Aus Plastiktischdecken

Masken für Hörgeschädigte: Plastikfenster im Mundbereich ermöglichen das Lippenlesen

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Judith Krug zeigt eine der Masken mit Sichtfenster im Mundbereich.

Kempten – Der Pfarrsaal von St. Lorenz gleicht einer Näherei mit großem Zuschneidetisch.

An drei Nähmaschinen sitzen die Mitarbeiterinnen des Cafés der Cityseelsorge und fertigen Mund-Nasen-Bedeckungen an. Seit Neuestem entstehen hier auch Schutzmasken mit eingearbeitetem Plastikfenster im Mundbereich. 

„Dann ist das Ablesen von den Lippen für Menschen mit Hörbehinderung möglich“, erklären die Frauen. Das Café der Cityseelsorge in der Landwehrstraße 1 ist wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich noch bis nach den Pfingstferien geschlossen. Zu Beginn der Maskenpflicht in Bayern am 27. April hat die Café-Leiterin Andrea Zeller in den Einrichtungen der Caritas den Bedarf an Mund-Nasen-Schutz abgefragt. 

„Es hat sich herausgestellt, dass viele auch die 3,50 Euro für einen solchen Schutz nicht zahlen können“, erzählt Stephanie Bodner vom Café-Team. Also hat sich die Mitarbeiterriege, zu der auch Gudrun Stranzke und die FSJ-lerin Franziska Lehnert zählt, ans Maskennähen gemacht. Auch Ehrenamtliche wie Nicole Hock helfen mit. Seit Anfang Mai wurden bereits rund 350 Exemplare in den Größen XS bis XXL hergestellt, seit neuestem auch die Variante mit dem „Mundfenster“. „ D i e s e s besteht aus Meterware für Plastiktischdecken“, berichtet Bodner. 

Über die Regens-Wagner-Stiftung sei eine Anfrage gestellt worden, ob sie solche speziellen Masken nähen könnten. „Jetzt befinden wir uns in der Testphase“, meint sie weiter. Die Näherinnen um die passionierte Freizeit-Schneiderin Andrea Zeller hatten viele gute Ideen, die sie umgesetzt haben. Die Mangelware „Gummibänder“ haben sie kurzerhand durch schmale Streifen ersetzt, die sie aus blickdichten Strumpfhosen schnitten. 

„Das ist weich und angenehm hinter den Ohren“, ist ihre Erfahrung. Der normale Mund-NasenSchutz wird in die „Care-Pakete“ der Caritas gesteckt, er wird im Tafelladen sowie in der Basilika verteilt. Die Masken sind nach Größenaufschrift sortiert in Fensterbrief-Umschlägen verpackt. Sie werden kostenlos zur Verfügung gestellt, Spenden für die „Aktion Hoffnung“ werden jedoch gern entgegengenommen. „Alle Spenden gehen an diese Aktion“, sagt Pastoralassistentin Judith Krug. Das Spendenkonto lautet: IBAN: DE61 7509 0300 0200 1432 00 BIC GENODEF1M05 Verwendungszweck: Masken – 8003 3001. Spenden können auch bar mit dem Vermerk „aktion hoffnung – Albanien“ in der Basilika oder im Pfarrbüro von St. Lorenz abgegeben werden. Das gesammelte Geld wird dann auf das Spendenkonto überwiesen. 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite: aktion-hoffnung.de/Kinderzentrum_ Albanien. 

Sabine Verspohl-Nitsche

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