) betonte, dass die Verkehrsunternehmen zwar „nicht verpflichtet sind“, das Masken-Gebot durchzusetzen. Aber man werde darauf achten und gegebenenfalls auch Leute von der Beförderung ausschließen.Auch wenn der Schulbetrieb am Montag erst nur eingeschränkt starte, werde man einem „ganz normalen Schul-Alltagsverkehr“ fahren, um so die Fahrgastzahlen in den Bussen möglichst niedrig zu halten. Die Busfahrer selbst seien im Übrigen von der Maskenpflicht ausgenommen, da sie erkennbar sein müssen. 

kb/Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Einbruch in eine Wohnung in der Bodmanstraße
Einbruch in eine Wohnung in der Bodmanstraße
Eine Entscheidung fürs Leben
Eine Entscheidung fürs Leben
Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz: Alte Linde bleibt erhalten
Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz: Alte Linde bleibt erhalten
Entscheidung zur Causa Knussert
Entscheidung zur Causa Knussert

Kommentare